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6 Dinge, welche Du täglich tun solltest

Wenn ich solche Titel lese, habe ich immer ein bisschen Angst. Mein Tag ist bereits übervoll und minutiös durchgeplant. Wenn mir der Autor (wenn auch gutgemeint) vorschreibt, dass ich mein Bindegewebe täglich 10 Minuten massieren soll, mich danach kalt abduschten muss und anschliessend drei Gläser eines Hokuspokusgetränks herunterwürgen sollte, bekomme ich eine Gänsehaut.

Daher möchte ich Dich als erstes beruhigen – ich werde Dir keine seltsamen Aufgaben stellen :-)

Genau genommen geht es auch nicht um 6 Tätigkeiten, sondern um 6 Lebensbereiche. Indem Du jedem davon täglich etwas Raum gibst, stellst Du sicher, dass sich Dein Leben nicht plötzlich in eine sehr unausgewogene Richtung bewegt. Burnouts, Betreibungsandrohungen, fehlende soziale Kontakte oder starke gesundheitliche Probleme sind Beispiele für so ein Ungleichgewicht. Jeder Bereich ist für sich alleine nichts wert, wenn einer der anderen völlig vernachlässigt wurde. Du brauchst die Balance – und diese erhältst Du am leichtesten mit täglichen kleinen Aktionen:

Körper

Wenn Du diesen Blog liest, ist dieser Bereich für Dich wahrscheinlich bereits sehr präsent. Gleichzeitig ist es ein Bereich, den wir meistens erst schätzen, wenn es zu spät ist.

Hast Du Dir heute bereits einmal bewusst gemacht, wie schön es ist, dass Dich Deine Füsse ohne Schmerzen tragen? Und wie bewusst ist Dir dies, sobald Du eine Blase hast oder sie nach einem langen Tag in Highheels (oder Wanderschuhen) schmerzen?

Wie dankbar warst Du heute dafür, dass Dein Atem ein und ausströmt und Dein Körper mit frischem Sauerstoff versorgt wird? Ist Dir dies bewusster, wenn Du verschnupft bist oder auf einen Spray angewiesen bist?

Lass uns daher täglich präventiv an diesem Bereich arbeiten. Du findest auf diesem Blog eine Fülle an Anregungen, was Du tun könntest. Als Einstieg eignet sich zum Beispiel:

  • Eine ausgewogene, gesunde und naturnahe Ernährung
  • Tägliche Bewegung
  • Unterschiedliche Sportarten
  • 7 – 8 Stunden Schlaf pro Nacht
  • Ergänzung mit einem Vitaminpräparat
  • Reduktion von Genuss/Suchtmitteln (Zucker, Alkohol, Tabak, Drogen)

Umkehr ins Negative:

Es gibt immer auch ein „Zu viel“ in einem Bereich. Wenn Du täglich mehrere Stunden Sport machst, soziale Veranstaltungen ablehnst (aus Angst etwas Ungesundes zu tun) und „Genuss“ von Deiner Tätigkeitenliste gestrichen hast, ist es an der Zeit, Deine Aufmerksamkeit auch wieder anderen Bereichen zuzuwenden und Dich hier etwas mehr zu entspannen.

Geist

Als Kinder lernen wir täglich unglaublich viele neue Dinge. Auch in der Schule und später in der Ausbildung wird der Geist (mehr oder weniger freiwillig) gefördert. Danach folgen vielleicht noch ein oder zwei Weiterbildungen und plötzlich: Nichts mehr.

Dabei bleibt unser Geist nur dann fit, wenn wir ihn täglich verwenden, trainieren und uns selbst immer weiter fordern. Das kann auch Spass machen und muss definitiv nichts mit sturem Auswendiglernen zu tun haben.

Ich unterteile hier in kürzere Aktivitäten, welche täglich ausgeführt werden können und längere, welche vielleicht ein paar Mal pro Jahr durchgeführt werden:

Du könntest täglich

  • Ein Sudoku oder ein anderes Rätsel lösen
  • Ein paar Seiten in einem Buch lesen
  • Dir versuchen, den Einkaufszettel zu merken und nicht zu notieren (oder ihn einfach im Laden erst am Schluss aus der Tasche zu nehmen und zu überprüfen, ob du auch so an alles gedacht hast)
  • Einen Ted Talk ansehen
  • Mit dem Zufallsgenerator eine Seite auf Wikipedia lesen
  • Ein neues Programm lernen (Photoshop, Makros in Excel…)
  • Eine neue Tätigkeit erlernen

Ein paar Mal im Jahr versuche ich, entweder an einem Seminar teilzunehmen oder aber ein Weiterbildung zu machen. Dies kann auch online sein und muss nicht viel kosten (Auf Iversity gibt es z.B. unzählige kostenlose Lehrgänge auf Englisch oder Deutsch). Wichtig ist, dass Du Dir immer wieder neue Herausforderungen stellst und up to date bleibst.

Umkehr ins Negative:

Hier bedeutet eine Umkehr ins Negative zum Beispiel, dass Du Deine gesamte Freizeit mit Lernen verbringst. Oder Deinen Fokus hauptsächlich auf Deinen Geist legst und Deinen Körper oder auch Deine kreativen Seiten vernachlässigst. Es kann sein, dass Du momentan eine Lernphase hast und Dich auf eine Prüfung vorbereitest. In diesem Fall ist es natürlich, dass der Fokus sehr auf dem Geist liegt. Versuch aber wenigstens kleine „Lerninseln“ einzubauen und ab und zu einmal zu verschnaufen.

Seele

Dieser Punkt bringt keine direkten Vorteile und wird daher oft vernachlässigt. Du bekommst dadurch leider nicht Deinen Traumpartner, keinen sexy Body und leider auch keine Lohnerhöhung. Aber langfristig gesehen wirst Du glücklicher und ausgeglichener, wenn Du Dich diesem Punkt ebenfalls regelmässig widmest.

Unter Seele fallen Dinge wie z.B. 10 Minuten meditieren, beten, einem klassischen Musikstück lauschen oder Tagebuch schreiben. Wenn sich dies für Dich alles nicht sehr verlockend anhört, kannst Du Dir auch vornehmen, einfach ein paar Minuten täglich nur für Dich zu reservieren. Dir Deine Füsse zu massieren, einen Liebesroman lesen, etwas zeichnen, ein Bad nehmen oder einfach nur einmal durchatmen. Kümmere Dich um Dich selbst und erwarte nicht, dass das andere Leute übernehmen (sonst wartest du möglicherweise ewig).

Umkehr ins Negative:

Wenn man erst einmal merkt, wie gut einem meditative Praktiken tun, ist man manchmal versucht, sich ganz von der „Aussenwelt“ abzuschotten und sich nur noch um seine spirituelle Praxis zu kümmern. Dies kann möglicherweise Dein Weg sein – aber möglicherweise würde es Dir auch gut tun, Dich ab und zu wieder mit anderen Dingen zu befassen. Meditation ist eine hervorragende Möglichkeit, um im Alltag gut klar zu kommen. Ich finde es schade, wenn sie plötzlich zum Selbstzweck wird. Aber auch mit anderen Dingen kann man es übertreiben – liest Du tagelang oder liegst Du vor dem Fernseher und beruhigst Dich damit, dass Du ja Deiner Seele etwas Gutes tun sollst? Vernachlässigst Du dabei andere Bereiche? Dann ist es an der Zeit, etwas zu ändern.

Soziale Kontakte

Wenn Leute gefragt werden, was sie in ihrem Leben am glücklichsten macht, erwähnen sie beinahe immer Menschen. Ihre Kinder, den Partner, die Eltern oder Freunde. In anderen Studien wurde ermittelt, wie sich die Heilungschancen von schwer kranken Menschen voneinander unterschieden – gute Freundschaften haben diese stark erhöht. Und auch in Notsituationen sind diejenigen gut beraten, welche auf ihr soziales Netzwerk zählen können.

Trotzdem fällt mir selbst immer wieder auf, dass ich dringendere Dinge vorschiebe. Die Steuererklärung muss gemacht werden, der Blog verlangt seine Beiträge und der Vermieter erwartet einen Rückruf. In solchen Situationen habe ich es mir angewöhnt, kurz tief durchzuatmen und mich zu fragen, was wirklich wichtig ist. Und dann einfach mal das Durcheinander beiseite zu schieben und einer Freundin beim Umziehen helfen.

Versuche jeden Tag richtig wertvolle Zeit mit Deinen Kindern oder Deinem Partner zu verbringen. Wenn Deine Freunde weit weg wohnen, sind Skype-Videotelefonate oder auch normale Telefonate eine schöne Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben. Und viele alltägliche Arbeiten lassen sich zu zweit leichter meistern.

Umkehr ins Negative:

Es gibt Menschen, welche nur noch mit ihren Freunden „abhängen“, sich hauptsächlich in Bars aufhalten und eigentlich nichts mehr „erleben“. Andere wiederum widmen ihr gesamtes Leben einer anderen Person (z.B. dem Partner oder den Kindern) und vergessen dabei sich selbst. Es ist äusserst schwierig, sich aus solchen Beziehungen wieder zu befreien und ich empfehle hierbei immer einen Coach oder einen Berater.

Alltag

In vielen Ratgebern wird gefragt, was man tun würde, wenn man nur noch x Tage oder Jahre leben könnte. Und genau auf diese Dinge sollte man sich ab sofort konzentrieren.

Warum ist das keine so gute Idee?

Naja, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir länger als die x Tage leben. Und wenn Du dann die ganzen lästigen Alltagsarbeiten vernachlässigt hast, stehst Du irgendwann vor einem riesigen Knuddelmuddel, welches auch die anderen Lebensbereiche zerfrisst.

Kümmere Dich daher zeitnah um Deine Rechnungen, führe Reparaturen aus, erledige den Papierkram, putze die Wohnung und kaufe ein, was nötig ist. Ich weiss – niemand macht das besonders gerne – aber Du sparst Zeit, wenn Du die fälligen Aufgaben sofort erledigst. Ein Topf ist schneller geputzt, wenn die Speisereste noch nicht eingetrocknet sind. Sofortige Reparaturen sorgen dafür, dass Du Deine Geräte bald wieder verwenden kannst. Und einfach täglich 15 Minuten aufzuräumen, erspart Dir die ewigen Putzmarathons am Wochenende.

Umkehr ins Negative:

Ich gestehe – hier kann ich als Beispiel dienen. Wenn meine Wohnung chaotisch ist, kann ich mich nicht entspannen und ich räume lieber zuerst auf, bevor ich mich um irgendetwas anderes kümmere. Wenn es Dir auch so geht, gibt es eigentlich nur eines: Immer wieder einmal bewusst loszulassen und sich selbst auch kleine „Unperfektheiten“ zu gönnen. Muss die Wäsche wirklich gebügelt werden? Müssen alle Quittungen abgeheftet sein? Oder kannst Du Dir dabei einiges an Zeit sparen?

Karriere

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Punkt auf die Liste nehmen soll – denn wir arbeiten ja sowieso täglich (oder fast…) und die Weiterbildungen gehören zum Training des Geists. Aber einfach nur täglich zu arbeiten (oder auch den Haushalt zu schmeissen und die Kinder zu erziehen) hat nichts mit „Karriere“ zu tun.

Überlege Dir immer wieder einmal, wo Du genau hin möchtest. Wo Deine Prioritäten liegen. Und ob Du die richtigen Dinge tust, um diese zu erreichen. Es nützt Dir nämlich nichts, wenn Du in einer Firma Karriere machst, nur um an der Spitze festzustellen, dass Du eigentlich gar nicht dorthin wolltest. Und umgekehrt wird Dich tägliches fleissiges Arbeiten nicht zwingend an die Spitze bringen, wenn das Dein Ziel ist.

Bilde Dich weiter, besuche die Networking-Events, informiere Dich und sorge dafür, dass Du auch im Beruf Erfüllung findest.

Umkehr ins Negative:

Wenn Dein Fokus zu sehr auf der Karriere liegt, könnte es sein, dass Du auf ein Burn Out zusteuerst – oder aber, dass Dir die anderen Lebensbereiche langsam entgleiten. Denke daran – Du kannst den Erfolg nur dann wirklich geniessen, wenn Du gesund bist und es ist viel schöner, zu zweit zu feiern. Arbeite daher schon jetzt daran, die anderen Bereiche ebenfalls aufzubauen.

Wie weiter?

So – nun hast Du eine Fülle an Anregungen erhalten. Mir hilft es sehr, wenn ich mir Abends kurz überlege, ob ich alle Bereiche gleichmässig berücksichtigt habe. Dies muss nicht unbedingt auf Tagesbasis sein – aber auf Wochen- oder Monatsbasis solltest Du eine Balance herstellen können.

 

Hast Du weitere Ideen für die einzelnen Bereiche?

Deine nächste Mission zum besten DU:
Mach es Dir bequem und geh in Gedanken Deine letzten Tage durch. Gibt es einen Bereich, welchen Du vernachlässigst? Oder wird einer zu stark beansprucht? Wie könntest Du das ausbalancieren?


Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com

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12 comments

  1. Autsch! Damit hast du bei mir genau einen wunden Punkt getroffen. Den Artikel werde ich mir ausdrucken und an die Wand hängen, damit er mich immer wieder daran erinnert, einige Bereiche nicht zu vernachlässigen…
    Danke dafür!
    LG Nana

    1. Liebe Nana
      Ich finde es eine wunderbare Idee, den Artikel auszudrucken – ich habe mir die Bereiche auch gross auf eine Wandtafel geschrieben, damit ich sie immer im Blick habe.
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Hallo Ariana,

    cooler Artikel von Dir, bei dem mir spontan folgende Liste einfiel, die ich vor wenigen Wochen im Rahmen eines Führungstrainings meiner Company in die Hände gedrückt bekam.

    Dachte, ich sende Dir das mal rüber – Du magst ja wie ich Listen.

    16 x „Haken“ haben nur Lügner, aber bis zu 13 sollte man schon mitbringen – habe ich mir dann sagen lassen. Hab da auch erst einmal geschluckt und nur durch Zufall 13 mal „ja“ zu mir ja gesagt.

    Liste:

    Leading in Knowledge: IQ
    1. Have you read a book in the last month?
    2. Do you try a new app every month?
    3. Do you spend more than 1 hoer a week playing games: Sudoku, crossword, or chess, …?
    4. Do you regular use social media (twitter, facebook, yammer, instagram, rss, pinterest,..) as a source for breaking news?

    Leading the Collective: EQ
    5. Have you made a significant personal connection with somebody new in the last 3 months?
    6. Do you sometimes get your team together socially away from work?
    7. Do you know the names of the cleaners and receptionist in the office?
    8. Do you truly value some people for how different they are from yourself?

    Physical Intelligence: PQ
    9. Do you spend at least 4 hours a week exercising?
    10. Do you get enough sleep? (on avg. 7 hours)
    11. In the last year have you tried a new sport or physical activity?
    12. Do you pay attention to the nutritional content of what you eat?

    Leading self: SQ
    13. Do you spend more than 2 hours a week meditating or reflecting?
    14. Do you disconnect from technology once during the day for at least 1 hour?
    15. Do those around you have a clear idea of who truly you are and what drives you?
    16. Do you have a sense of purpose?

    Für mich ist das momentan eine meiner Lieblingslisten. Man kann sie natürlich auch nach oben oder unten beliebig erweitern oder gar verfeinern. ;-)

    Lieben Gruß aus München
    Andreas

    1. Lieber Andreas
      Oooooh, die Liste ist ja toll! Ich finde, dort sind richtig gute Punkte aufgeführt – und auch schön die unterschiedlichen Punkte angesprochen. Vielen Dank fürs Teilen.
      Liebe Grüsse
      Ariana

  3. Hey Ariana,
    ich selbst komme zwar eher aus der Ecke der körperlichen Fitness, habe das mit zufälligen Wikipedia Artikel habe mal probiert – Ja, was soll ich sagen, ich nehme zwar nicht immer den ersten, der mir vorgeschlagen wird, lerne aber stetig neues dazu.

    Kurz gesagt: Es gefällt.

    Vielen Dank
    Markus

    1. Lieber Markus
      Es freut mich sehr, dass Dir die Idee mit den Wikipedia Artikeln gefällt :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana

  4. Liebe Ariana,
    vielen Dank für deinen inspirierenden Artikel, hab mich direkt auf Iversity angemeldet!

    Viele Grüße
    Laura

    1. Liebe Laura
      Vielen Dank für Deine netten Worte – ich hoffe, Du findest dort viele inspirierende Kurse.
      Liebe Grüsse
      Ariana

  5. Man, gerade noch mal gutgegangen… als ich den Titel in der Vorschau las, war ich kurz davor, direkt genervt alles wegzuklicken… Diese „Was-du-unbedingt-solltest-List-Post“ derzeit gehen mir doch gewaltig auf den Senkel. Aber du hast ja die Kurve noch bekommen ;)

    1. Liebe Anna
      Ich fühle mich ja geschmeichelt, dass Du mir so sehr vertraust, dass Du den Beitrag trotz eines nervigen Titels noch weiterliest :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana

  6. Vielen Dank Dir, Ariana, für den Artikel. Wunderbar, dass Du statt der Aktivitäten Lebensbereiche gewählt hast. Die Vorstelllung, ich muss das und das tun, damit das und das eintrifft, das stresst mich. Lebensbereiche jedoch, das tönt gut, da habe ich sofort mehr Wahlmöglichkeiten, was ich alles innerhalb der einzelnen Bereiche machen könnte, wenn ich Lust dazu hätte. Heute so und morgen so. Das gefällt mir um Welten besser.:)

    Vielen Dank Dir, grossartiger Artikel.
    Ganz liebe Grüsse
    Heidi

    1. Liebe Heidi
      Ganz lieben Dank für Deine netten Worte – es freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt :-) Ich mache es sogar so, dass ich die Lebensbereiche immer auf eine Woche aufteile – und wenn ich auf einen heute keine Lust habe, kommt er halt morgen wieder dran.
      Ganz liebe Grüsse
      Ariana

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