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Belletristik: Mein Date mit der Welt

Mein Date mit der Welt

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Selbst gekauft) und Affiliate Links (Die Links zu Amazon). Mehr dazu hier.

Manchmal möchte ich einfach nur ein Wohlfühlbuch. Keines, bei dem man zitternd eine Seite nach der anderen umschlägt und sich fragt, ob die Heldin wohl überleben wird. Auch keines, bei dem man sich nach dem Ende zusammenkauert und einfach nicht versteht, wie der Autor einem das antun konnte. Sondern eines, bei dem man entspannt die Seiten umschlägt und sich vom Inhalt wie von einer Tasse warmen Schokolade einlullen lässt. So ein Buch ist Mein Date mit der Welt von Waltraud Hable

Der Klappentext

(Gemäss Amazon)

Was passiert, wenn eine Frau mit Ende 30 ihr altes Leben hinschmeißt, alle Ersparnisse zusammenkratzt und elf Monate alleine auf Weltreise geht – mit einem übergewichtigem Rollkoffer und jeder Menge Zweifel im Gepäck? Antwort: Der innere Kontrollfreak flippt erstmal aus und beruhigt sich dann damit, dass man auch mit drei fetten Spinnen im Zimmer und ohne die Lieblings-Bodylotion überleben kann.
Von Kapstadt bis Hawaii, von Rio bis Tokio: ein atemloser Trip, der von weißen Haien, falschen Ayurveda- Ärzten, kuriosen Zufällen, dem sich-Einlassen-aufs-Leben und so manchem Tinder-Date erzählt. Dass es dabei mitunter zu hormonellen Missverständnissen unterm Regenbogen kommt – Schwamm drüber, Krönchen richten und weiter geht’s! Es gibt so viel Leben zu entdecken.

Meine Meinung

Bücher über Reisen sind immer ein schwieriges Thema. Eine Weltreise ist heutzutage weder besonders beschwerlich noch sehr aussergewöhnlich – und wer gerne und viel reist, wird meistens auch nicht mehr von sagenhaften fremden Kulturen überrascht. Wenn dem Autor also nicht zufällig unterwegs etwas besonderes passiert und er diesen Zwischenfall dann auch noch zu beschreiben weiss, besteht akute “Langeweilegefahr”.

Es sei denn, die Autorin kann ihren Alltag so lustig beschreiben, wie Waltraud Hable. In diesem Buch glänzt sie nämlich nicht mit einem besonders ausgefallenen Inhalt, sondern mit einem äusserst unterhaltsamen Schreibstil. Dabei ist sie sich nicht zu schade, sich auch immer wieder über sich selbst lustig zu machen. Ich fand dieses “am Boden gebliebene” sehr erfrischend und fühlte mich immer wieder einmal an meine eigenen Reisen erinnert – wie zum Beispiel, als sie schildert, wie sie mit ihren besten Spanischkenntnissen versucht zu kommunizieren und sofort von einem Schwall Castellano zugetextet wird. Von dem sie natürlich kein Wort versteht.

Und dann… nun ja, dann gab es diesen Mann. Kein wirklich toller Mann, aber im ersten Hormonrausch geht so ein Esel schon mal als Araberhengst durch.

Die Reise selbst ist nicht besonders spektakulär. Waltraud erlebt zwar das eine oder andere aufregende (z.B. den Besuch eines Meditationsklosters oder die Stadt der toten Menschen in Indien), im grossen und ganzen ist es jedoch der Alltag, an dem sie uns teilhaben lässt und der fasziniert. Besonders lustig sind dabei ihre Versuche, über eine Dating-App Anschluss zu finden. Ob bereits verheiratete Männer in Südamerika oder schräge Menschen auf Hawaii – Abwechslung ist garantiert. Und sogar ein kleines bisschen Herzklopfen ist dabei.

Das Aufladen der U-Bahn-Karte ging vergleichsweise leicht. Ich legte dem jungen Verkäufer das Ticket vor und fuchtelte dann beschwörend wie eine Hexe vor seinem Gesicht herum.

Nach jedem Kapitel hat die Autorin einige Tipps zur Weltreise eingefügt – z.B. was man unbedingt einpacken sollte und was nicht oder wie man mit Besuchern während der Reise umgeht. Diese Ratschläge waren für mich auch eher amüsant zu lesen – etwa so wie eine Zeitschrift während einer langen Reise. Wer wirklich nützliche Informationen sucht, wird sich wahrscheinlich ein anderes Buch schnappen.

“Vielleicht sollten wir ihnen sagen, dass wir keine Hindus sind und nur diese eine Leben haben?”, japste ich, als wir wieder einmal bei einem besonders selbstzerstörerischen Exemplar zugestiegen waren und uns einem Kreisverkehr näherten.

Fazit:

Ich fand dieses Buch sehr unterhaltsam, locker-leicht ohne jeglichen tiefergehenden Anspruch. Manchmal macht es Spass, sich einfach nur unterhalten zu lassen.

Liest Du Bücher übers Reisen oder über Weltreisende? Gibt es besonders empfehlenswerte Exemplare und wenn ja, warum?


Das Buch wurde von mir selbst gekauft.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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