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Buchbesprechung: 24 perfekte Stunden

24 perfekte Stunden Rezension

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links. Mehr dazu hier.

Ein stetiges Auf und Ab. Anders kann ich meine Einstellung zu 24 perfekte Stunden von Aubrey Marcus nicht beschreiben. Während er Dir Stück für Stück aufzeigt, wie Du Deinen Tag perfektionieren kannst, wechselte ich konstant von einer Gefühlslage in die nächste. Warum ich von einer derartigen Ambivalenz heimgesucht wurde, erfährst Du im folgenden Beitrag.

Der Inhalt

Der Autor arbeitet sehr viel mit Metaphern. Zahlreiche davon sind so packend und grandios, dass ich meine Begeisterung kaum noch verbergen konnte. Andere brachten mich zum Schmunzeln und weitere schafften es, selbst komplexe Zusammenhänge einfach darzustellen.

So als würdest du aufwachen und müsstest sofort vor einem Raubtier flüchten. Das mag kurzfristig funktionieren, generell solltest du Koffein in aggressiven Dosen (ebenso wie aggressive Raubtiere) früh am Morgen jedoch meiden.

 

Das Mittelchen wirkt zwar nicht wie versprochen, haut aber seine hormonellen Krallen fest in deine Nebennieren und speichert gleichzeitig deine Bankkontodaten.

Bei der Vielzahl an Vergleichen ist es normal, dass manche nicht gerade meinen Geschmack treffen. Während einige davon irgendwie lustig sind (das erste untenstehende Beispiel), so wirken andere, als wäre der Autor auf dem Level eines vorpubertierenden Teenagers stehen geblieben. Vielleicht bin ich da auch etwas zu empfindlich – aber aus dem Mund eines  Mannes hört sich “Braten in der Röhre” und “in den Allerwertesten gevögelt” einfach zutiefst unpassend an:

In Bestsellern, in Blogs, in Nachrichtenbeiträgen – Darmbakterien sind zurzeit zu recht in aller Munde! (Ups, das klingt irgendwie eklig, oder?)

 

Ist dein Körper ein Ofen aus Metall? Nein – auch wenn die eine oder andere Frau, die diese Buch liest, vielleicht gerade einen sprichwörtlichen Braten in der Röhre hat.

 

Zucker ist der grösste Antinährstoff überhaupt. Wenn du schon wieder vergessen hast, wie schlimm Zucker deine Gesundheit in den Allerwertesten vögelt, dann blättere ruhig noch mal zurück zu Kapitel 3.

 

Manchmal kommt das Gück von selbst und weht durch die Luft wie der Furz eines Einhorns. Aber manchmal müssen wir eben dorthin gehen, wo die Einhörner leben, und kräftig an ihren Ärschen schnüffeln.

Damit hätten ich genügend Worte über den Sprachstil verloren. Ausser vielleicht noch, dass die einzelnen Kapitel sehr gut aufgebaut sind. So findest Du immer zuerst einen Bereich, in welchem gezeigt wird, wie etwas nicht angegangen werden sollte. Anschliessend siehst Du eine bessere Methodik und schlussendlich bekommst Du konkrete Handlungsempfehlungen.

Dort haben mir insbesondere die “Profitipps” sehr gut gefallen und hielten noch einiges an neuem Wissen für mich bereit. War es Dir zum Beispiel bekannt, dass es möglich ist, über Ohrstöpsel eine Lichttherapie zu bekommen? Oder was eine Kryotherapie und binaurale Beats sind?

Natürlich sind nicht alle Ratschläge so komplex. Die Dufttherapie für Dein Büro, mehr Zeit um zu spielen, gesunde Rezepte, spannende Workouts oder einfache neue Gewohnheiten kann wahrscheinlich jeder umsetzen und sorgen dafür, dass Du einen besseren Tag verbringst.

24 perfekte Stunden Aubrey Marcus

Aubrey Marcus nimmt in diesem Buch auf viele Menschen Bezug, deren Bücher ich ebenfalls kenne und schätze. Darunter sind z.B. Wim Hof, Arianna Huffington, Anthony Robbins, Tim Ferriss oder das Buch Stealing Fire. Daher war es nur logisch, dass mir viele Ideen bereits bekannt vorkamen. Das muss aber nichts schlechtes sein – wenn Du nicht allzu viel liest, findest Du in 24 perfekte Stunden eine grosse Menge an hervorragenden Ideen versammelt und sparst Dir die Lektüre von 100 verschiedenen Büchern.

Leider hat Aubrey Marcus auch zahlreiche Hacks vorgestellt, welche ich nicht besonders toll fand. Insbesondere hat mich gestört, dass er an einem perfekten Tag die Einnahme von Alkohol und Nikotin empfiehlt und Dir anschliessend vorschlägt, noch ein wenig zu kiffen. Versteh mich nicht falsch – ich möchte Dir nicht jeden Spass verderben. Aber es geht in diesem Buch darum, den perfekten Tag zu erreichen und nicht um ein Gläschen Alkohol bei einer Feier. Jeden Tag Alkohol, Cannabis und Nikotinkonsum anzustreben finde ich fahrlässig – auch wenn er noch kurz am Rande erwähnt, dass man es nicht übertreiben solle.

Andere Ratschläge waren lediglich etwas kurios:

Egal ob es sich dabei um eine Mücke, einen Skorpion, einen Bären oder einen geisteskranken Menschen handelt, wenn dir im Schlaf jemand ans Leder will, bist du leichte Beute.

So empfiehlt er Dir, Dich vor dem Schlaf regelrecht einzuschliessen (Alarmanlagen, Türen abschliessen) und anschliessend so hinzulegen, dass die starke Hand oben ist, damit Du Dich im Falle eines Angriffs verteidigen kann. Ich denke nicht, dass diese Geisteshaltung einen ruhigen Schlaf fördert.

Aubrey Marcus findet zudem, Essen sollte Genuss sein und empört sich über eine Firma, welche Shakes als Ersatz für Nahrung hergestellt hat. Wenige Seiten später empfiehlt er Dir, Deine Frühstücksflocken mit Essstäbchen zu essen, um langsamer zu essen. Ich bezweifle ganz stark, dass dies dazu führt, das Essen mehr zu geniessen.

Eine sehr gute Idee war, sich immer wieder einmal sämtliche Gedanken von der Seele zu schreiben. Wenn man Angst hat, dass jemand diese Seiten lesen könnte, solle man sich doch einfach ein Google Konto zulegen und auf diese auf der Cloud abspeichern. Da gibt es meiner Meinung nach deutlich sichere Methoden.

Nebst diesen kuriosen Tipps war auch einiges dabei, das wahrscheinlich einfach nicht besonders viel hilft. Gerade beim Sex springt er vor allem auf den Shades of Grey Zug auf und empfiehlt verschiedene Dominanzspielchen, um wieder mehr Pep ins Liebesleben zu bringen. Das klingt für mich nicht besonders erfolgsversprechend, wenn nicht beide tatsächlich diese Vorlieben haben und sie bisher einfach versteckt/ unterdrückt gehalten haben.

Alles in allem findest Du in diesem Buch eine Fülle an sinnvollen Ideen für einen besseren Tag. Gleichzeitig empfehle ich die Lektüre aber nur Menschen, die die Tipps sinnvoll hinterfragen können. Gerade weil ich hinter manchen Ratschlägen überhaupt nicht stehen kann, werde ich die neuen Hacks erst einmal kritisch prüfen – einfach weil ich nun weiss, dass er nicht ganz die gleichen Werte wie ich vertritt. Da es dennoch unglaublich viel nützliche Informationen beherbergt, bin ich überzeugt, dass fast jeder ein paar sinnvolle Tipps daraus ziehen kann.

Du bist noch unsicher? Hier findest Du weitere Informationen und eine Leseprobe zu dem Buch.


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim riva Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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