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Buchbesprechung: Affen im Kopf

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links. Mehr dazu hier.

Bei sehr vielen Büchern kannst Du Dich vor klugen Inhalten kaum retten. Wenige schaffen es allerdings, den Motor der Änderung in Dir zum Rollen zu bringen. Affen im Kopf von Ronald Schweppe und Aljoscha Long ist so eines – nebst bester Unterhaltung sorgen sie auch dafür, dass so einiges in Bewegung kommt.

Der Inhalt

Ich fand den Aufbau dieses Buches ziemlich clever. So lernst Du erst einmal Herrn K. kennen, welcher wiederum mit einem Dr. Rabe ein Gespräch beginnt. Dieser hilft ihm, zu verstehen, was in seinem Kopf so los ist und weshalb er nicht so glücklich ist, wie er eigentlich sein könnte. Dabei spielt vor allem eine unkontrollierte Affenbande eine Rolle. Natürlich hat Herr K. nicht tatsächlich Affen als Haustiere – die Metaphern helfen Dir jedoch, sehr leicht zu verstehen, was eigentlich in unseren Köpfen passiert.

Darin geht es nämlich ziemlich bunt hin und her. Es gibt den Affen der Angst, den Affen der Sorgen, den Affen der Selbstzweifel, den Affen der Unzufriedenheit, des Ärgers, der Urteile, der Fantasien, der Vergangenheit, der Zukunft, der Gier, des Hasses und der Verwirrung. Alle diese Affen toben herum und bringen Dich mal mehr und mal weniger aus dem Gleichgewicht.

Genauer gesagt: Er sass in einer Hütte in der Mitte eines kleinen Dorfes, durch das ein Haufen Affen tobte. Und auch Herr K. war ein Affe. Vor ihm sass ein weisser Rabe, der ihn mit klugen und freundlichen Augen an. Der Rabe öffnete den Schnabel und sprach: „Dafür dass Sie der Häuptling der Affenhorde sind, haben diese Affen ziemlich viel Macht über Sie.“

Aus „Affen im Kopf“

Im ersten Teil des Buches wird diese Affenbande genauer vorgestellt. Dabei lernst Du, was diese mit Dir machen und wie sie Dich beeinflussen. Durch die Mischung zwischen den Geschichten über Herrn K., den wissenschaftlichen Details und gleichzeitig hilfreichen Tipps (und einer grossen Portion Humor) wird die Lektüre nie langweilig.

Möglicherweise ist Dir nach dem ersten Teil jedoch noch nicht ganz klar, welche Affen Dich vor allem beherrschen. Hierzu fand ich den Test in der Mitte ganz nützlich – so erfährst Du, welchen Problemen Du Dich am Besten als erstes widmest.

Oftmals passiert es auch, dass verschiedene „Affen-Sorten“ gleichzeitig auftreten. Diese werden als Mafias bezeichnet – so besteht z.B. die Falten-Mafia aus den Affen der Selbstzweifel, der Verwirrung und der Sorge. Die Autoren stellen einige dieser Banden im Detail vor und zeigen ganz klar, wie sich diese auf Deinen Alltag auswirken.

Die Sorgen-Affen haben eine zentrale Frage, die sie umtreibt: „Was könnte Schlimmes geschehen?“ Und das ist ein guter Trick, damit der Verstand auch brav mitspielt und die Affen langfristig am Leben hält. Denn es könnte ja in der Tat alles Mögliche passieren. Auch das Schlimmste. In der nächsten Minute könnte ein grosser Meteor einschlagen und 90 Prozent allen Lebens auf der Erde vernichten. Also lies lieber schneller…

Aus „Affen im Kopf“

Zu wissen, was da in unseren Köpfen so passiert ist das eine. Das andere ist der Wunsch, dies aktiv zu ändern. Auch dafür haben die Autoren eine Lösungsstrategie zur Hand, welche sie im zweiten Teil des Buches ausführlich beschreiben. Dabei arbeiten sie mit der W.A.H.L.-Methode – Wahrnehmen, Annehmen, Hier und Jetzt und Loslassen. Jeder dieser Punkte wird ausführlich beschrieben und Du erfährst, wie Du clever mit den Affen zusammenarbeiten kannst.

Man sagt nicht umsonst: „Ich ärgere mich!“ In der Tat: Man ärgert sich immer selbst. Die äusseren Umstände können das nämlich gar nicht. Die möglichen schlimm sein, ja sogar so schlimm, dass du sie unbedingt ändern musst – aber was sie nicht tun, ist, Ärger in dir zu produzieren. Das machst du selbst.

Aus „Affen im Kopf“

Da die W.A.H.L.-Methode eher langfristig wirkt, braucht es manchmal auch einfach eine Sofortlösung. Dafür ist der letzte Teil des Buches gedacht. Mit den Strategien darin, kannst Du Dir ganz einfach affenfreie Zonen im Alltag schaffen (z.B. indem Du mehr Flow in den Alltag einbringst). Selbstverständlich turnen in unseren Köpfen nicht nur destruktive Affen herum. Am Ende des Buches gehen die Autoren daher nochmals auf die „Happy Monkeys“ wie z.B. die Affen des Vertrauens oder die Affen des Mitgefühls ein.

Wahrscheinlich wirst Du viele der Ratschläge in diesem Buch schon einmal irgendwo gehört haben. Gerade weil die Autoren die Themenbereiche so clever miteinander verbinden, hatte ich jedoch sehr viele Aha-Momente. Die klaren Handlungsempfehlungen machen es zudem leicht, etwas im Alltag zu ändern und ich habe in den paar Wochen nach der Lektüre schon gemerkt, dass ich viel gelassener bin. Alles in allem kann ich das Buch daher jedem ans Herz legen, der Wert darauf legt, etwas in seinem Leben zu verbessern.

Immer früher werden Menschen von der Angst befallen, nicht mehr jung zu sein. Äusserlich. Denn über das innere Altern, die Arthrose der Gedanken, die Falten in unseren Gefühlen, die Speckschwarten, die sich über unsere Neugier und Kreativität legen – darüber machen sich kurioserweise die wenigsten Menschen Gedanken.

Aus „Affen im Kopf“

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim mvgverlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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