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Buchbesprechung: Das Kochbuch zum Veganuary

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Links Mehr dazu hier.

Unter anderem auch wegen meiner Ausbildung zum Precision Nutrition Ernährungscoach stehe ich Büchern zum Thema „vegane Ernährung“ eher etwas skeptisch gegenüber. Nicht weil „vegan“ per se falsch wäre – aber in vielen Büchern wird viel zu viel Halbwissen oder gar Falschwissen auf einen grossen Haufen gestapelt, um die Ernährungsform als einzig richtige zu propagieren. Der stetige Hauch von Missionierung tut dann sein Übriges, um mich zu irritieren und mit ein paar geschickten Fragen würde der ganze Turm einstürzen.

Umso mehr freue ich mich natürlich, wenn ich ein Buch in die Hand bekomme, welche das Thema sympathisch und gleichzeitig auch fachlich korrekt beschreibt. Um so ein Buch handelt es sich bei Das Kochbuch zum Veganuary von Patrick Bolk.

Der Inhalt

„Veganuary“ – was soll denn das schon wieder heissen? Nun – genau genommen heisst es, dass ich das Buch irgendwie zu spät rezensiere. Es handelt sich dabei nämlich um eine kreative Wortschöpfung zwischen Vegan und January. Wenn Du Dich – von guten Vorsätzen beflügelt – den ganzen Januar vegan ernährst, bist Du im Veganuary.

Nun ist Januar schon wieder vorbei und wir können von Glück sprechen, dass man so ein Kochbuch auch im Februar, März, April oder einem anderen Monat verwenden kann. Grundsätzlich ist die Idee, einen Monat lang eine neue Ernährungsform auszuprobieren nämlich sehr genial.

Grundsätzlich benötigst du also keinerlei „vegane Spezialprodukte“, aber natürlich kann es grossen Spass machen, neue Produkte und Rezepte auszuprobieren.

Aus „Das Kochbuch zum Veganuary“

Einerseits ist ein Monat lang genug, um vielleicht schon die ersten Veränderungen wahrzunehmen. Andererseits ist er auch wieder kurz genug, um Dir nicht die Motivation zu nehmen und ein absehbares Ziel zu bieten. Und wer weiss – vielleicht bist Du danach ja so begeistert, dass Du die eine oder andere neue Gewohnheit (oder sogar alle) weiterhin umsetzt.

Musst Du nun ständig den Taschenrechner in die Hand nehmen, um den Nährstoffgehalt deiner Nahrung zu berechnen? Keine Angst, auf keinen Fall. Denn hier kommt die nächste gute Nachricht. Solange du dich abwechslungsreich, möglichst frisch und vollwertig ernährst, solltest du bestens mit allem versorgt sein, was dein Körper benötigt!

Aus „Das Kochbuch zum Veganuary“

Der Aufbau des Buches orientiert sich somit auch an einem Monat. Der Theorieteil ist in 31 kurze Kapitel aufgeteilt, damit Du Dir jeden Tag ein bisschen Theorie zur veganen Ernährung zu Gemüte führen kannst.

Ich fand diese Aufteilung genial. Auch wenn Du mal wenig Zeit hast, so ist eine Doppelseite pro Tag doch durchaus machbar. Ausserdem erfährst Du dadurch Häppchenweise innerhalb eines Monats alles, was Du wissen musst. Dabei beginnt die Theorie sehr allgemein: Was essen Veganer eigentlich, was bedeutet diese Ernährungsform für Deine Gesundheit und woher bekommt man überhaupt vegane Produkte?

Es darf zum Glück jeder für sich selbst entscheiden, ob Fleischersatz auf den persönlichen Speiseplan kommt oder eben nicht. Auch eine reine Gemüseküche kann kreativ und lecker sein. Für viele sind Ersatzprodukte aber zumindest eine gute Brücke in die vegane Ernährungsweise oder wenigstens gelegentlicher Genuss, da man mit ihrer Hilfe gewohnte Geschmäcker und Gerichte erzeugen kann.

Aus „Das Kochbuch zum Veganuary“

Im Verlauf des Monats werden die Thematiken intensiviert. Da wird vegan gebacken, die Getränke auf „vegantauglich“ geprüft und auch die Themen „vegan am Arbeitsplatz“ oder „vegan unterwegs“ angesprochen. Klasse fand ich, dass zudem jeden Tag 4 vegane Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Snacks) vorgeschlagen wurden. Zudem hat mich der Schreibstil einfach von A bis Z begeistert. Unglaublich sympathisch, niemals missionierend, fachlich überzeugend und jeweils mit klaren Handlungsempfehlungen oder auch Zusatzinformationen (z.B. Links zu weiteren veganen Rezepteblogs).

Was aber tun, wenn du mit starker Ablehnung konfrontiert wirst, mit Vorurteilen oder gar Vorwürfen? Du musst und darfst in jeder Situation selbst entscheiden, ob du dich darauf einlassen möchtest. Vielleicht weisst du von vornherein, dass sich eine Diskussion nicht lohnt – dann vermeide sie am besten, wenn du dich nicht aufregen möchtest. Überleg dir auch, ob du generell von dir aus das Thema ansprechen möchtest. Die Grillparty bei Freunden ist dann jedoch vermutlich nicht der beste Zeitpunkt für Diskussionen – auch nicht, wenn sich jemand über deine Tofuwürstchen lustig macht.

Aus „Das Kochbuch zum Veganuary“

Im zweiten Teil des Buches geht es mit den Rezepten los. Diese haben mich ebenfalls überzeugt. Einerseits sind sämtliche notwendigen Informationen (Nährwerte, klare Anweisungen, Zusatztipps & Ideen) vorhanden. Andererseits sind sie relativ leicht nachzukochen und liefern viele Ideen für vormals nicht-vegane Gerichte. Ich hätte eine Angabe zur Zubereitungszeit noch hilfreich gefunden – schliesslich macht es schon einen Unterschied, ob Du für Soja-Schnitzel nun 30 Minuten oder 60 Minuten in der Küche verbringst. Die toll aufgemachten Fotos animieren ebenfalls zum Nachkochen.

Mit jeder Entscheidung für eine vegane Alternative tust du dir, der Umwelt und natürlich den Tieren etwas Gutes. Das heisst aber umgekehrt nicht, dass du nun ganz dogmatisch und stetig missionierend durch die Welt ziehen musst. Als „as vegan as possible“ bezeichnet man einen etwas entspannteren Ansatz, also so vegan wie eben gerade möglich zu leben.

Aus „Das Kochbuch zum Veganuary“

Wenn Du einen luftig-lockeren Einstieg in die vegane Ernährungsweise suchst, kann ich Dir dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Es macht Spass zu lesen, vermittelt viele spannende Informationen und liefert zudem zahlreiche leckere Rezepte – was will man mehr?

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den riva Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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