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Buchbesprechung: Die Erfindung von Alice im Wunderland

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Links Mehr dazu hier.

Die meisten von uns möchten manchmal den Alltag einfach hinter sich lassen und in eine andere Welt abtauchen. Mit Büchern geht das besonders gut. Aber hast Du Dich schon einmal gefragt, wer diese fantastischen Welten überhaupt entwickelt? Oder wie ein Autor auf gewisse Ideen kommt? In Die Erfindung von Alice im Wunderland von Peter Hunt werden manche Geheimnisse zu diesem Klassiker gelüftet.

Der Inhalt

Die Kinderbücher „Alice im Wunderland“ und sein Nachfolger „Hinter den Spiegeln“ sind wahrscheinlich fast jedem ein Begriff. Selbst wenn Du sie nicht selbst gelesen hast, bist Du mit Sicherheit irgendwann schon einmal darüber gestolpert – und sei es nur bei der letzten Verfilmung von Tim Burton. Diese ist übrigens schon überraschende 10 Jahre her. Das ist insbesondere daher überraschend, weil ich bei der Erstellung dieses Beitrags dachte, dass der Film noch total aktuell sei.

Da gibt es keine Überlänge, kein Beiwerk, keine Nebensächlichkeiten, kaum irgendeine Abweichung von einer auf das Kind ausgerichteten Erzählstimme: Wir haben es hier mit Büchern zu tun, in denen ein erstaunlich beweglicher, komplexer uns spielerischer Geist unmittelbar und emphatisch mit seinem Publikum kommuniziert.

Aus „Die Entstehung von Alice im Wunderland“

In „Die Entstehung von Alice im Wunderland“ beleuchtet Peter Hunt die Entstehungsgeschichte dieser Romane und geht dabei auch ausführlich auf die Biographie des Autors ein. Dabei fand ich es ziemlich bezeichnend, dass bereits bei dem Namen des Autors nicht ganz klar ist, ob er nun Charles Dodgson oder Lewis Carroll genannt werden soll.

Aber wenn Du Dich tiefer in diesen Band versenkst, tauchen von Seite zu Seite neue Fragen auf.

Und so trieben die Ideen für die „Alice“-Bücher nicht nur auf der Isis dahin, sondern auch auf dem Substrat eines ganzen Jahrhunderts an Kinderliteratur und volkstümlicher Kultur und Kusnt: Was Dodgson zu tun blieb, war es, jene persönlichen Details hinzuzufügen, die die reale Alice und ihre Geschwister ansprechen würden.

Aus „Die Entstehung von Alice im Wunderland“

Es liegt in der Natur diese Genres, dass zahlreiche phantastische Elemente vorkommen. Heutzutage wäre dies möglicherweise nicht mehr allzu besonders, wenn man das Buch jedoch im Kontext seiner Entstehung ansieht (vor über 150 Jahren), sieht dies ganz anders aus. Daher fand ich es äusserst spannend, dass der Autor auch viele Details zur damaligen Kultur im Bereich Kinderbücher lieferte.

Nachdem Du ausführlich erfahren hast, in welchen Zusammenhängen die Bücher geschrieben wurden, geht der Autor auch auf zahlreiche Deutungsmöglichkeiten ein. Gerade die phantastischen Elemente lassen sich natürlich hervorragend als Platzhalter für alles Mögliche sehen. Ich fand es daher sehr sympathisch, dass immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass es nicht ganz einfach sei, zu entscheiden, was reiner Zufall ist und wann Lewis Carroll tatsächlich bewusst eine Symbolik eingebaut hat.

Aber im Laufe der Zeit gibt es in den Büchern eine allmähliche Verschiebung weg von einer Beschäftigung mit Erfahrungen, die Alice, ihre Schwestern und Dodgson teilten, hin zu dem, was Dodgsons höchst eigenwilligen Geist beschäftigte.

Aus „Die Entstehung von Alice im Wunderland“

Ich fand das Buch schon inhaltlich sehr spannend. Besonders überzeugt hat mich jedoch die traumhafte Gestaltung. Die zahlreichen Bilder erlauben einen detaillierten Einblick in die unterschiedlichen Alice im Wunderland Veröffentlichungen. Dabei sieht man z.B. auch sehr gut, wie sich das Bild der Alice über die Jahre verändert hat.

Gleichzeitig sind auch zahlreiche Fotos oder Originalskizzen abgebildet. Toll fand ich zudem, dass immer wieder Texte aus den Büchern (z.B. Lieder oder Gedichte) mit ähnlichen Liedern aus der damaligen Zeit verglichen wurden. Somit erhält das Buch beinahe schon wieder etwas poetisches.

Selbst wenn man die Komplexität von Dodgsons Denken berücksichtigt, besteht die offensichtliche Gefahr, dass wir, Verschwörungstheoretikern gleich, hinter jeder Zeile eine geniale Wendung vermuten.

Aus „Die Erfindung von Alice im Wunderland“

Alles in allem ist dieses Buch sowohl optisch ein Highlight als auch inhaltlich unglaublich interessant, wenn Du Dich für die Entstehungsgeschichte von Literatur interessierst.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den wbg Theiss Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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