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Buchbesprechung: Fit for Running

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links Mehr dazu hier.

Meine Sportbücher-Bibliothek ist mittlerweile grösser, als diejenige aus zahlreichen Buchgeschäften. Man könnte daher meinen, dass ich bereits alles gelesen habe, was es zu Sport zu schreiben gibt. Weit gefehlt. Immer wieder passiert es, dass mich ein Buch so vom Hocker haut, dass ich jedem davon vorschwärme, der mir über den Weg läuft. Zuletzt durften sich alle meine Begeisterung über „Fit for Running“ von Manuela Dannwolf anhören.

Der Inhalt

Seien wir ehrlich: Der grösste Teil der Läufer liebt das Laufen. Nicht das Stabitrainig. Gleichzeitig wissen aber mittlerweile alle, dass man um ein ergänzendes Krafttraining nicht herumkommt, wenn man länger und vor allem verletzungsfrei laufen möchte. Und ein bisschen dehnen wäre natürlich auch noch gut. Und wie kann man nochmals die Ausdauer gezielt trainieren?

In „Fit for Running“ erläutert die Autorin zu Beginn erst einmal, warum es auf Dauer eben nicht reicht, einfach oft zu joggen. Einerseits könnte es früher oder später zu Verletzungen kommen, andererseits winkt auch schon das berühmt-berüchtigte Leistungsplateau. Und auch wenn man primär rennt, um Gewicht zu verlieren, hilft es, noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen zu haben, damit die Waage nicht plötzlich stagniert.

Doch dieses Hochgefühl hat seinen Preis. Denn viele Laufverletzungen rühren daher, dass zu viel, zu schnell und zu häufig gelaufen wird – meist in wilder Kombination und in völligem Unverstand, angespornt durch den Applaus der anderen, angestachelt durch den „quick fame“ der Social Media Welt.

Aus „Fit for Running“

Selbstverständlich werden Dir in diesem Buch auch Lösungen geboten. Auf eine locker-leichte Art zeigt Dir die Autorin, auf was Du beim Training achten musst. Sie fasst dies in ihrer S-M-A-R-T-E-R Formel zusammen:

  • Stabilität
  • Mobilität
  • Ausdauer
  • Running
  • Terrain
  • Equipment
  • Regeneration

Jedem dieser Themen ist ein ausführliches Kapitel gewidmet, in welchem Du erfährst, was dabei besonders wichtig ist. Dabei gefiel mir der Schreibstil ausgesprochen gut: Die Autorin schafft es mühelos, die Liebe zum Laufen über die Buchstaben auf dem Papier zu transportieren – nach der Lektüre wäre ich am Liebsten jedes Mal direkt losgerannt. Auch wenn sie ernste Themen wie z.B. Verletzungsprophylaxe bespricht, wirkt es dabei nie oberlehrerhaft sondern klar, einfach und menschlich-nah.

Bitte denke also – bei allem Ehrgeiz – daran: Das Laufen ist kein Wettkampf! Es ist ein wundervolles Abenteuer, bei dem du, mit kindlicher Neugier, immer wieder Neues lernen darfst. Es ist ein wertvolles Geschenk, das du geniessen und auskosten kannst. Es ist eine Spielwiese, die zum Austoben da ist, die dich aber auch manchmal dazu einlädt, innezuhalten und den Wolken beim Vorbeiziehen zuzuschauen.

Aus: „Fit for Running“

Nachdem Du nun eine ganze Menge an Hintergrundwissen erhalten hast, geht es ran an die Praxis. Erst einmal werden die zahlreichen Übungen vorgestellt. Dabei gefiel mir besonders gut, dass Du bei jeder Übung auf einem Blick erkennst, was für Equipment Du benötigst und bei welchem Trainingsprogramm die Übung integriert ist.

Die Bilder sind sehr klar und der Text sorgt dafür, dass Du die Übungen perfekt ausführen kannst. Manchmal findest Du zudem noch weitere Informationen wie z.B. schwierigere oder leichtere Versionen oder unterschiedliche Varianten.

Am Besten gefiel mir aber der letzte Teil des Buches – die Trainingsprogramme. Dabei kombiniert die Autorin das Fitnesstraining mit dem Lauftraining, damit Du das Beste aus beiden Welten bekommst.

Du erfährst zu Beginn, wie Du die Programme zu „lesen“ hast, was also z.B. ein Ruhetag genau ist, wie sich das Warm Up zusammensetzt oder was Tabata ist.

Wenn sich an einem Punkt im Körper etwas ändert, verändert sich das ganze System. Das erklärt, warum Schmerzen oft an ganz anderen Stellen auftreten als dort, wo ihr Ursprung liegt. Zu dieser Einheit zählt im Übrigen auch der Kopf, denn Faszien können nicht nur auf Fehlbelastungen und Fehlhaltungen, sondern auch auf Stress und emotionale Belastungen reagieren. Der Körper sollte also als eine grosse Einheit verstanden – und trainiert – werden.

Aus „Fit for Running“

Anschliessend findest Du 12 Trainingsprogramme, von welchen jedes einen besonderen Fokus und damit auch ein anderes Ziel hat. Manche sind mehr gesundheitsbetont (z.B. „Gesunder Rücken“ oder „Kopf frei“), manche fokussieren sich auf die Optik („Abnehmen“ oder „Körperstraffung“), manche auf Kraft (z.B. „starke Arme“ oder „starke Beine“) und für die Fortgeschrittenen gibt es noch besondere Hardcore Kombinationen (z.B. „Schnelligkeit“ oder „Next Level“).

Jedes Programm dauert zwischen 2 – 4 Wochen und Du trainierst dabei 3 – 4 Tage pro Woche. Toll fand ich, dass für jeden einzelnen Trainingstag genau angegeben wurde, was zu tun ist. So liegt z.B. der Fokus an einem Tag auf der Hüfte. Du läufst Dich dabei erst ein, führst anschliessend einige Mobility Übungen durch, läufst danach 30-Minuten langsam und unterbrichst alle 5 Minuten für eine Kräftigungsübung. Nach einem Cool Down gibt es nochmals einige Stretching Übungen für die Hüfte.

Diese Kombinationen zwischen Kraft, Laufen, Mobility und Stretching fand ich super, da sie das Lauftraining einerseits auflockern und andererseits auch einiges an Zeit einsparen.

Ich gebe zu – ich habe mich noch an kein Programm im Detail gehalten, da ich es nicht schaffe, 3x pro Woche zu laufen. Allerdings ergänze ich mein Lauftraining regelmässig mit einem der Trainings und fand das bisher immer richtig motivierend. Schön war, dass die Autorin dabei auch auf praktische Aspekte geachtet hat. Du musst z.B. nicht x-Mal eine Bank suchen, sondern nur einmal und kannst dann alle Übungen dort machen. Selbstverständlich musst Du auch keine schweren Hanteln mittragen, sondern arbeitest mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Minibändern.

Ich fand das Buch sehr motivierend und kann es jedem Läufer ans Herz legen, welcher sein Lauftraining auf das nächste Level heben möchte.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den riva Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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