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Buchbesprechung: Functional Training

Functional Training

Ein Trend, der sich schon seit vielen Jahren im Sportbereich hält, ist “Functional Training”. Da das Thema bereits so bekannt ist, war ich sehr gespannt, ob ich dennoch etwas neues in der komplett überarbeiteten Neuausgabe von Functional Training von Michael Boye lernen würde.

Der Inhalt

In den meisten Sportbüchern erfährst Du zuerst etwas über die Theorie und danach werden die einzelnen Übungen vorgestellt. Das Buch Functional Training gleicht diesem Aufbau zu Beginn ebenfalls. Falls Du mit diesem Thema nämlich noch nicht so vertraut bist, wird Dir die Einleitung zum Thema Funktionalität sehr gut gefallen. Michael Boye erläutert in diesem Kapitel, was dieses Wort überhaupt bedeutet und weshalb es nichts mit Langhanteltraining auf einem Gymnastikball zu tun hat.

Er geht jeweils davon aus, dass die Trainierenden eine “Hauptsportart” haben (z.B. Fussball) und das Training ergänzend dazu stattfindet. Daher beschreibt er auch erst einmal, wie Du herausfindest, was für Anforderungen Deine Sportart überhaupt hat und wie Du ein ergänzendes Trainingsprogramm zusammenstellen kannst. Wenn Du einfach grundsätzlich fitter werden möchtest, bist Du in der Gestaltung des Trainings dafür umso freier.

Functional Training

Daraufhin beginnen die Kapitel mit den Übungen:

  • Hartschaumrolle, Dehnen und dynamisches Aufwärmen
  • Unterkörpertraining
  • Core-Training
  • Oberkörpertraining
  • Plyometrisches Training
  • Gewichtheben

Im Unterschied zu anderen Büchern werden hierbei jedoch nicht einfach nur die Übungen präsentiert. Statt dessen lernst Du gleich zu Beginn, weshalb die Übungen sinnvoll sind. So sollte man z.B. einbeinige Kraft aufbauen, da in den meisten Sportarten Kraft auf einem Bein erzeugt werden muss. Du erfährst zudem, welche Muskeln beteiligt sind und wie man diese gezielt ansprechen kann. Die Übungsbeschreibungen sind ausserordentlich umfangreich und sehr genau – ausserdem wird jede Übung in einer Basisvariante gezeigt und daraufhin in schwierigeren oder einfacheren Versionen.

Es werden dabei alle möglichen Hilfsmittel eingesetzt: Von verschieden grossen Gymnastikbällen, Hanteln, Slideboards, Therabändern, Bänken, Gewichten, Kabelzug, Kettlebells… Das Buch ist daher besonders gut geeignet, wenn man entweder Zugang zu einem gut ausgerüsteten Fitnesscenter hat oder aber tatsächlich zu Hause ein richtig aufwändiges Gym eingerichtet hat. Viele der Hilfsmittel lassen sich leicht ersetzen (z.B. braucht man nicht zwingend ein Slideboard, sondern kann auch Pappteller auf dem Teppich verwenden), aber andere wie z.B. der Kabelzug sind nicht so leicht zu imitieren.

Interessanterweise wurden die Anfangs- und Endposition immer im gleichen Bild dargestellt:

Functional Training

Bei manchen Übungen fand ich das hervorragend, da man dadurch automatisch den richtigen Ablauf vor Augen hat. Bei anderen wiederum war ich mir nicht ganz sicher; Was für eine Hand ist das jetzt, die dort nach links zeigt? Für diese Fälle hat der Autor jedoch vorgesorgt: Du kannst Dich Online mit einem Passwort, welches Du im Buch findest, einloggen und erhältst Zugriff auf 71 Videos, welche einen grossen Teil der Übungen im Detail zeigen.

Beim Anmeldeprozess fand ich es etwas schade, dass man sich zwingend für den Newsletter anmelden muss und sich danach separat wieder abmelden müsste. Das ist nicht allzu praktisch. Als ich die Videos sah, war dies jedoch schnell wieder vergessen. Diese sind toll gegliedert und die Übungen werden wirklich sehr anschaulich präsentiert.

Besonders gut gefiel mir das Kapitel zur Hartschaumrolle und dem Aufwärmen, welches äusserst umfangreich ist und auch Mobilitätstraining beinhaltet sowie das Kapitel zum plyometrischen Training. Diese Aspekte werden sonst oft eher stiefmütterlich behandelt und fanden hier endlich einmal ihre verdiente Aufmerksamkeit. Wenn Du nun mit all den Übungen etwas überfordert bist, hilft Dir sicherlich das letzte Kapitel, in welchem sich einige Pläne finden, welche Du 1:1 verwenden kannst.

Die Aufmachung des Buches ist sehr schön und übersichtlich und der Schreibstil ist trotz der Komplexität auch für “Nicht-Fachmänner” gut zu verstehen. Ich würde das Buch daher jedem fortgeschrittenen Athleten oder Trainer empfehlen, welcher noch mehr Fachwissen zum funktionellen Training sucht und seine Leistungen deutlich steigern möchte.

 


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim riva Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst

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