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Buchbesprechung: Generation Allah

Generation Allah

Heute möchte ich dir ein Buch vorstellen, welches ich von einer Freundin geschenkt erhalten habe und von dem ich so begeistert bin, dass sich eigentlich am liebsten jedem empfehlen würde! Die Rede ist von Generation Allah von Ahmad Mansour.

Der Inhalt

Die Thematik ist aktueller denn je: Es vergeht kaum eine Woche, in welcher wir nicht von einem neuen Terroranschlag hören. Da drängen sich die Fragen auf, warum jemand zu so etwas fähig ist und was man gegen religiösen Extremismus tun könnte. Für mich ist es nicht ansatzweise nachvollziehbar, dass es tatsächlich immer wieder Jugendliche aus Deutschland oder dem angrenzenden Europa gibt, welche freiwillig in einen “religiösen Krieg” ziehen. Auf der Suche nach Antworten kam dieses Buch gerade richtig.

Der Autor Ahmad Mansour ist Islamismusexperte und Psychologe und betreut in seiner Arbeit Familien von radikalisierten Jugendlichen. Gleichzeitig macht er sich für Präventivkampagnen stark. In Generation Allah beschreibt er zuerst, wie er selbst Islamist wurde. Die Mischung zwischen eigenen Erfahrungen und psychologischen Erklärungen machen das ganze Buch für mich sehr glaubhaft. Danach geht er detailliert auf die Gründe ein, weshalb Jugendliche radikalisiert werden. Er bleibt dabei nicht an der Oberfläche, sondern analysiert die unterschiedlichsten Problembereiche: psychische Faktoren, allgemeine und soziologische Faktoren und die Verantwortung der Muslime.

Ich finde, bei diesem Thema ist es besonders schwierig, nicht einfach nur mit dem Finger auf die anderen zu zeigen oder in Plattitüden abzudriften. Das Problem liegt nicht einzig und alleine an einer Stelle, sondern ist ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Faktoren (z.B. dass in unserem Schulsystem nicht mehr wirklich eigenständiges Denken trainiert wird, dass Salafisten die besseren Sozialarbeiter sind oder der Buchstabenglaube nach wie vor gelebt wird). Ahmad Mansour bietet auch einige Lösungsansätze – hauptsächlich betreffen diese jedoch den Staat/ das System und können kaum von einzelnen Personen umgesetzt werden.

An dieser Rezension habe ich lange hin und her gefeilt und habe trotzdem schlussendlich immer das Gefühl, dass sie dem Buch nicht gerecht wird. Wenn ich Sterne vergeben könnte, würde ich mehr als die doppelte Anzahl verteilen – ich glaube das fast meine Begeisterung sehr gut zusammen.


 

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Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst

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4 comments

  1. Harter Tobak, mit dem man sich am liebsten überhaupt nicht auseinandersetzt. Mein Respekt.

    1. Ja – immer mal wieder versuche ich, mich mit schwierigeren Themen auseinanderzusetzen…

      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Wäre mir ebenfalls ein zu komplexes Thema.. Ich weiss nicht, ob ich bei einem solchen Buch abschalten könnte (Lesen ist für mich gleich Entspannung)

    1. Hallo Yvan
      Ich kann das gut nachvollziehen – ich lese manchmal ebenfalls sehr gerne zur Entspannung (dann aber lieber Romane) und manchmal bewusst etwas komplexeres 🙂
      Liebe Grüsse
      Ariana

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