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Buchbesprechung: Maximum Fitness

Maximum Fitness von Ross Edgley

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links. Mehr dazu hier.

Als mein Blick zum ersten Mal auf das Titelbild dieses Buches fiel, konnte ich noch nicht ahnen, was sich dahinter alles verstecken würde. Im ersten Moment sieht es nämlich wie ein ganz normales 08/15 Fitnessbuch aus – und nicht wie das fesselnde und vor allem unterhaltsame Werk, das es in Wahrheit ist. Aber dafür ist die Rezension zu diesem Buch ja da: Maximum Fitness von Ross Edgley 

Der Inhalt

Als ich dieses Buch zuklappte war mir klar: Dieser Typ, Ross Edgley, ist völlig verrückt. Aber auf eine gute Art – eine Art, die mich staunen, lachen oder einfach nur den Kopf schütteln liess.

So gibt es manche Menschen, die einen Triathlon laufen. Ross tat dies auch – allerdings packte er sich dabei einen Baumstamm auf den Rücken. Andere rennen einen Marathon und sind danach ziemlich hinüber. Ross war dies ebenfalls – allerdings zog er die ganze Zeit noch ein 1.4 Tonnen schweres Auto hinter sich her. Ein anderes Mal kletterte er so lange an einem Seil hoch, bis er die Höhe des Mount Everests erreichte – also 8’848 Meter.

Er belässt es jedoch nicht nur bei diesen Rekorden sondern nimmt Dich auch auf seine Reise zu ausgezeichneten Sportlern mit – seien dies nun Berg-Cowboys in Ecuador, die Royal Marines in Grossbritannien oder russische Ringer-Champions.

“Kämpfe!”, sagte er, als er zu den Matten ging. Ich empfand das eher als Befehl denn als Einladung, also folgte ich ihm eilig. Mithilfe der Notizen und einem Taschenbüchlein mit russischen Redewendungen versuchte ich, ihm zu erklären, dass ich noch nie zuvor gerungen hatte. Nikolai schaute lediglich etwas irritiert und begann mit den Dehnübungen.

Der unglaublich unterhaltsame Schreibstil des Autors sorgte dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Beim ersten Durchblättern fielen mir die zahlreichen Fotos des Autors auf und ich ging davon aus, dass er wohl ein wenig eingebildet war. Nachdem ich die Berichte gelesen habe, muss ich aber gestehen, dass er vor allem ein Talent hat, sich über sich selbst lustig zu machen und dadurch sehr sympathisch wirkt.

Maximum Fitness von Ross Edgley

Nebst der ganzen Unterhaltung verbirgt sich natürlich auch sehr viel Wissenswertes in diesem Buch. In den ersten 5 Kapiteln stellt der Autor die 5 Fitnessgesetze vor:

  1. Das Gesetz der Körpergrundlagen
  2. Das Gesetz der progressiven Leistungssteigerung
  3. Das Gesetz der speziellen Fähigkeiten
  4. Das Gesetz der Erholung
  5. Das Gesetz des Mehr

Anschliessend geht er auf vier konkrete Ziele ein: Fettabbau, Kraft- und Muskelaufbau, Schnelligkeit und Ausdauer.

Es gibt keine Wunderpille, Sofortlösung oder Abkürzung. Du musst schwitzen. Du musst trainieren. Und manchmal willst du deine behagliche Homöostase vielleicht gar nicht stören. Ich muss es nicht ausdrücklich betonen: Über die nächsten drei Kilometer war meine behagliche Homöostase tatsächlich gestört.

Während sich das ganze nun sehr strukturiert liest, hatte ich beim Lesen genau das gegenteilige Empfinden. Da der Autor die Theorie, seine Erlebnisse, Rezepte und Übungsbeschreibungen bunt mischt, ist es zwar sehr unterhaltsam zu lesen, allerdings fehlte mir manchmal ein wenig der rote Faden. So empfiehlt er zum Beispiel manchmal ganz gegensätzliche Dinge, was mich zu Beginn etwas verwirrt hat (z.B. entweder die exzentrische Phase beim Krafttraining wegzulassen oder einen besonderen Fokus darauf zu legen). Erst als ich mir wieder bewusst machte, wo im Buch ich mich gerade befand, wurde das klarer – je nachdem erreicht man nämlich, dass die Muskeln wachsen oder dass man eben keinen Muskelkater bekommt.

Jedes Lebensmittel hat eine Geschichte zu erzählen, die wesentlich interessanter ist als sein Kaloriengehalt. Unsere Aufgabe ist es, diese Geschichten zu entdecken.

Ansonsten fand ich die Theorie echt toll – man merkt, dass Ross Edgley tatsächlich sehr vieles selbst ausprobiert hat und weiss, wovon er spricht. Da werden keine Anleitungen einfach nur so abgeschrieben, weil die gerade “in” sind, sondern nur erprobte Ratschläge weitergegeben.

Buchbesprechung Ross Edgley

Während mir der grösste Teil der Trainingspläne sehr gut gefiel, waren manche zwar spanned aber für mich dann doch etwas überflüssig. So siehst Du zum Beispiel genau, wie er trainiert hat, um seinen “Tree-Athlon” (den Triathlon mit dem Baumstamm) erfolgreich zu meistern. Ich bin mir nicht sicher, wie viele der Leser tatsächlich auch dieses Ziel haben ;) .

Es ist fast so – um ein Beispiel aus dem Sport zu geben -, als nähme dein Magen an einem Tauziehen teil: auf der einen Seite das Leptin, das dem Gehirn vermittelt, dass du satt und zufrieden bist; auf der andren Seite das Ghrelin, das dem Gehirn sagt, dass du Hunger hast und dich unbedingt über die Dose mit Plätzchen hermachen musst.

Der Schreibstil gefiel mir ausgesprochen gut. Der Autor schafft es, auch schwierigere Themen einfach und klar zu verpacken. Insbesondere bei seinen Erlebnisberichten punktet er mit einem wunderbaren Humor – ich musste mehrmals laut lachen.

Man kann vieles outsourcen, aber die Gesundheit sollte nicht dazugehören. Sei fest von deiner Ernährung und deiner Fitness überzeugt.

Wenn Du Dich erst einmal an die vielen Fotos von Ross gewöhnt hast, gibt es auch zum Design des Buches keinerlei Kritikpunkte. Die Bilder sehen echt stark aus und machen sofort Lust, selbst loszulegen. Wo nötig wurden zudem zahlreiche Illustrationen eingefügt, um die Aussagen zu unterstützen.

Alles in allem bin ich Fan von diesem Buch – gerade weil es so ganz anders ist, als alle Fitnessbücher, die ich bisher gelesen habe. Ich kann es Dir daher auf jeden Fall empfehlen.

Du bist noch unsicher? Hier findest Du weitere Informationen und eine Leseprobe zu dem Buch.

Was war das verrückteste im Fitness- / Sportbereich, das Du bisher gemacht hast? 


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim riva Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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