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Buchbesprechung: Mit dem Herzen siehst du mehr

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Links Mehr dazu hier.

Wenn Dich körperliche Schmerzen plagen, ist die Lösung oftmals (wenn auch nicht immer) bekannt: Die Ursache beheben oder aber die Schmerzen mit einem netten Mittel aus der nächsten Apotheke zum Verschwinden bringen.

Wenn die Seele hingegen streikt, ist es ein ganzes Stück schwieriger. Vielleicht ist es nicht ganz so schlimm, dass Du gleich zu einem Psychologen trotten möchtest – aber so ganz gut ist es auch nicht. Es ist Dir vielleicht alles zu viel, Du bist unzufrieden, unglücklich, es fehlt Dir der Halt oder Du machst Dir grosse Sorgen. Möglicherweise willst Du aber auch einfach ein bisschen mehr vom Leben – ein bisschen mehr Freude, Sonnenschein, Tanz und Liebe – etwas mehr Sinn, etwas mehr Bedeutung.

In all diesen Situationen weiss ich nun, was zu tun ist. Das Buch „Mit dem Herzen siehst du mehr“ von Aljoscha Long und Ronald Schweppe ist nämlich eine wahre Fundgrube für alle möglichen Situationen. Egal wie es mir geht – ich weiss, dass ich darin eine Antwort finde.

Der Inhalt

Bevor ich auf den zauberhaften Inhalt zu sprechen komme, möchte ich einige Worte zum Aufbau des Buches verlieren. Dieser ist nämlich ausgesprochen gelungen. Als erstes ist mir, wie auch beim Buch „Affen im Kopf“ der tolle Schreibstil aufgefallen. Die Autoren schaffen es, nie oberlehrerhaft zu wirken – im Gegenteil. Ich hatte das Gefühl, mit besonders guten und herzlichen Freunden zu plaudern, die nur das Allerbeste für mich wollen.

Wenn wir zaubern könnten, würden wir dich sofort und ohne mit der Wimper zu zucken grenzenlos glücklich, gelassen, heiter und liebevoll zaubern. Da wir aber miserable Zauberkünstler sind, schreiben wir Bücher wie dieses, die dir vielleicht ein paar Impulse geben, um deinen Geist von Ballast zu befreien und dadurch entspannter und mit mehr Freude leben zu können.

Aus „Mit dem Herzen siehst du mehr“

Die Kapitel selbst sind alle ähnlich aufgebaut. Im ersten Part wird der Inhalt wiedergegeben. Anschliessend findest Du eine kurze passende Geschichte. Dabei handelt es sich um Gleichungen aus dem Buddhismus, welche ein Thema aufgreifen, das sie Dir näher bringen wollen. Gerade bei Kapiteln, bei welchen ich den Inhalt erst einmal relativ schwierig oder abstrakt fand, half es mir, konkrete Beispiele lesen zu können. Oder einfach zum Schmunzeln gebracht zu werden.

Wähle die Nahrung, mit der du deinen Geist fütterst, achtsam aus. Überlass es nicht dem momentanen Impuls, ob du Wut, Angst, Eifersucht und Selbstzweifel oder stattdessen Gelassenheit, Freude, Mitgefühl und Selbstvertrauen in dir nährst.

Aus „Mit dem Herzen siehst du mehr“

Schlussendlich findest Du konkrete Tipps, um das Gelesene umsetzen zu können. Dabei kann es sich um kurze Meditationen handeln, Achtsamkeitsübungen oder aber auch einfach Impulse für Deinen Alltag. Es nützt schliesslich niemandem etwas, wenn wir alle weise lächeln, buddhistische Geschichten rezitieren und dann im Strudel des Alltags doch wieder untergehen.

Dabei ist diese Struktur nicht fix – mal gibt es mehr Theorie – mal verschiedene Geschichten und mal sehr viele Übungen. So findet bestimmt jeder etwas, das ihm zusagt.

Inhaltlich fiel es mir hingegen ziemlich schwer, das Buch in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Erst war ich versucht, zu jedem der Kapitel etwas zu schreiben – aber dann würdest Du morgen noch hier sitzen und lesen. Und schlussendlich will ich Dich auch nicht um den Lesespass bringen, indem ich Dir schon alles verrate.

Wenn dein Kopf benebelt ist und das, was passiert, nicht mehr verstehen kann, dann wechsle das Stockwerk: Vergiss den Kopf für eine Weile und lass dich in deinem Herzen nieder.

Aus „Mit dem Herzen siehst du mehr“

Aber so viel sei schon einmal gesagt: Es geht um Mitgefühl, Güte, um den Wechsel vom Kopf zum Herzen, um Liebe und um den Umgang mit Hindernissen – innerhalb und ausserhalb von Dir selbst. Anfangs tat ich mich mit den Worten „Mitgefühl“ und „Güte“ etwas schwer. Sollte es Dir auch so gehen, kann ich Dich beruhigen – es handelt sich hierbei „nur“ um Worte, welche durchaus nicht angemessen beschreiben können, was eigentlich gemeint ist. Gerade bei diesen Kapiteln halfen mir die Geschichten sehr, um ein besseres Verständnis zu entwickeln.

Bewahre deine Ruhe und Heiterkeit, auch wenn die Menschen um dich herum angespannt oder deprimiert sind. Warte nicht auf die anderen. Tu selbst den ersten Schritt.

Aus „Mit dem Herzen siehst du mehr“

Insbesondere die letzten Kapitel über die Verbundenheit haben mir ausgesprochen gut gefallen. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Autoren mit jedem einzelnen Satz eine Saite in mir zum Klingen bringen. Wenn ich in den letzten Wochen nicht sicher war, wie weiter, habe ich oft einfach wieder in diesem Buch gelesen, mich auf eine Übung fokussiert und plötzlich erschien der Weg wieder klar.

Und auch wir selbst bleiben nur lebendig und flexibel, wenn wir damit klarkommen, dass es nun mal sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten zu leben, zu essen, zu beten, sich zu kleiden und sich zu entfalten gibt. In einem grossen Herzen ist sehr viel Platz.

Aus „Mit dem Herzen siehst du mehr“

Nach dieser langen Lobrede ahnst Du es sicherlich schon – ich kann das Buch von ganzem Herzen empfehlen. Gerade in eher unsicheren Zeiten empfinde ich es als unglaublich wichtig, sich Zeit für sich selbst, seine Gedanken oder auch seine Seele zu nehmen. Sich bewusst zu machen, was man selbst steuern kann – und wie man mit den anderen Dingen umgehen kann. Ich habe mir nach wie vor zahlreiche Übungen notiert, welche ich noch ausprobieren möchte und kann mir gut vorstellen, dass es Dir ebenfalls so gehen wird.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den Lotus Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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