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Buchbesprechung: Practice

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links Mehr dazu hier.

Auf Practice von Seth Godin habe ich mich lange gefreut. Einerseits war mir der Autor bereits seit einiger Zeit ein Begriff – andererseits hat mich der Untertitel fasziniert: Die Methode dauerhaft kreativ zu sein – auch wenn es manchmal schwerfällt. Wenn das nicht mal ein verlockendes Versprechen ist!

Der Inhalt

Dass ich beim Zuklappen des Buches eher verwirrter war, als zuvor, muss nicht unbedingt etwas mit dem Buch selbst zu tun haben.

Aber lass uns von vorne starten. Grundsätzlich ist „Practice“ in 219 Mini-Kapitel aufgeteilt. Diese wurden grob nach Themen wie z.B. „Grosszügig“, „Der Profi“ oder „Keine Schreibblockade“ aufgeteilt.

Ich hatte dabei auf relativ konkrete Tipps gehofft – wie z.B. Strategien, um besser zu schreiben oder seine Kunst zu vermarkten. Diese wirst Du jedoch nicht finden.

Die Methode der Wahl von Kreativität ist nachhaltig. Sie ist eine Hingabe an den Prozess, nicht nur an das nächste Ergebnis auf der Liste.

Aus „Practice“

Statt dessen konzentriert sich der Autor mehr auf die Geisteshaltung hinter der Kreativität. Wie muss Deine Einstellung aussehen, um mit Kunst erfolgreich zu sein? Was bedeutet erfolgreich überhaupt? Und warum sind wir immer wieder einmal blockiert?

Wenn Sie nicht glauben, dass Sie jemals wieder eine gute Idee haben, zögern Sie, das mitzuteilen, was Sie haben, denn Sie fürchten, dass es Ihnen gestohlen werden könnte und Sie dann mit leeren Händen dastehen.

Aus „Practice“

Inhaltlich war das Buch für mich durchzogen. Sehr viel Sätze sprachen mich für sich genommen an – und eignen sich durchaus auch als Motivations-Mantra. Manchmal hatte ich aber auch gar keine Ahnung, was der Autor mir gerade sagen möchte:

Jetzt brauchen Sie nur noch mehr.
Mehr Zeit, mehr Durchläufe, mehr Tapferkeit, mehr Prozess. Mehr von Ihnen. Viel mehr von Ihnen. Mehr Eigenheit, mehr Genre, mehr Sehen, mehr Grosszügigkeit. Mehr Lernen. Es funktioniert nicht. (Noch nicht.)

Aus „Practice“

In anderen Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass sich der Autor immer und immer wieder wiederholt. Auch die Ordnung nach Themenbereichen war für mich nicht immer direkt ersichtlich. Das Buch einfach so durchzulesen hat daher für mich nicht funktioniert. Ich kann mir aber gut vorstellen, es als Motivationsbuch zu behalten und einfach immer wieder ein bisschen darin zu blättern, ein paar Sätze zu lesen und diese anschliessend wirken zu lassen. Wahrscheinlich ist das Buch auch eher dafür gedacht: Es braucht Zeit und Muse, um die Kapitel wirklich zu verstehen.

Jeder Kreative spürt Widerstand. Jeder, der sich ernsthaft bemüht, ein originelles Werk zu erschaffen und zu verbreiten, spürt Angst. Das ist gar keine Frage. Die Frage ist: Wie gehen wir mit der Angst um?

Aus „Practice“

Wenn Du konkrete Tipps suchst, wirst Du mit „Practice“ wahrscheinlich nicht glücklich. Denkhäppchen sind darin jedoch en masse zu finden – und sorgen für eine grosse Portion Inspiration.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den Redline Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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