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Buchbesprechung: Segeln gen Nord

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links Mehr dazu hier.

Anfang dieses Sommers war ich das allererste Mal auf einem Segelschiff unterwegs. Dieser endlose blaue Himmel, die Ruhe aber auch plötzlich wieder ganz viel Action wenn es darauf ankommt, war eine unglaublich fesselnde (und süchtig machende) Kombination. Etwa gleichzeitig erhielt ich die Gelegenheit in Segeln gen Nord von Admiral James Stavridis hineinzulesen. Schon das wunderbare Cover faszinierte mich – vielleicht trug dazu auch mein Kindheitstraum, einmal als Kapitänin die Meere zu befahren, dazu bei. In diesem Beitrag erfährst Du, weshalb auch der Inhalt dieses Buches einiges zu bieten hat.

Der Inhalt

In „Segeln gen Nord“ beschreibt der Autor 10 verschiedene beeindruckende Marinekapitäne – vom alten Griechenland bis hin zu unserer Zeit. Dabei beschränkt er sich jedoch nicht nur auf deren faszinierende Lebensgeschichten. Vielmehr analysiert er auch, weshalb diese Personen so erfolgreich wurden und was wir von ihnen lernen können.

Vor allem lernen wir von diesen Admiralen, dass ein massgeblicher Teil der Charakterbildung darin besteht, sich ausreichend Zeit zum Nachdenken und zur Introspektion zu nehmen. In unserer heutigen hektischen Welt sollten wir von ihrem kollektiven Beispiel lernen.

Aus „Segeln gen Nord“

Als Marinekapitän trägt man eine unglaubliche Verantwortung und muss unter Druck Entscheidungen treffen, die weitreichende Konsequenzen haben. Daher erstaunt es nicht, dass ein grosser Fokus auf den Führungsqualitäten dieser Personen liegt. Mir hat dabei besonders gut gefallen, dass der Autor nicht nur die positiven Aspekte betont – es war selbstverständlich bei weitem nicht jeder Kapitän von Anfang an perfekt. Statt dessen erfährst Du viel über deren Lebenswege, welche oft von zahlreichen Schwierigkeiten begleitet wurden.

Seine Mannschaften (und seine Schiffskapitäne) erwiderten seine Fürsorge durch persönliche Verehrung; „seine Art, sich um seine Leute zu kümmern, wurde in der Flotte als „Nelson Touch“ bezeichnet. Diese Art der Fürsorge und des Sich-Kümmerns sind für heutige Führungskräfte von höchster Bedeutung, insbesondere, da sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr das Konzept der „dienenden Führung“ durchgesetzt hat.

Aus „Segeln gen Nord“

Ich fand es unglaublich spannend, zu erfahren, welche Erlebnisse diese Menschen geprägt haben und was für ein Charakter daraus entstand. Schön war, dass der Autor Dich mit den Interpretationen nicht alleine lässt – im zweiten Teil des Kapitels erfährst Du jeweils konkret, wie Du diese Erfahrungen in Deinem eigenen Leben umsetzen könntest (oder auch nicht – nicht jeder Kapitän war nur ein leuchtendes Vorbild).

Im Vorwort zu seinen eigenwilligen Memoiren sagt er schlichtweg: „ein Kompromiss (das scheusslichste Wort der englischen Sprache).“

Aus „Segeln gen Nord“

Trotz meiner Segelwoche und meiner Faszination für die Meere bin ich bei weitem keine Expertin in diesem Bereich. Insbesondere sobald sich die Thematik ins Militärische bewegt, verlierst Du mich ganz schnell. Daher fand ich die detaillierten Beschreibungen der Schiffe und der ganzen Kriegsmanöver manchmal etwas ermüdend – hätte ich doch mehr als die Hälfte der Begriffe nachschlagen müssen. Gleichzeitig kann ich mir jedoch vorstellen, dass dies entsprechend bewandete Personen begeistern wird.

Dabei muss man jedoch bedenken, dass Nimitz seine übermenschlichen Aufgaben nicht mit übermenschlichen Fähigkeiten erfüllte, vielmehr war er ausserordentlich gut im Delegieren; zum grossen Teil erfüllte er seine Aufgabe gerade deswegen so gut, weil er die Disziplin besass, neben seinen eigenen Verantwortlichkeiten nicht auch noch die Arbeit seiner Untergebenen an sich zu reissen. Das fällt kompetenten Führungskräften oft besonders schwer.

Aus „Segeln gen Nord“

Der Schreibstil ist sehr persönlich und der Autor lässt immer wieder eigene Erlebnisse einfliessen. Dabei merkt man ihm jedoch an, dass er eine sehr erfolgreiche Laufbahn als Admiral hinter sich hat. So ist die Lektüre oft eher sachlich und trocken und oft auch ein wenig patriotisch angehaucht.

Es ist wesentlich besser, seine Meinung über andere für sich zu behalten und mit privaten und beruflichen Geheimnissen sorgfältig umzugehen. Das ist eine Charaktereigenschaft, die vielen fehlt, und zwar selbst ranghohen, erfahrenen Leuten. In der heutigen Welt der viralen Tweet-Botschaften ist diese Diskretion besonders empfehlenswert.

Aus „Segeln gen Nord“

Alles in allem handelt es sich hierbei um ein sehr inspirierendes Buch für Führungskräfte – oder allgemein jeden, der an seinem Charakter arbeiten möchte.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den Finanz Buch Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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