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Buchbesprechung: Siegerdenken

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass unser Denken die sportlichen Leistungen massgeblich beeinflussen kann. Allerdings weiss durchaus noch nicht jeder, wie das im Detail funktioniert. Das Buch Siegerdenken von Simon Marshall und Lesley Paterson ist dazu da, diese Lücken zu schliessen.

Der Inhalt

Lass uns erst einmal mit der wunderschönen Aufmachung des Buches beginnen. Schon das hochwertige Cover mit dem silbrig glänzenden Titel begeistert. Beim Inhalt geht es dann genauso weiter – von witzigen Cartoons über Diagramme zum besseren Verständnis bis hin zu farbig abgesetzten Fallstudien und “Nerd-Infos” (also wissenschaftlichen Hintergrundinformatione) passt alles wunderbar zusammen und wirkt sehr ansprechend. Da es sich um ein Arbeitsbuch handelt, erhältst Du am Ende jedes Kapitels auch eine oder mehrere Übungen mit genügend Platz für Deine eigenen Notizen. Das mag ich wiederum nicht so sehr – ich schreibe selten direkt in Bücher und finde es immer etwas schade, wenn dadurch Platz verloren geht.

Der Autor hat das Buch sehr klar strukturiert. Dabei erfährst Du erst einmal die Grundlagen: Er geht davon aus, dass in uns jeweils ein Schimpansenhirn und ein Professorenhirn gegeneinander ankämpfen und man diese mit geschickten Strategien in Balance bringen muss. Diese Metapher ist clever gewählt und bleibt leicht im Gedächtnis.

Danach werden 12 unterschiedliche typische Probleme von Sportlern jeweils in einem Kapitel besprochen. Diese wiederum sind in die Bereiche “Herz” (Leidenschaft, Motivation, Identität), “Flügel” (Hürden, Rückschläge und Konflikte) und “Kampf” (Kampffähigkeiten erlangen) unterteilt.

Die Frau des Autors, Lesley Paterson ist Profisportlerin im Triathlon. Diesen Einfluss merkt man dem Buch deutlich an: Es ist z.B. sehr stark auf den Triathlonsport (oder allgemein Ausdauersport) ausgerichtet. Ausserdem wird oftmals beschrieben, wie sich die Athleten durch die Trainings “kämpfen” müssen und gar keine Lust darauf haben. Das hat mich etwas erstaunt, da diese Problematiken z.B. in Sportarten, in welchen es eher auf die Geschicklichkeit oder die Kraft ankommt oder bei “Nicht-Profi-Sportlern”, deutlich seltener auftreten. Andererseits war es interessant, einmal einen Einblick in andere Sportarten zu erhalten.

 

Die einzelnen Kapitel sind sehr gut aufgebaut und man merkt, dass der Autor jahrelange Erfahrung im coachen hat. Von “Ich glaube nicht, dass ich das kann” über “ich komme nicht gut mit Verletzungen zurecht” bis hin zu “Ich kann nicht gut mit Druck umgehen” (und natürlich noch viele weitere), spricht er zahlreiche Situationen an und liefert sehr gute Lösungsvorschläge und praktische Übungen. Nach der Lektüre verstehst Du, weshalb wir mentale Barrieren haben und weisst, mit welchen Strategien Du Deine eigenen Hürden erfolgreich meisterst.

Der Schreibstil ist eine angenehme Mischung zwischen locker-flockig und wissenschaftlich-genau. Mir ist dabei lediglich aufgefallen, dass der Autor seine Frau, Lesley, immer wieder direkt anspricht oder von Situationen in ihrer Beziehung erzählt. Das fand ich Anfangs sehr lustig – gegen Ende trat es mir dann aber doch etwas zu gehäuft auf. Möglicherweise fiel mir das aber auch primär auf, da ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe – wenn man es Stück für Stück durcharbeitet sind diese Anekdoten wahrscheinlich nicht so auffällig.

Wenn Du mit mentalen Blockaden im Sport kämpfst oder das nächste Level erreichen möchtest, kann ich Dir dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Zudem denke ich, dass es auch gut für Trainer oder Coaches geeignet ist – diese werden wohl mit mehreren der angesprochenen Thematiken konfrontiert werden.

Du bist noch unsicher? Hier findest Du weitere Informationen und eine Leseprobe zu dem Buch.

 


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim riva Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst

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