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Buchbesprechung: Training beginnt im Gehirn

Training beginnt im Gehirn Neuroathletik

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links. Mehr dazu hier.

Manchmal spotten meine Freunde über mich, da sowohl meine Fitnessbücher als auch die Kochbücher mittlerweile mehr Regale für sich beanspruchen, als diejenigen in der örtlichen Bücherei. Aber was will ich tun – diese Themenkomplexe interessieren mich einfach brennend!

Trotzdem passiert es hin und wieder, dass ich ein Buch entdecke, welches einen Bereich abdeckt, über den ich noch gar nichts weiss. Neuland! Immerhin habe ich jetzt eine vage Ahnung, wie sich Kolumbus gefühlt haben muss. So geschehen bei Training beginnt im Gehirn: Mit Neuroathletik die sportliche Leistung verbessern von Lars Lienhard

Der Inhalt

Ich habe die Rezension zu diesem Werk lange vor mir hergeschoben. Das lag allerdings nicht etwa daran, dass das Buch mich nicht fasziniert hatte – im Gegenteil! Aber es gibt ja dieses schöne Sprichwort, nach welchem man etwas nur zusammenfassen kann, wenn man es selbst bis ins letzte Detail verstanden hat. Und so weit schätze ich mich einfach noch nicht ein.

Aber lass uns einfach einmal mit den Grundlagen beginnen.

Leider glauben viele Sportler immer noch, um hohe Leistung zu erbringen, müsse ihr Training sich hart und anstrengend anfühlen. Nein, optimale Bewegung ist immer locker und entspannt, bei den besten Sportlern der Welt selbst in extremen Stresssituationen.

Unabhängig davon, ob Du wettkampfmässig Sport betreibst oder einfach nur zum persönlichen Vergnügen – ich bin mir sicher, dass Dir das Training mehr Spass macht, wenn Du eine optimale Leistung abrufen kannst. Lars Lienhard verspricht Dir mit seiner Methode genau das: Bessere Bewegungen, bessere Gehirn-Muskel-Koordination und damit auch ein grösserer Trainingserfolg.

Lars Lienhard über Neuroathletik

Dabei geht er davon aus, dass es Übungen gibt, welche erst einmal keinen direkten Einfluss auf das nachfolgende Training haben. Andere wiederum verbessern die sportliche Leistungsfähigkeit und die letzte Kategorie verschlechtert diese. Damit Du herausfinden kannst, wie Du auf welche Übung reagierst, gibt es unterschiedliche Assessments. Nachdem Du diese Tests durchgeführt hast, kannst Du Dir quasi Dein eigenes Training zusammenstellen.

Das Gleichgewichtssystem besteht aus sehr komplexen Steuer- und Kommunikationsstrukturen. Im Sport gibt es ein sehr weise Sprichwort: Die Besten der Besten sind die Besten in den Basics!

Dieses gliedert sich in vier unterschiedliche Bereiche:

  • Training für das propriozeptive System
  • Training für das Gleichgewichtssystem
  • Training für das visuelle System
  • Training für die perfekte Bewegung.

Die Kapitel selbst sind jeweils ähnlich aufgebaut. Zu Beginn erfährst Du erst einmal, was sich überhaupt hinter diesen Systemen verbirgt. So bedeutet der komplexe Begriff “propriozeptives System” nichts anders als ein Modell, mit dessen Hilfe unser Gehirn die eigene Bewegung wahrnimmt und einordnet.

Buchbesprechung Training beginnt im Gehirn

Nachdem Du die theoretischen Grundlagen beherrscht (oder wenigstens einfach einmal durchgelesen hast) geht es direkt mit den Übungen weiter. Diese wirken auf den ersten Blick manchmal relativ simpel (z.B. Achterkreisen mit dem Kopf), werden aber im Alltag von den wenigsten Menschen wirklich durchgeführt.

Toll fand ich dabei, dass bei jeder Übung ausführlich erklärt wird, weshalb diese Sinn macht. So sorgt das beschriebene Achterkreisen mit dem Kopf für die Mobilisation der Halswirbelsäule. Wenn diese kontrolliert bewegt werden kann, wird die Rumpfstabilität gesteigert und das visuelle System und das Gleichgewichtssystem verbessert.

Eine der wichtigsten Funktionen, in die das Gleichgewichtsorgan involviert ist, ist der sogenannte vestibulookuläre Reflex (VOR). Dieser Reflex ist vereinfacht dargestellt dafür verantwortlich, dass die Augen ein Objekt fixieren können, während der Kopf und Körper sich bewegen.

Insbesondere beim visuellen System waren die Übungen zum Teil sehr ausgefallen (z.B. ein Sakkadentraining mit Trainingskarten) und ich war froh, dass diese jeweils sehr detailliert beschrieben und mit vielen Fotos illustriert waren.

Buchrezension Neuroathletik

Hier folgt allerdings ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite her. Während mir normalerweise bei den Fotomodellen vor allem wichtig ist, dass sie die Übungen gut demonstrieren, erschien mir das weibliche Modell hier beinahe unnatürlich schlank – gerade bei einem Buch über Sportler hätte ich mir weniger eine Frau mit den Modellmassen von High-Fashion Modells gewünscht, sondern jemanden näher am Alltag, bei dem ich mir keine Sorgen um die Gesundheit machen muss. Aber das ist schlussendlich Geschmackssache.

Manche der Übungen erforderten einige Hilfsmittel (z.B. Markierungen am Boden, Konvergenzkarten, Visionsstik etc), der grösste Teil lässt sich jedoch ohne Materialien durchführen.

Besonders gut hat mir zudem der Schreibstil gefallen. Trotz der komplexen Thematik und der zahlreichen Fremdwörter schaffte es der Autor, auch schwierige Zusammenhänge übersichtlich darzustellen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Übungen bisher noch nicht in meinen Alltag integriert habe, da diese doch einiges an Zeitaufwand erfordern. So werden bei den Gleichgewichtsübungen z.B. zwei Übungen mehrfach am Tag empfohlen, welche in 4 bis 6 Einheiten à 20 bis 30 Sekunden empfohlen werden. Natürlich sind das nur 6 Minuten – 3 mal täglich wären wir aber schon bei 18 Minuten – und hätten erst den Gleichgewichtspart abgedeckt.

Allerdings nähern sich bei mir mit raschen Schritten zwei Wochen Ferien. In diesen möchte ich das Buch unbedingt nochmals im Detail durcharbeiten und auch die Übungen testen – alles in allem hat es mich nämlich sehr fasziniert.

Du bist noch unsicher? Hier findest Du weitere Informationen und eine Leseprobe zu dem Buch.


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim riva Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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