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Buchbesprechung: Urban Fitness

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Links. Mehr dazu hier.

Bei manchen Büchern begeistert mich das Konzept – mit der Umsetzung werde ich dann aber nicht so richtig warm. Bei Urban Fitness von Karina Kraus ist mir genau das passiert. Ich fand die Idee für ein Fitnesstraining in der Stadt genial. Nach der Lektüre vermute ich jedoch, dass ich einfach nicht die richtige Zielgruppe war und daher das Buch eher desillusioniert wieder zugeschlagen habe.

Der Inhalt

Für mich ist die Aufmachung eines Buches unglaublich wichtig – inspirieren mich die Bilder? Motivieren sie mich? Und zeigen sie mir das, was ich wissen möchte?

Bei Urban Fitness merkt man, dass die Autorin auf Instagram aktiv ist. Die Fotos wirkten auf mich meistens so, als würde sie primär sich selbst inszenieren und sich weniger überlegen, was die (meistens weibliche) Leserin ansprechen würde. Ich war von Schmollmündern, herausgestrecktem Popo und sexy Posen erst einmal nicht besonders angetan. Möglicherweise empfindet das ein jüngeres Publikum, welches sich die Autorin eher zum Vorbild nimmt, natürlich anders.

Dabei ist die Grundidee klasse: Statt eines Fitnessabonnements trainierst Du einfach in der Stadt. Du sparst dabei Geld und kommst erst noch an die frische Luft. Bei der Umsetzung fand ich es jedoch schade, dass so gut wie immer nur Übungen gezeigt wurden, die man normalerweise im Fitnessstudio durchführt. Wenn ich in mein Urban Gym eine Fitnessmatte und Hanteln schleppen muss, um dort einfach Planks auszuführen, ist mir persönlich das Gym doch lieber.

Die Übungen selbst macht das natürlich nicht schlechter. Schade war, dass diese oftmals nur erschwert wurden, indem man mehr Wiederholungen machen sollte. Das trainiert einerseits ab einem gewissen Punkt nur noch die Kraftausdauer und andererseits wird das Training irgendwann viel zu lang. Es gibt so viele tolle Übungen, welche man in der Stadt ausführen kann und die richtig schwierig sein können – hier hätte sich die Autorin vielleicht besser von Calisthenics inspirieren lassen.

Ein besonders ergonomisch geformtes, feuchtigkeitsregulierendes Multifunktionsshirt, das für eine optimale Luftzirkulation sorgt, ist nur insofern gut, wie es deinen Tragekomfort auch tatsächlich steigert und gleichzeitig deinen Geldbeutel nicht belastet. Ein einfaches Baumwollshirt wird seinen Zweck ebenfalls erfüllen und dich nicht mit Trainingseinbussen bestrafen.

Aus „Urban Fitness“

Inhaltlich werden sehr viele unterschiedliche Themen abgedeckt und ich denke, dass ein Trainingsanfänger hiermit ein gutes Grundlagenbuch in der Hand hält. So erfährst Du etwas zum Thema Motivation, zu Trainingsplänen aber auch zu den einzelnen Muskeln, zur Regeneration und zur optimalen Ernährung. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und somit sicherlich für jeden verständlich.

Über manche Details kann man sich fachlich möglicherweise streiten. So finde ich das Training mit passender Kleidung deutlich besser (ich sage nur Sportbh) als einfach mit einem hübschen Kleidchen. Auch stimmt es einfach nicht, dass Sportler keine Cellulite haben. Und warum Muskelkater und Muskelfaserrisse im gleichen Kapitel behandelt wurden, war mir auch schleierhaft.

Andere Details waren einfach ein bisschen seltsam – so schreibt sie zwar, dass die Leber das nährstoffdichteste Lebensmittel sei und sie günstig sei – aber dir richtige Zubereitung ihr nicht bekannt sei und die Überwindung, diese zu essen zu gross. In diesem Fall hätte sie die Leber ja nicht erwähnen müssen – ich habe mich bei der Einleitung auf ein tolles Rezept gefreut.

Flexibility bezeichnet die Fähigkeit deines Körpers, flexibel zu sein. Die Dehnfähigkeit, die durch das richtige Stretching erreicht wird. Regelmässige Dehnübungen werden dich nicht nur für den Alltag agiler machen – dein Training wird auch davon profitieren!

Aus „Urban Fitness“

Diese Punkte sind alle etwas irritierend und sorgten dafür, dass ich immer wieder einmal meinen Kopf schütteln musste. Für einen Anfänger werden sie jedoch keinen grossartigen Unterschied machen und sind daher auch nicht tragisch.

Zuerst dachte ich mir übrigens, dass das Buch übersetzt wurde. Manche Sätze sind ziemlich holperig geschrieben – auch hier hätte dem Buch ein klein wenig mehr Überarbeitung gut getan.

Ab und zu Zucker zu konsumieren wird dir zwar keine wichtigen Nährstoffe liefern, ist aber auf lange Sicht nicht so schädlich, wie es oft verteufelt wird.

Aus „Urban Fitness“

Toll fand ich, dass am Schluss unterschiedliche Ernährungspläne (Normal, Low Carb, Vegan) für eine Woche vorgestellt wurden. Wenn Du Dir nicht so ganz sicher bist, wie Du Dich ernähren sollst, sind diese mit Sicherheit eine gute Richtlinie.

Alles in allem war ich von diesem Buch nicht rundherum begeistert, kann mir aber gut vorstellen, dass ich einfach viel zu hohe Erwartungen bei diesem Thema hatte.


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Meyer & Meyer Verlag für die Rezensionsexemplare bedanken.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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