Sport

Der grosse Fitness-Geräte Guide: 2. Teil

Letzte Woche habe ich Dir den ersten Teil des grossen Fitness-Geräte Guides präsentiert. Heute geht es mit den nächsten Hilfsmitteln weiter:

Seil

Seilhüpfen ist eine hervorragende Ausdauersportart, bei welcher Du die Intensität ganz einfach steuern kannst. Allerdings empfehle ich das Training trotzdem nur bedingt für die eigene Wohnung – meistens ist es schwierig, eine entsprechend grosse freie Fläche zu finden. Und wöchentlich sämtliche Dekoartikel zu ersetzen und die Nachbarn zu besänftigen, macht dann doch nicht so Spass.
Fazit: Eher für das Training draussen geeignet – dort lohnt es sich aber auf jeden Fall.

Pilatesrolle

Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Fitnessgerät etwas voreingenommen bin. Egal welche Übungen ich damit ausprobiert habe – keine hat mir wirklich zugesagt. Statt dessen verwende ich die Rolle nun, um manche BWEs zu erschweren. Oder als schickes Deko-Objekt.
Fazit: Diese Rolle lohnt sich sicherlich für Pilates-Fans, ansonsten ist sie meiner Meinung nach kein Muss.

Parallettes:

Wenn Du bereits ein wenig Fortgeschrittener bist und Interesse an Gymnastik hast, sind Parallettes einfach genial. Du willst wissen, was man darunter versteht? Dann schau einfach einmal bei Gold Medal Bodies vorbei.
Fazit: Parallettes sind definitiv ein fakultatives Trainingsgerät – das Training damit kann aber richtig viel Spass machen.

Medizinball:

Ein Medizinball (und ähnliche “Bälle”) gehen ein wenig in die gleiche Richtung wie ein Seil zum Seilhüpfen. Sie sind günstig, lassen sich für sehr viele verschiedene Übungen verwenden, sind aber für die Wohnung nur bedingt geeignet.
Fazit: Nur empfehlenswert, wenn Du Dein Training in einem speziellen Raum oder regelmässig an der frischen Luft durchführst.

Boxen und Steps:

Grundsätzlich kannst Du alle Arten von Erhöhungen verwenden – nachdem ich aber ein kleines Ikea-Hockerchen beim Draufhüpfen zum Knirschen gebracht habe, bin ich da vorsichtiger. Wenn Du planst, Dir etwas in diese Richtung zuzulegen, würde ich unbedingt darauf achten, dass es höhenverstellbar ist. Und besonders stabil – wer weiss, wann Du plötzlich planst, darauf zu hüpfen.
Fazit: Nicht zwingend notwendig – macht das Training aber deutlich sicherer.

Gymnastikbälle:

Ich war erst nicht ganz sicher, ob ich diesen Bällen nun einen eigenen Punkt zugestehen sollte oder ob es reicht, sie einfach bei den Balancegeräten aufzuführen. Aber schlussendlich kannst Du mit ihnen deutlich mehr anstellen, als nur zu balancieren. Je nach Grösse und Stabilität des Balles eignet sich dieser für eine ganze Reihe von Kraftübungen und wenn dieser nicht gerade in Gebrauch ist, kannst Du ihn als gesunde “Stuhlalternative” verwenden – genial eigentlich, so lange er tatsächlich regelmässig in Gebrauch ist.
Fazit: Gymnastikbälle sind toll, wenn Du genügend Platz hast, um diese permanent herumliegen zu lassen. Das Aufpumpen benötigt nämlich meistens einiges an Zeit.

Hulla Hoop Reifen, Jonglierbälle etc.:

Wir haben es hier mit einer Reihe von Hilfsmitteln zu tun, welche nicht primär für Kraftaufbau oder Muskulatur sondern hauptsächlich für die Koordination, Balance oder den Spass gedacht sind. Ich versuche meistens, möglichst ausgewogen zu trainieren – dazu gehören unter anderem auch koordinative Einheiten.
Fazit: Diese Hilfsmittel sind sehr stark von Deinen persönlichen Vorlieben abhängig und daher auch kein Muss.

TRX:

Wir sind beinahe am Ende der Fitnessgeräte angelangt und ich habe Dir eines meiner Lieblingsgeräte noch nicht vorgestellt. Das TRX (oder allgemein Schlingentrainer) ist ein unglaublich vielfältiges Trainingsgerät, welches entweder an einer Tür oder an der Decke befestigt wird. Du kannst damit eine grosse Vielfalt an verschiedenen Übungen durchführen und von Kraft über Beweglichkeit bis zum Gleichgewicht alles trainieren.
Fazit: Von mir erhält ein TRX eine ganz klare Kaufempfehlung – das Training damit macht einfach besonders viel Spass. Du benötigst es natürlich nicht zwingend – aber wer kauft schon nur das, was er wirklich braucht?

Mini-Trampolin:

Wenn Du beim Ausdauertraining etwas Abwechslung möchtest und gleichzeitig Deine Gelenke schonen willst, ist ein Trampolin eine geniale Idee. Der grosse Nachteil daran ist jedoch wieder der Platz – wer möchte schon andauernd ein Trampolin in der Wohnung stehen haben? Ich warte noch auf ein stylisches Exemplar, welches auch als Couch dienen kann – dann würde ich nämlich sofort zugreifen.
Fazit: Macht Spass – das Verstaubungsrisiko ist jedoch auch sehr hoch und dafür ist der Platzbedarf dann zu gross.

Faszienroller:

Wenn Du noch nicht weisst, was man unter einem Faszienroller versteht, lege ich Dir diesen Beitrag ans Herz. Eine Blackroll sieht toll aus und lässt sich nebst den gedachten Übungen auch z.B. dazu verwenden, Planks zu erschweren oder neue Liegestützenvarianten auszuprobieren.
Fazit: Wenn Du oft und regelmässig trainierst, finde ich einen Faszienroller ein absolutes Muss.

Technische Geräte:

Grundsätzlich bin ich bei technischen Geräten (z.B. Power-Plate) eher skeptisch. Sie benötigen viel Platz, sind teuer und meistens werden sie schlussendlich nicht so oft benutzt, wie geplant.
Fazit: Ich würde mir diese nur anschaffen, wenn Du sie bereits kennst und überzeugt bist, sie regelmässig zu verwenden.

Nutzloses…:

Es ist immer ein wenig gemein, ein Gerät unter der Kategorie “nutzlos” aufzuführen. Ich würde von allem, was nur für eine beschränkte Anzahl Übungen verwendet werden kann (z.B. “Spagat-Trainer”), für Übungen gedacht ist, die auch gut ohne das Gerät durchgeführt werden können (z.B. diverse “Bauchmuskel-Trainer”) oder aber Wunder verspricht (“Fett-Weg-Massage-Roller”) die Finger lassen.

Kennst Du andere interessante Fitness-Geräte?

 


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com

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6 comments

  1. Ein Springseil habe ich aus Kindertagen noch, allerdings nutze ich das nicht… das liegt aber auch daran, dass ich leider oft Knieprobleme kriege, sobald ich viel springe oder enge Wendungen laufe… Schade, wo ich doch so gern Seil springe.
    Übungen für den Gymnastikball müsste ich mir mal raussuchen,… meiner dient eigentlich nur als Schreibtischstuhl… dafür aber permanent ;)

    Liebe Grüße und danke für die Inspirationen ;)

    1. Liebe Tabea
      Ein Gymnastikball als Schreibtischsstuhl ist ja toll – da kannst du ja quasi laufend Übungen einbauen :-D
      Hast Du schon einmal eine Laufanalyse o.ä. gemacht? Damit können Knieprobleme beim Springen unter Umständen vermieden werden.
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Zuerst einmal: Ich bin eher zufälligerweise auf deinen Blog gestossen und gratuliere dir dazu. Ich finde es super, dass es trotz der immer wieder neuen modischen Fitnesstrends noch jemand wie dich gibt, der auf die guten alten Körpergewichtsübungen setzt. Auch sonst deckt sich vieles in deinen Beiträgen mit meinen eigenen Vorlieben.

    Rope Jumping beispielsweise ist ein exzellentes Mittel, um nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Koordinationsfähigkeit und Spritzigkeit zu verbessern. Voraussetzung dafür ist die Verwendung eines entsprechendes Speedrope (also kein Hanf oder Leder), um auch schnell genug springen oder gar Powerjumps wie Double Unders durchführen zu können. Für mich sind 10 Min tägliches Seilspringen minimale Pflicht.

    Schade finde ich, dass du die Kettlebell mit ein paar Worten zusammen mit anderen Gewichten “abgefertigt” hast. Mit der Kettlebell werden Übungen durchgeführt, die sich mit Lang- und Kurzhanteln kaum oder gar nicht durchführen lassen. Typische Kraftübungen wie Bizeps Curls und dergleichen mehr gehören dagegen nicht ins Repertoir der Kettlebell-Übungen.

    Ich denke stattdessen an die ausgesprochen dynamischen Kettlebell-Basisübungen wie den Swing oder den Snatch. Beides sind hervorragende Ganzkörperübungen, und – vorausgesetzt man macht sie anstatt mit einer rosaroten Plastik-Spielzeug-Kugel mit einer wenigstens 12kg (Frauen) resp. 24kg (Männer) schweren Kugel – bringen auch trainierte SportlerInnen in Minuten aus der Puste. Wer dazu noch regelmässig den Turkish Getup macht, tut seinem Körper sehr viel Gutes an.

    Und nicht vergessen: Fürs Kettlebell-Training braucht’s nicht mehr als 2mx1m Platz. Unser Parkettboden hat, obwohl ich bei wöchentlich 4-5 Kettlebelltrainings seit Jahren bei schlechtem Wetter im Wohnzimer trainiere, noch keinen Schaden davongetragen. Man sollte die Kettlebell dazu vorsichtshalber einfach auf einer Türvorlage absetzen oder besser noch Filz unten drankleben.

    1. Hallo René
      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar :-)
      Ich habe die Kettlebell bei den anderen Gewichten hinzugenommen, da sie oft auch durch eine Hantel ersetzt werden kann (selbstverständlich sollte diese gut zu halten und schwer genug sein) und umgekehrt bei vielen Übungen auch Hanteln durch eine Kettlebell ausgetauscht werden können.
      Liebe Grüsse
      Ariana

      1. Hallo Ariana
        Su schreibst: Ariana: “… da sie oft auch durch eine Hantel ersetzt werden kann (selbstverständlich sollte diese gut zu halten und schwer genug sein) und umgekehrt bei vielen Übungen auch Hanteln durch eine Kettlebell ausgetauscht werden können.”

        Deiner Aussage bezüglich der Austauschbarkeit kann ich nicht resp. nur sehr beschränkt beipflichten. Kettlebells und konventionelle Lang- und Kurzhanteln sind völlig verschiedene Geräte für verschiedene Zwecke, so wie der Bohrhammer eines Bauarbeiters und der Bohrer eines Zahnarztes. Mit beiden kann man Löcher bohren, trotzdem macht ein Vergleich nicht wirklich Sinn.

        Über einen Austausch der Kettlebell durch eine Kurzhantel kann allenfalls bei langsamen Grinds gesprochen werden, also typischerweise den Military Presses. Könner balancieren die Kettlebell bei solchen Übungen jedoch kopfüber, also mit Griff nach unten. Dazu kenne ich nichts Vergleichbares für Lang- oder Kurzhanteln.

        Die unumstrittene Hauptdomäne der Kettlebell jedoch sind, wie ich in meinem früheren Kommentar schon hervorhob, dynamische Lifts, typischerweise also der Kettlebell-Swing. Dieser Swing ist wie alle dynamischen Kettlebell-Übungen eine absolute Ganzkörper-Übung; praktisch jeder Muskel von den Zehen bis zum Nacken wird angesprochen.

        Für konventionelle Hanteln, egal ob kurz oder lang, gibt es keine vergleichbare Übung – es sei denn, jemand wäre in der Lage, mit der Langhantel einhändige Swings durchzuführen oder ebensolche mit einer 32kg-Kurzhantel, und das natürlich, ohne sich dabei selbst die Knie oder Schienbeine zu zertrümmern. Man muss sich bei all dem einfach bewusst sein, dass das dynamische Gewicht einer geschwungenen Kettlebell als Folge der Zentrifugalkraft beim Powerswing bis zum 10fachen des statischen Gewichts der Kugel erreichen kann.

        Hier eine weitere Warnung: Dynamische Übungen mit Kurzhanteln bergen nicht vernachlässigbare Gefahr auch für die Schultern! Die grossen Scheiben verunmöglichen, die Kurzhantel nahe am Körper zu führen, weshalb ungünstige Hebelverhältnisse entstehen, die allenfalls zu einer Verletzung führen können..

        Zudem wird bei den meisten Betrachtungen völlig vernachlässigt, dass sich bei konventionellen Hanteln der Schwerpunkt zentrirt in der Hand, bei der Kettlebell jedoch immer je nach Kugel und Übung 10 – 30cm ausserhalb der Hand befindet. Die Kettlebell ist dadurch wesentlich schwerer zu bändigen, d.h. erfordert mehr Kraft und ihr Verhalten ist völlig anders als das einer Kurzhantel.

        In dem Sinne: Kettlebells und Kurz-/Langhanteln haben beide ihre Vor- und Nachteile, sind aber nur bei einigen wenigen Übungen gegeneinander austauschbar.

        Gruss, René

        1. Ich sags immer so: Mit der Hantel baut man gezielt bestimmte Muskeln wie den Bizeps auf. Mit der Kettlebell schwingt man den ganzen Körper fit. Kettlebell swingen und snatchen ist auch extrem gutes Cardio- und Kraftausdauertraining. Darum kann man wo es drauf ankommt die Kettlebell nicht mit der Hantel ersetzen und umgekehrt. Schon die legendären Kraftathleten wie einst Sandow wussten das und brauchten beide Geräte.

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