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Die Buchwoche: Der Darm trainiert mit

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links Mehr dazu hier.

Bücher über den Darm sind spätestens seit „Darm mit Charme“ en vogue. Während man früher diese Thematik, wenn überhaupt, nur hinter vorgehaltener Hand mit sehr engen Freunden besprach, wird es immer normaler, sich über Verdauungsbeschwerden zu unterhalten. Insbesondere beim Sport gibt es durchaus das eine oder andere, auf das man achten muss, um persönliche Höchstleistungen erzielen zu können. In „Der Darm trainiert mit“ von Dr. Patrick Wilson erfährst Du, wie Du Verdauungsbeschwerden vorbeugst und deine sportliche Leistung verbesserst.

Der Inhalt

Sehr viele Sportler kennen das leidige Problem. Man trainiert wochenlang auf einen Wettkampf, ist eigentlich in Topform und kurz vorher lässt einen der Körper im Stich: Übelkeit, Durchfall, Sodbrennen, Blähungen – die Palette an Beschwerden, welche vom Darm ausgehen können, ist lang und nervig. Andere Sportler leiden nicht nur beim Wettkampf darunter sogar schon beim tagtäglichen Training.

Dr. Patrick Wilson möchte Dir in diesem Buch etwas mehr über die Geheimnisse unseres Verdauungstraktes erzählen. Denn nur wenn Du verstehst, wie dieser funktioniert, weisst Du auch, woher die lästigen Probleme kommen – und kannst etwas dagegen tun.

Nehmen wir zum Beispiel Übelkeit: ein lästiges Problem, das nicht nur bei intensiver sportlicher Aktivität wie beispielsweise Sprints, sondern auch bei extrem langen Trainingssitzungen oft sein hässliches Medusenhaupt erhebt. Obwohl sich diese Übelkeit vielleicht in beiden Situationen gleich anfühlt, hat sie doch unterschiedliche Ursachen.

Aus „Der Darm trainiert mit“

Daher geht der Autor auch im gesamten ersten Teil des Buches auf die grundsätzliche Funktionsweise des Verdauungstraktes ein. Obwohl das Thema durchaus komplex ist, ist die Lektüre dennoch sehr kurzweilig. Der Autor schafft es nämlich, seine Leser persönlich anzusprechen und immer wieder mit gelungenen Metaphern zum Schmunzeln zu bringen.

Doch selbst dieser vereinfachte Überblick über das Verdauungssystem enthält zwangsläufig ein paar fachliche Informationen. Hoffentlich hältst du mich deshalb nicht für einen Pedanten! Mach dir nichts daraus, wenn du nicht jedes Detail genau verstehst; ich will dir einfach nur einen allgemeinen Eindruck davon vermitteln, wie dein Verdauungstrakt aufgebaut ist und wie der Prozess der Verdauung und Nährstoffaufnahme funktioniert.

Aus „Der Darm trainiert mit“

Im zweiten Teil des Buches geht es um die Ernährungsbestandteile und welchen Einfluss diese auf die Verdauung haben (z.B. Eiweiss, Natrium, Fett etc.). Ich fand es hier besonders toll, dass der Autor auch immer wieder konkrete Tipps und Handlungsempfehlungen gibt. Noch ist noch nicht alles genau so im Detail erforscht, wie man es gerne hätte – aber wenn es noch kein eindeutiges Studienergebnis gibt, so erhält der Leser dennoch Ratschläge, welche er ausprobieren könnte.

Und mit seinen unglaublichen 2.72 Metern hatte der grösste Mensch in der Medizingeschichte, Robert Pershing Wadlow, wohl eine 68 Zentimeter lange Speiseröhre, was – wenn du es ganz genau wissen willst – in etwa der Länge einer Schnappschildkröte oder eines kleinen Rotluchses entspricht.

Aus „Der Darm trainiert mit“

Im letzten Teil des Buches wird auf die Psyche und ihr Einfluss auf die Verdauung eingegangen. So muss nicht jede Problematik mit der Ernährung zusammenhängen – manchmal sind auch Stress und Ängste der Auslöser. Auch hier findest Du konkrete Strategien, welche Dir helfen können, mit den Problematiken besser umzugehen.

Grundsätzlich fand ich es toll, dass immer am Ende eines Kapitels eine kurze Zusammenfassung zu finden ist. Somit kannst Du auch zu einem späteren Zeitpunkt die wichtigsten Punkte nochmals kurz nachlesen.

Getränke, die eine höhere Osmolalität haben als das Blutplasma, bezeichnet man als hyperton; ein paar Beispiele dafür sind Apfelsaft, Limonade und Pickle Juice (eine Mischung aus Gurkensaft und Essig). Daher sollte man auf extrem hypertone Getränke verzichten, wenn man das Tempo der Flüssigkeitsresorption im Dünndarm optimieren möchte, da solche Getränke zu einer Bewegung von Wasser ins Dünndarmlumen führen und die Wasserresorption verzögern.

Aus „Der Darm trainiert mit“

Abgerundet wird das Buch mit zwei Anhängen: Einerseits den üblichsten Magen-Darm-Erkrankungen und andererseits mit den Auswirkungen der üblichsten Medikamente auf die Verdauung.

Alles in allem fand ich das Buch äusserst gelungen. Die Thematik „Sport und Verdauung“ wurde meines Wissens nach bisher noch nie so detailliert beleuchtet und ich bin überzeugt, dass jeder Sportler einige nützliche Ratschläge nach der Lektüre mitnehmen kann.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den riva Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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