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Die Buchwoche: Der letzte Führerscheinneuling

Der letzte Führerscheinneuling

Provokante Thesen bringen mich immer dazu, aufzuhorchen. So war ich auch bei diesem Titel äusserst gespannt: Der letzte Führerscheinneuling: … ist bereits geboren. – von Dr. Mario Herger

Der Inhalt

Gleich zu Beginn: Die Lektüre dieses knapp 500-seitigen Werks fiel mir ungewohnt schwer und war manchmal eher Arbeit als Vergnügen.

Zwei Ursachen haben dazu geführt: Einerseits muss der Autor eine gewaltige emotionale Bindung zu Deutschland haben. Er berichtet über unglaublich spannende Trends und schafft es dennoch, laufend darüber zu meckern, wie schlecht die deutschen Autofirmen (und Deutschland allgemein) im internationalen Vergleich abschneiden. Natürlich ist es schade, dass die zukunftsweisenden Technologien nicht aus der “Heimat” kommen – aber kann uns das nicht schlussendlich egal sein? Im Zuge der Globalisierung (und noch mehr im Rahmen der Digitalisierung) sind wir sowieso so stark vernetzt, dass die Trends früher oder später die ganze Welt erreichen (auf jeden Fall die westliche Welt).

Zudem habe ich keine starke Bindung zu Deutschland und fand dieses Gemotze daher eher etwas destruktiv. Und nervend.

Der zweite Grund war, dass sich der Autor oftmals wiederholt und in zahlreichen Aufzählungen verliert. Ich glaube, dass man das Buch sicherlich deutlich hätte kürzen können ohne wesentlichen Inhalt bedauern zu müssen. So zählt er z.B. sämtliche 39 Firmen auf, welche im September 2017 Testfahrzeuge zum autonomen Fahren auf öffentlichen Strassen einsetzen. Auch bei den verwendeten Statistiken bin ich mir über die Aussagekraft oftmals nicht sicher. Z.B. vergleicht der Autor oft absolute Zahlen. Die Anzahl Elektroladestationen der Schweiz mit derjenigen von China zu vergleichen macht jedoch definitiv keinen Sinn, wenn man die Einwohneranzahl von China (ca. 1.4 Milliarden) derjenigen der Schweiz (ca. 8.4 Millionen) gegenüberstellt. Auch bei der Fläche des Landes sieht der Unterschied nicht anders aus (9’597’000 km2 vs. 41’285 km2) Das müsste einem Doktor eigentlich bewusst sein und ich finde es daher schade, dass er Statistiken so dreht.

Gleichzeitig finde ich das Buch dennoch empfehlenswert, da es äusserst spannende Trends beleuchtet. Folgende Themenbereiche fand ich zum Beispiel sehr lesenswert:

  • Der Elektroantrieb (Und wie überhaupt Batterien funktionieren – hochinteressant)
  • Sharing Economy
  • Autonomes Fahren (Und die Debatte um damit verbundene Unfälle)
  • Problematiken der Datenspeicherung
  • Die passende Unternehmenskultur
  • Die Veränderung der Berufswelt für Arbeitnehmer

Der Autor belegt sämtliche seiner Daten mit fast 800 Fussnoten. Man kann daher guten Gewissens sagen, dass er etwas von seinem Thema versteht und gut recherchiert hat.

Wenn Du Dich für die Thematik interessierst und Dich gewisse Wiederholungen nicht abschrecken (welche ja durchaus auch positiv angesehen werden können), hältst Du mit diesem Buch sicherlich ein Standardwerk in den Händen.

 


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim PLASSEN Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst

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