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Die Buchwoche: Schnelligkeit beginnt im Gehirn

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links Mehr dazu hier.

In zahlreichen Sportarten ist Schnelligkeit ein entscheidender Faktor – wenn nicht sogar DER Faktor. Du weisst mit Sicherheit bereits, welche sportartspezifischen Übungen Du durchführen kannst, um Deine Schnelligkeit zu steigern. Wenn Du Dich zudem dafür interessierst, welche Rolle dabei Dein Gehirn spielt, kann ich Dir Schnelligkeit beginnt im Gehirn von Lars Lienhard auf jeden Fall empfehlen!

Der Inhalt

Ich habe auf diesem Blog bereits zwei Bücher von Lars Lienhard vorgestellt: Neuronale Heilung und Training beginnt im Gehirn. Daher waren mir einige seiner Konzepte bereits bekannt.

Doch keine Sorge, wenn es Dir nicht so gehen sollte. Die Bücher bauen nicht aufeinander auf und Du kannst Dich komplett ohne Vorkenntnisse an die Lektüre wagen. Ein bisschen Begeisterung für komplexe Zusammenhänge und die Funktionsweise unseres Gehirns ist jedoch auf jeden Fall notwendig. Auch wenn der Autor eine leicht zugängliche Schreibweise hat und seinen Humor immer wieder durchblicken lässt, sind manche Hintergrundinformationen dennoch sehr kompliziert.

Einer der sicherlich entscheidenden Aspekte für die Entfaltung von Schnelligkeit ist die Tatsache, dass von allen physischen Leistungsfaktoren Schnelligkeit mit Abstand die stärkste genetische Determination aufweist und nur um 15 bis 20 Prozent steigerbar ist. Das bedeutet: Wenn Sie maximal schnell werden möchten, sollten Sie sich Ihre Eltern weise auswählen, denn diese liefern die genetischen Voraussetzungen.

Aus „Schnelligkeit beginnt im Gehirn“

Gleich in den ersten Kapiteln erfährst Du, was sich überhaupt hinter dem Begriff „Schnelligkeit“ versteckt und wie diese entsteht. Anschliessend geht es mit einer wunderbaren Mischung zwischen Übungen und Theorie weiter. Erst einmal erfährst Du, mit welchen Assessments Du Deinen aktuellen Stand bestimmen kannst. Bei zahlreichen davon ist übrigens ein Trainingspartner von Vorteil.

Wie viel Kraft, Stabilität oder Schnelligkeit in einer Bewegung erzeugt wird, ist primär abhängig von der Entscheidung, die das Gehirn getroffen hat, und zunächst einmal nicht bestimmt von den genetischen, physiologischen und konstitutionellen Bedingungen und dem Potenzial einer Person oder ihrer Muskulatur.

Aus „Schnelligkeit beginnt im Gehirn“

In den nächsten Kapiteln geht der Autor auf die folgenden Themen ein:

  • Reflexive Stabilität und Bewegungskorrektur
  • Visuelles System
  • Schnelligkeitstraining
  • Laufschnelligkeit
  • Situationsgebundenes Schnelligkeitstraining

Dabei sind die Kapitel immer ähnlich aufgebaut: Zuerst erfährst Du einiges an Theorie über den entsprechenden Bereich. So weisst Du z.B. anschliessend in welchem Bereich des Gehirns visuelle Reize verarbeitet werden und was die Okzipitalllappen sind (resp. wie man sie aktiviert und weshalb das nützlich ist).

Die kortikalen Schleifen vom Frontalllappen zu den Basalganglien sind zudem für das motorische Lernen und somit für die nachhaltige Langzeitentwicklung und optimale Anpassungen an das Schnelligkeitstraining entscheidend. Daher ist es wichtig, diese Schleifen zu optimieren, um die Grundlage des Aneignungs- und Lernprozesse Ihres Schnelligkeitstrainings zu verkürzen!

Aus „Schnelligkeit beginnt im Gehirn“

Nach spezifischen Tests werden anschliessend zahlreiche Übungen vorgestellt. Zudem erhältst Du am Ende des Kapitels klare Trainingsempfehlungen mit einer Auflistung der Übungen und welche Du wie oft durchführen solltest.

Mir gefiel die Darstellung der Übungen im Buch ausgesprochen gut. Die Bilder sind klar und die Beschreibungen sind leicht verständlich. Bei sehr vielen Übungen benötigst Du jedoch Hilfsmittel – seien dies die klassischen Sportgeräte (Kettlebells, Step) aber auch ausgefallenere Dinge (Brock-String, Augenklappe, Visionstick…). Dies hat mich jedoch nicht vom Training abgehalten – einiges lässt sich selbst herstellen und auf andere Übungen habe ich einfach verzichtet.

Es gibt spezifische Neuronen, die jeweils bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen aktiv werden. Daher sollte das visuelle Training auch bei verschiedenen Lichtverhältnissen trainiert werden.

Aus „Schnelligkeit beginnt im Gehirn“

Wenn Du Deine Schnelligkeit massgeblich verbessern möchtest, kann ich Dir daher dieses Buch wärmstens empfehlen. Die Theorie ist spannend und die Übungen sind praxisnah und machen Spass – ein Muss für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigt.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den riva Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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