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Die Buchwoche: Sehen, was andere denken

Sehen was andere denken

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Affiliate Links. Mehr dazu hier.

Als ich während meines Studiums temporär beschäftigt war und Stunden damit verbrachte, langweilige Daten abzugleichen, bemerkte mein Chef aus irgend einem Grund meine Liebe zu Büchern. Das äusserte sich mit Buchgutscheinen zum Geburtstag oder zufällig herumliegenden spannenden Exemplaren, welche ich natürlich alle gerne auslehnen durfte. Wie hüpfte mein armes Studentenherz!

Unter anderem war auch das Buch “Menschen lesen: Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt” von Joe Navarro darunter. Dieses verschlang ich geradezu mit einer unersättlichen Neugierde. Als ich hörte, dass er ein neues Buch herausgegeben hat, musste ich diese natürlich sofort haben: Sehen, was andere denken: Der praktische Guide, mit dem Sie jeden durchschauen

Der Inhalt

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass es nicht möglich ist, einen Menschen nur anhand seiner Körpersprache zu durchschauen. Auf jeden Fall nicht für uns Normalmenschen – für den Autor trifft dies schon eher zu. Er arbeitete 25 Jahre für den FBI und kann tausende unterschiedliche  Gesten analysieren.

Dieses Buch ist jedoch eher für den Einsteiger als praktisches Handbuch gedacht. So wurde es in verschiedene Körperteile gegliedert (z.B. Stirn, Hände und Finger oder die Ohren). Bei jedem Kapitel werden zahlreiche Gesten und ihre Bedeutung aufgezeigt.

Nach der Lektüre bin ich jedoch davon überzeugt, dass diese Aufteilung den Lesern eine Einfachheit vorgaukelt, die so nicht existiert. Mal schnell Nachschlagen, welchen Gesichtsausdruck der Partner immer macht und seine Meinung anschliessend gezielt entlarven? Weit gefehlt. Bei den meisten Gesten wird nämlich darauf hingewiesen, dass diese nur in Kombination Sinn machen – je nachdem wie der restliche Körper sich verhält, können sie anschliessend wieder etwas ganz anderes bedeuten. Zudem kommt es immer auf die “Grundhaltung” an – bei einem Mann, der gewohnheitsmässig und oft über seinen Bart streicht, bedeutet dies ziemlich sicher etwas anderes, als bei einem Mann, bei welchem diese Bewegung nur selten auftritt.

Einen Finger vehement gegen die Brust oder das Gesicht einer Person zu richten, ist eine äusserst feindselige Geste.

Ich mochte die unterschiedlichen Informationen zu den einzelnen Punkten. So erzählt der Autor manchmal, was die Geste grundsätzlich bedeutet. Oftmals erklärt er jedoch auch, was die Geste bewirken soll:

Wer sich mit den Fingerspitzen über die Wange reibt, bedient sich aus Unsicherheit oder Zweifel einer Beruhigungsgeste.

Die Gründe dafür können vielfältig sein; in diesem Fall zum Beispiel Bedenken, Zögern, Bestürzung oder Verunsicherung. Bei manchen Bewegungen weist Joe Navarro auch auf kulturelle Unterschiede oder körperliche Beeinträchtigungen hin. Besonders interessant fand ich die konkreten Handlungsempfehlungen. Damit wurde jedoch der Sinn des Buches genau umgedreht: Statt die anderen zu lesen, versucht man ihre “Lektüre” nun selbst zu beeinflussen.

Ich denke nicht, dass es ausreicht, so ein Buch zu lesen und die einzelnen Punkte auswendig zu lernen (mal abgesehen von dem Aufwand, den das bedeuten würde), um andere Menschen besser zu verstehen. Viele Gefühlszustände lassen sich zudem bereits intuitiv sehr gut erfassen – dies waren die Punkte, bei denen die Erklärungen zwar zu keinem Aha-Erlebnis geführt hatten, jedoch dabei halfen, zu verstehen, warum eine Bewegung etwas bestimmtes bedeutet.

Nichtsdestotrotz finde ich es immer sehr nützlich, sich mit verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten auseinander zu setzen. In diesem Buch zu Stöbern hat mir den einen oder anderen interessanten Hinweis gegeben – sei dies zum besseren Verständnis meiner Mitmenschen oder aber – fast noch wichtiger – von mir selbst.

Du bist noch unsicher? Hier findest Du weitere Informationen und eine Leseprobe zu dem Buch.


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei der Münchner Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar bedanken.

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst. 

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