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Die Buchwoche: Unfuck your feet!

Frecher Titel. Bunte Farben. Topaktuelles Thema: Barfusslaufen und Training für die Füsse. Das hätte so richtig gut werden können! Warum ich dennoch hin und hergerissen bin, erfährst Du in dieser Rezension von Unfuck your Feet: Das Comeback eines vernachlässigten Körperteils von Marco Montanez

Der Inhalt

Gleich zu Beginn: Es wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben, warum manche Autoren beschliessen, den Leser zu provozieren, indem sie ihn allerhand negativer Tätigkeiten bezichtigen. So wird Dir in “Unfuck your Feet” z.B. mitgeteilt, dass Du Dich als moderner Mensch gegen Bewegung verweigerst, dass Jogger keinen Spass an der Bewegung haben (das erkennst Du an deren Gesichtsausdruck) oder dass Menschen ausnahmslos alle Schuhe mit Absatz tragen (Und was tragen all die Leute, die schon auf den Barfusstrend aufgesprungen sind?).

Diese pauschalisierenden Aussagen als auch einige Ungereimtheiten haben bei mir den Lesespass etwas getrübt. Denn schlussendlich irritiert es mich doch sehr, wenn er laufend auf den “teuren” Schuhen herumhackt, weil sie eben so viel kosten und schlussendlich genauso teure “Barfussgoodies” an den Leser bringen möchte.

Ich könnte reihenweise Beispiele aufzählen, bei denen ich nicht seinem typischen Menschenbild entspreche. So kaufe ich keine Schuhe, die drücken. Habe tatsächlich bequeme High Heels zu Hause (auch wenn ich weiss, dass diese nicht gesund sind). Und mochte auch als Kind schon Schuhe, da meine Mutter so lange gesucht hat, bis sie bequeme für mich fand.

Ich denke, dass diejenigen, welche Marco Montanez Bild entsprechen, so ein Buch gar nicht kaufen würden. Und falls sie es dennoch einmal in die Hand gedrückt bekommen, würden sie diese Aussagen wahrscheinlich nicht positiv ermutigen.

Aber genug gemeckert – es gab nämlich auch einiges, was mir an diesem Werk total gut gefallen hat:

 

So finde ich schon die Grundthematik, das “Barfusslaufen” hochinteressant. Der Autor hat ein Kapitel immer auf maximal 2 – 4 Seiten aufgeteilt, was zu einer angenehmen und leichten Lektüre führt. Dabei befasst er sich mit den unterschiedlichsten Aspekten des Barfusslaufens: Insbesondere die Fakten zu unserer Evolution und die Informationen zu verschiedenen Fussfehlstellungen fand ich spannend. Und manchmal war der Schreibstil sogar herrlich ironisch und hat mich zum Schmunzeln gebracht.

Am Besten hat mir jedoch der gesamte zweite Teil gefallen. In diesem zeigt der Autor unzählige Übungen für die Füsse – von Mobilitätsübungen, Dehnungen und Stabilitätstraining bis hin zu Kräftigungsübungen. Einige müssen mit speziellem Equipment ausgeübt werden (z.B. Theraband, Kippbrett, Stabi-Platte, Therapiekreisel, Faszienrolle, Medizinbälle) – der grösste Teil davon kann jedoch mit etwas Kreativität sehr gut ersetzt werden. Insbesondere wenn Du Kinder hast und das ein- oder andere Spielzeug zu Hause besitzt.

Zu guter Letzt hat er noch ein Guten-Morgen-Workout für die Füsse zusammengestellt und einige sinnvolle Tipps, wie der Transfer von normalen Schuhen zu Barfussschuhen (oder Barfussgehen) besser von statten gehen kann.

Alles in allem würde ich dieses Buch jedem empfehlen, der tolle Übungen für die Füsse sucht und dabei nicht allzu heikel ist, was den Ton des Buches betrifft. Die Übungen sind nämlich wirklich klasse!

 


An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Meyer & Meyer Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst

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2 comments

  1. Klingt spannend obwohl mich Teil 1 etwas abschreckt. Hättest du ein anderes Buch im Repertoire das du empfehlen könntest für gute Übungen für die Füße? LG Anna

    1. Liebe Anna
      Das Buch “Barfuss gehen” von Katy Bowmann hat mir persönlich viel mehr zugesagt. Ich werde dieses in zwei Wochen auch noch vorstellen 😀
      Liebe Grüsse
      Ariana

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