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Die Buchwoche: Vieles scheint unmöglich, bis du es schaffst!

Dieser Beitrag enthält eine Rezension (Rezensionsexemplar erhalten) und Links Mehr dazu hier.

Den heutigen Beitrag zur Buchwoche verfasse ich etwas später am Abend. Ich war nämlich tagsüber auf einer kurzen aber dafür unfassbar sonnigen Winterwanderung. Während ich da meine 8km herumspaziert bin, habe ich über „Vieles scheint unmöglich, bis du es schaffst!“ von Dirk Leonhardt nachgedacht. Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, hätte ich nach den 8km nur noch etwa weitere 72km machen müssen, um mein Tagessoll zu erfüllen. 72! Ich war ganz froh, dass bereits nach 8km eine nette Bergbahn auf mich gewartet hat. Möchtest Du mehr über diese unfassbare Leistung (seine, nicht meine) wissen? Dann ist diese Rezension der Einstieg in die Welt des Ultratriathlons:

Der Inhalt

Schon ein normaler Triathlon verlangt einem Sportler ziemlich viel ab. Wenn man dann von einem Iron Man liest (3.8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42.195 km Laufen) fragt man sich als Hobbysportler unweigerlich, wie so etwas möglich ist.

Aber es geht noch besser. Dirk Leonhardt hat beschlossen, den Weltrekord für den Triathlon aufzustellen. Dafür schwimmt er 200.3 km, fährt 5’400 km Rad und läuft anschliessend noch 1’336 km. Unglaublich!

Die Devise lautete: Nicht jammern, laufen! Und mit zunehmender Laufdistanz auch: Gehen, aber Hauptsache nicht stehen! So kam ich dem Ziel Stück für Stück immer näher, bis ich auf den letzten Kilometern noch einmal alle Kräfte mobilisieren konnte und einen Endspurt hinlegte – bis heute bleibt mir völlig schleierhaft, wo ich plötzlich diese Energie hernahm.

Aus „Vieles scheint unmöglich – bis du es schaffst!

Bei solchen sportlichen Leistungen erstarre ich immer erst einmal ehrfürchtig. Aber nicht für lange. Dirk nimmt Dich in seinem Buch nämlich auf eine äusserst unterhaltsame Reise mit und lässt Dich Tag für Tag an seinem Weltrekordversuch teilhaben.

Erst war ich mir nicht ganz sicher, ob diese Tag-für-Tag Schilderungen nicht auf Dauer etwas langweilig werden könnten. Weit gefehlt. Das Buch liest sich packender als so mancher Roman und ich habe von Seite zu Seite mitgefiebert. Natürlich hilft es, dass ich selbst auch Sport mache und daher manche Erfahrungen gut nachvollziehen kann. Gleichzeitig fahre ich aber nur E-Bikes (ja, nun dürfen alle einmal lachen) und schwimme vielleicht alle paar Monate 50m. Da der Autor jedoch nicht primär mit Fachbegriffen um sich wirft, sondern Dir wie einem guten Freund schildert, was er in diesen Tagen erlebt hat, spielt es keine Rolle, ob Du nun selbst auch Triathlonerfahrungen hast oder nicht.

Doch mir ist klar: Durch die grosse mediale Aufmerksamkeit für mein Projekt ist Aufgeben nur noch in Extremsituationen möglich. Die Begründung: „Das Wasser war mir dann doch zu kalt“ ist definitiv kein gutes Argument, das ich vor mir selbst in irgendeiner Weise verantworten könnte.

Aus „Vieles scheint unmöglich – bis du es schaffst!

Interessanterweise mussten die einzelnen Disziplinen nacheinander absolviert werden. Dies bedeutete, dass der Autor zuerst 8 Tage nur geschwommen ist, anschliessend 18 Tage auf dem Rad verbrachte und zum Abschluss noch 19 Tage lang seine Laufschuhe schnürte. Dabei erfährst Du sowohl, wie das organisatorisch ablief, welche zusätzlichen Schwierigkeiten auftraten (z.B. gesundheitliche Beschwerden) aber auch mit welcher Unterstützung er rechnen konnte.

Immer wieder diese Frage nach der Motivation. Als ob man ständig hinterfragen würde, warum man in den Urlaub fährt, warum man TV-Serien schaut oder irgendwelchen Kleinkram sammelt. Die meisten Dinge macht man einfach. Weil man Lust darauf hat. Weil es Spass macht. Weil man es einfach machen kann. Weil man dazu fähig ist. Punkt.

Aus „Vieles scheint unmöglich – bis du es schaffst!

Besonders gut gefiel mir, dass er eine gelungene Mischung zwischen Erlebnisbericht, kleinen Motivationsabschnitten und sehr authentischen Fotos gewählt hat. Dabei ist er sich auch nicht zu schade, mal unvorteilhafte Bilder zu veröffentlichen – so bekommst Du sowohl die guten als auch die schwierigen Seiten hautnah mit.

Nebst seinem Bericht kommen auch immer wieder einmal andere Personen zu Wort, welche ihn beim Weltrekord begleiteten. So erhältst Du die unterschiedlichsten Perspektiven.

Bereits jetzt konnte ich schon so viele Erfahrungen sammeln und neue persönliche Höchstleistungen aufstellen. Ich bin glücklich, aufgeregt und stolz. Und gleichzeitig komplett am Ende meiner Kräfte. Ich nehme meine Wunden mit. Ich kann diesem See – meinem See – nun nichts mehr geben.

Aus „Vieles scheint unmöglich – bis du es schaffst!

Als wären diese ganzen Leistungen nicht schon sagenhaft genug, hat Dirk gleich noch drei weitere Weltrekorde abgehakt: Der längste Nonstop-Treppenlauf im Team, die meisten in sieben Tagen mit dem Fahrrad bereisten Länder und der schnellste 100-Meter-Lauf unter Wasser. Diese bilden einen schönen Abschluss zu diesem beeindruckenden Buch.

Besonders gut hat mir insgesamt gefallen, dass der Autor äusserst sympathisch und ganz normal wirkt – so hat man irgendwie das Gefühl, auch bald mal etwas spektakuläres versuchen zu können – wer weiss, evt. geht es ja doch!

Irgendwo habe ich mal folgenden passenden Satz gelesen: Immer, wenn der Mensch anfängt, seine Zukunft zu planen, fällt im Hintergrund das Schicksal lachend vom Stuhl.

Aus „Vieles scheint unmöglich – bis du es schaffst!

Wenn Du eine grosse Portion Motivation brauchst, Dich begeistern lassen willst oder einfach ein Triathlon Fan bist – mit diesem Buch machst Du auf jeden Fall alles richtig!

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Vielen Dank an den Sportwelten Verlag für das Rezensionsexemplar. Fotos von mir selbst.

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