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Erfolgreich Bloggen: Verkauf Dich (nicht nur) selbst!

Es handelt sich um einen Beitrag ohne Kennzeichnungspflicht. Mehr dazu hier.

Wenn Du als Blogger erfolgreich sein möchtest, musst Du authentisch sein. Deine Leser wollen wissen, wer Du bist!

Jeder Blogratgeber – immer und überall

Als ich noch ganz frisch und unbedarft mit dem Bloggen angefangen habe, wollte ich mich zuerst einmal informieren. Was muss man denn genau tun, um erfolgreich zu werden?

Erfolgreich definierte ich in diesem Zusammenhang ziemlich frei: Ich wollte einfach mehr Leser haben – nicht nur meine Familie und eine Hand voll fremder Menschen, die zufällig über einen Artikel gestolpert waren. Gleichzeitig fand ich die Vorstellung faszinierend, irgendwann einmal etwas über den Blog verkaufen zu können. Geld zu verdienen. Ein Business aufzubauen.

Die letzten drei Punkte stehen schon lange nicht mehr auf meiner Wunschliste. Schliesslich sind mittlerweile auch ein paar Jahre durchs Land gezogen. Was sich jedoch nicht verändert hat, sind die Ratschläge, welche Du zum “erfolgreichen” Bloggen findest. Sei dies nun auf anderen Blogs, in Büchern, Online-Kursen, auf Konferenzen oder in Magazinen.

Einer davon lautet immer:

Verkauf Dich selbst!

Natürlich wird das ein bisschen anders formuliert. Die einen erklären Dir, dass Du authentisch sein musst und in diesem Zusammenhang zeigen, wer Du bist. Wenn Du das mit wahlweise traurigen, spektakulären oder schockierenden Geschichten verbinden kannst – umso besser. Das wird die Massen faszinieren und vielleicht kauft ja einer nebenbei noch etwas bei Dir ein.

Die anderen sind etwas dezenter. Sie weisen Dich darauf hin, dass es wichtig ist, dass die Leser wissen, mit wem sie sprechen. Dass Du Persönlichkeit aufbauen musst. Eine Story. Deine Leser interessiert es, wer Du bist und was Du machst, wie Du lebst und was Du zum Frühstück isst.

Gerade bei den Fitnessbloggern, Fashionbloggern und Lifestylebloggern wird dies sehr offensiv umgesetzt – Plattformen wie Instagram sorgen gleichzeitig dafür, dass es immer einfacher wird, sich selbst zu inszenieren. Seht mal her, ich habe gerade trainiert und es war ja so toll. Ich bin schon wieder joggen gegangen, ich bin ja so diszipliniert. Hmmm, dieser Schokoshake ist lecker – wisst ihr, ich gönne mir auch mal etwas.


Und ich bin ja so tierlieb, seht ihr, ich knuddle eine Katze, ich bin ein guter Mensch. Ich kümmere mich um mich, ich habe mir gerade eine Gesichtsmaske aufgelegt. Ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich…

Die Kunst der Selbstdarstellung wird mit viel Ausdauer zelebriert. Man fotografiert sich in allen möglichen (und unmöglichen) Situationen, lässt die Leser an dem Privatleben teilhaben und stellt sich natürlich immer ins beste Licht. Manchen gibt der Erfolg tatsächlich recht – sie werden von zahlreichen Menschen geliked, geherzt und vielleicht sogar (ver)folgt.

Du ahnst es schon – jetzt kommt das grosse ABER. Diese ganze “Sich selbst verkaufen”-Geschichte glänzt natürlich mit einigen grossen Haken:

Erfolgreiche Unternehmen sind nicht personenbasiert

Wenn ich mir einen neuen Reiseführer kaufe, ist es mir egal, wie der Autor aussieht und was er zum Frühstück gegessen hat. Genauso geht es mir bei so gut wie allen Gegenständen und Dienstleistungen, welche ich erwerbe. Der Staubsaugerhersteller? Der Gärtner? Die Bankberaterin? Keinem möchte ich unbedingt auf Instagram folgen, um seine persönliche Lebensgeschichte zu erfahren.

Weisst Du, wie der CEO von Nike aussieht? Was die Geschäftsführerin Deiner Versicherung in ihrer Freizeit macht? Fehlanzeige.

Erfolgreiche Unternehmen konzentrieren sich immer darauf, eine ausgezeichnete Dienstleistung/Ware anzubieten. In Deinem Fall handelt es sich dabei entweder um die Blogbeiträge, You-Tube Videos, Dein E-Book oder was auch immer Du herstellst. Wie Du dabei aussiehst und was Du am Sonntag machst, ist nicht primär von Interesse.

Dabei gibt es zwei Einschränkungen:
Gerade bei kleineren Unternehmen oder Blogs ist es spannend, zu erfahren, wer dahintersteckt. Dafür reicht aber üblicherweise eine “Über mich” Seite. Auch ab und zu einmal ein Monatsrückblick o.ä. ist nicht verkehrt – so lange es nicht den Hauptinhalt der Webseite ausmacht, bewegst Du Dich im grünen Bereich.

Bei manchen Blogs bieten sich zudem Selbstportraits an – ich denke hier z.B. an Beauty- oder Fashionblogs. Der Leser wird aber sehr schnell merken, ob Du das Foto veröffentlicht hast, um die richtige Haltung bei den Kniebeugen zu zeigen oder ob es Dir darum geht, Dein wohlgeformtes Hinterteil zu präsentieren.

Ein brüchiges Fundament

Ja, es gibt tatsächlich immer wieder einmal jemanden, bei dem es funktioniert, wenn er sich selbst in den Fokus stellt. Das können entweder Personen sein, welche bereits bekannt sind und durch ihren “Berühmtheit-Status” die Neugierde von vielen Menschen wecken. Oder aber Personen mit einem besonders passenden und ansprechenden Aussehen – sei dies nun der Sixpack im Fitnessbereich oder ein besonders ausgefallener Stil im Fashionbereich. Allerdings ist die eigene Optik ein sehr brüchiges Fundament, auf welchem Du besser keinen erfolgreichen Blog aufbaust. Wie sieht es nämlich aus, wenn Du 10 Jahre älter bist, der Sixpack vielleicht nicht mehr da ist und die jungen, faltenfreien 20-Jährigen nachkommen? Was machst Du, wenn Du plötzlich keine Lust mehr hast, Dich jeden Tag eine Stunde zu schminken und dennoch Deine Kosmetik verkaufen möchtest?

Das Zielpublikum legt keinen Wert auf die Selbstdarstellung

Mit hübschen Selfies in allen möglichen Positionen wirst Du definitiv eine Menge Personen ansprechen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es gar nicht Dein Zielpublikum ist.

Stell Dir vor, Du hast gerade mit dem Sport angefangen und möchtest ein paar Kilos verlieren. Online recherchierst Du nach der passenden Personal Trainerin. Willst Du in diesem Fall wirklich eine engagieren, welche meistens Selfies von ihrem Bauch oder ihrem Po postet und sich selbst für ihre komplizierten Yoga-Knoten beweihräuchert? Oder fühlst Du Dich bei der (angezogenen) Trainerin wohler, welche viele nützliche Tipps zu den alltäglichen Fitnessproblemen veröffentlicht?

Selbstdarstellung kann ganz schön stressig sein

Es gibt zwar mittlerweile ein paar Blogger, welche sich darauf spezialisiert haben “echte” Fotos von sich zu publizieren. Bei den meisten sind die Bilder jedoch gestellt. Das ist auch völlig normal und in Ordnung – in jedem Magazin befinden sich schliesslich auch hauptsächlich gestellte Bilder. Wenn Du aber Deinen Erfolg darauf aufbaust, dass Du Dich in den Mittelpunkt stellst, wird es langsam anstrengend – irgendwann musst Du Dein ganzes Leben “stellen”.

Das führt dann zu teilweise sehr skurrilen Erlebnissen, wie dem bestellten grossen Salat, der gar nicht gegessen wurde, sondern nur fürs Foto diente. Oder den Selfies “vor” dem Sport, damit man diese danach posten kann und so tun kann, als sähe man immer perfekt aus. Diese Situationen entspringen nicht meiner Fantasie, sondern Tatsachen in meinem Umfeld.

Fazit

Ich kann jedem neuen Blogger empfehlen, Dir gut zu überlegen, ob Du Dich tatsächlich selbst zum “Brand” machen möchtest. Kannst Du damit leben, wenn sehr viele fremde Personen plötzlich persönliche Details von Dir wissen? Will Dein Zielpublikum primär Dich sehen? Wie lange möchtest Du mit Deinem Blog erfolgreich sein – und wirst Du dann immer noch primär Dich selbst “verkaufen” wollen?

Ich glaube, jeder muss die richtige Balance zwischen “ein paar nette Informationen über sich selbst preisgeben” und einer ungesunden Selbstdarstellung finden. Das ist nicht immer einfach und ich dachte zu Beginn auch, dass ich mich selbst viel mehr in den Fokus setzen müsse. Da ich keine besonders tragische Geschichte vorweisen konnte, war das allerdings relativ kompliziert ;) Glücklicherweise habe ich mittlerweile festgestellt, dass das gar nicht notwendig ist und ein paar Informationen in den Links am Sonntag oder mal ein Bild von mir zur Illustration durchaus ausreichen.

Hast Du diesen Ratschlag auch schon einmal gehört? Wie findest Du die perfekte Balance?


Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst.

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2 comments

  1. Mir ist dieses ganze Selbstdarstellen einfach zu viel. Vor allem zuviel Quatsch meistens.
    Entweder ich bin wie ich bin oder ich lasse es! Konsequent.

    1. Lieber Markus
      Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen! Vielen Dank für Deine Worte.
      Liebe Grüsse
      Ariana

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