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Glückliche Psyche: Die Work Life Balance

Mit emsigem Sport und einer perfekten Ernährung kannst Du schon ziemlich nahe an die beste Version von Dir selbst kommen. So lange Du Dich jedoch nur auf diese zwei Aspekte konzentrierst, wird Dir immer noch ein letztes Puzzleteil fehlen.

Diese Serie ist genau dazu da – um Dich dabei zu unterstützen, das letzte Puzzleteil zu finden.


Die vorherigen Beiträge kannst Du hier nachlesen:
Glückliche Psyche: Bring Die Natur in Deinen Alltag
Glückliche Psyche: Wie Meditation Dir helfen kann
Glückliche Psyche: Was Lachen für Dich tun kann
Glückliche Psyche: Wie Du lernst, Dein Leben unglaublich zu lieben
Glückliche Psyche: Weshalb Du einfach einmal das Kabel ziehen solltest
Glückliche Psyche: Erwecke den Künstler in Dir
Glückliche Psyche: Was Nachrichten mit Dir machen
Glückliche Psyche: Wie Du Deine Zeit in den Griff bekommst


Wenn ich das Wort “Work-Life-Balance” verwende, weiss eigentlich jeder, was ich damit meine. Ja klar, Du versuchst, am Abend noch etwas Sport zu machen. Überstunden zu vermeiden. Und am Wochenende nicht auch noch über das Firmenhandy erreichbar zu sein. Es gibt mittlerweile extra Kurse für Manager, um die die Arbeit und die Freizeit besser auszubalancieren (auch wenn nicht nur Manager dies nötig haben). Aber hast Du Dich schon einmal gefragt, was sich wirklich hinter diesem Wort versteckt?

Warum Work-Life-Balance der falsche Ansatz ist

Genau genommen bedeutet Work-Life-Balance eine Balance zwischen der Arbeit und dem Leben. Dies impliziert natürlich, dass die Arbeit nicht zum Leben gehört.

Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich bisher nur selten halb tote Zombies im Büro gesehen. Die meisten Menschen wirken auch dort quicklebendig.

Natürlich kann man nun einwenden, dass dies einfach eine ungenaue Ausdrucksweise ist und es darum geht, die Arbeit und die Freizeit auszubalancieren. Meiner Meinung nach ist dies jedoch kein guter Ansatz. Schöner wäre es doch, wenn es diese Trennung gar nicht gäbe und Du statt dessen jeden Morgen voller Energie aus dem Bett springen würdest und Dich auf den Tag freust. Unabhängig, ob es zur Arbeit oder zum Yoga geht.

Daher möchte ich Dir heute zuerst einige Strategien vorstellen, welche Dir helfen, diese starke Trennung zwischen “Arbeit” und “Vergnügen” etwas aufzulockern. Ich verstehe es jedoch sehr gut, wenn dies im Moment einfach nicht so wie gewünscht funktioniert. Für diese Momente gibt es den zweiten Teil – die Strategien, um tatsächlich die Balance zwischen der Arbeit und der Freizeit zu halten.

Strategien, um die Work-Life-Balance im Ursprung zu bekämpfen

  • Suche den Sinn in Deiner Arbeit
    Es gibt viele verschiedene Aspekte, Die Dich kurzfristig glücklicher in Deinem Job machen. Gehalt, Sozialleistungen, ein grosses Büro oder nette Kollegen gehören dazu. Das beste Rezept, um langfristig zufrieden zu werden, ist jedoch eine Arbeit, welche Dir sinnvoll erscheint. Wenn Du weisst, warum Du etwas tust und wie Du damit zu etwas grösserem (z.B. die Welt zu retten) beiträgst, ist es viel einfacher, die Arbeit nicht als “lästige Arbeit” zu sehen. Ich gebe zu, manchmal ist es ein bisschen schwierig, den Sinn zu finden – aber wenn Deine täglichen Aufgaben überhaupt nichts bringen, ist es möglicherweise sowieso an der Zeit, Dir zu überlegen, etwas anderes zu tun.
  • Gestalte Dein Umfeld optimal
    Ist die Sinnfrage einmal geklärt, gibt es dennoch viele kleine Ärgernisse, die Dir das Gefühl geben können, in einem Gefängnis zu sein und nicht Dein echtes Leben zu leben. Zu kalt, zu heiss, zu wenig Platz oder zu viel Lärm. Meiner Meinung nach gibt es keinen Grund, Dich mit diesen abzufinden. Meistens lässt sich nämlich eine Lösung finden (z.B. bei Lärm: Arbeit in einem Sitzungszimmer, Home Office, Arbeit mit geräuschhemmenden Kopfhörern…) – auch wenn diese Anfangs möglicherweise ein bisschen unkonventionell wirken kann. Aber denke daran – es ist nicht Deine Aufgabe, Dich möglichst perfekt in die Masse einzufügen.
  • Packe Probleme an
    Manchmal gehst Du grundsätzlich gerne Deiner Beschäftigung nach, bis plötzlich ein Problem auftaucht. Und während dieses erst mal nur ein kleines Unkraut ist, ist es trotzdem gefährlich, dieses zu ignorieren. Bevor Du Dich versiehst, entwickelt sich daraus eine Urwaldliane, welche Dich verschlingen will. Oder es fühlt sich wenigstens so an. Daher ist mein Rat an Dich, nicht einfach mit Problemen zu leben, sondern diese aktiv anzugehen. Das Gespräch zu suchen, an Dir selbst zu arbeiten, etwas am Umfeld zu ändern oder die schwierige Situation einfach als eine Art persönliche Herausforderung zu betrachten.
  • Überlege Dir einen Jobwechsel oder gar eine Selbstständigkeit
    Manchmal ist Dein aktueller Job zwar sicher, aber er macht Dich einfach nur unglücklich. In diesen Situationen rate ich Dir, unbedingt den riskanten Weg zu wählen und etwas Neues zu probieren. Das Leben ist definitiv zu kurz, um sich jeden Tag zwischen 7 und 15 Stunden über eine ärgerliche Arbeitsstelle zu nerven. Vielleicht bist Du auch nicht der Typ, der sich gerne von einem Chef etwas sagen lässt. Oder möchtest aus anderen Gründen lieber selbstständig arbeiten. Warum nicht? Aber lass Dich auch nicht von den ganzen “Start-Up-Blogs” unter Druck setzen – es ist völlig ok, wenn Du Dich als Angestellter glücklicher fühlst. Wir müssen alle unseren eigenen perfekten Weg finden und manchmal erfordert dies einige Experimente.
  • Ändere Deine Einstellung
    Ich habe bei mir selbst festgestellt, dass sich meine Einstellung über die Jahre geändert hat. Von “schön, ein neuer Wochenstart” hin zu “es ist schon Mittwoch, wir überstehen diese Woche”. Aber zum Glück sind wir diejenigen, die die Macht über unsere Gedanken haben. Wir können selbst entscheiden, ob wir diese Gedanken zu lassen und uns über all die kleinen Ärgernisse aufregen oder ob wir die Herausforderungen mit einem Lächeln meistern. Also – wer freut sich ab sofort mit mir mit auf den nächsten Montag?

 

Strategien, um eine Work-Life-Balance zu erhalten

  • Schalte nach der Arbeit ab – technisch
    Es ist sehr verlockend, immer wieder mal kurz aufs Smartphone zu sehen und zu überprüfen, ob ein Mail angekommen ist. Oder das Handy die ganze Zeit in der Nähe zu halten, falls jemand anrufen möchte. Mein Rat: Tu es nicht. Punkt. Schalte es ab und schaue ab sofort nach Feierabend nicht mehr auf das Geschäftshandy. Arbeit mit nach Hause zu nehmen sollte ausserdem die absolute Ausnahme bleiben – wenn es wirklich mal brennt. Wenn das Feuer nur schmort, kannst Du sie ohne schlechtes Gewissen in der Firma lassen.
  • Schalte nach der Arbeit ab – mental
    Einfach nur das Handy abzuschalten nützt leider nicht immer etwas – manchmal kann das Gehirn nicht mehr abschalten. Mir ist es schon passiert, dass ich mitten in der Nacht aufgewacht bin und mir etwas wichtiges eingefallen ist. Hier hilft auch nur konsequent zu sein – wenn Du wirklich musst, dann unterhalte Dich nach der Arbeit mit Deinem Partner/ einem Freund/ einer Verwandten eine gewisse Zeit lang über Deine Probleme. Setze Dir am Besten einen Timer und halte Dich an den Piepston – wenn er klingelt heisst es “Themawechsel”. Besser wäre, wenn Du diese Diskussionen auf ein paar wenige Male pro Woche reduzieren würdest und Dir einige Routinen aussuchst, welche Dir helfen, abzuschalten. Dies kann eine schöne Musik auf dem Arbeitsweg sein, eine Runde Sport oder das gemütliche Kochen am Abend – hauptsache Du konzentrierst Dich auf etwas anderes.
  • Verarbeite Probleme
    Auch hier gilt – Probleme packst Du am Besten in der Arbeit an und suchst so rasch wie möglich eine Lösung. Wenn dies erst einmal nicht möglich ist, ist es wichtig, diese zu verarbeiten. Hier kommt es ganz darauf an, was Dir am Besten hilft – vielleicht ein Gespräch mit einem Coach, Tagebuchschreiben oder einfach lange Spaziergänge in der Natur. Wichtig ist hauptsächlich, dass Du sie nicht verdrängst – irgendwann schleichen sie sich ansonsten wieder an.
  • Reduziere Überstunden
    Auch hier gilt die Regel: Wenn es einmal wirklich brennt, ist es kein Problem, Überstunden zu machen. Aber zur Gewohnheit sollten sie nicht werden. Manchmal erfordert es etwas Mut, die Arbeit einfach hinzulegen und sich ihr am nächsten Tag wieder zu widmen. Aber ich frage in diesen Situationen immer: Stirbt jemand (oder etwas, z.B. ein Projekt), wenn ich das nicht mehr heute erledige? Wenn ja, dann bleibe ich. Wenn nein, dann kann die Arbeit auch noch einen Abend warten.
  • Schaffe Dir Ruheinseln im Alltag
    Manchmal hilft es, etwas Abstand von der Arbeit zu bekommen, wenn Du Dir immer wieder kleine Ruheinseln im Alltag einbaust. Manche Firmen bieten bereits extra Meditationsräume an. Wenn Deine nicht dazu gehört, kannst Du z.B. Deine Mittagspause nutzen, um etwas schönes zu machen (Spazierengehen, Freunde treffen, die Sonne geniessen, einen Roman lesen…). Statt der üblichen Raucherpausen ist ein rascher Spaziergang um den Block gesünder und nützlicher. Oder Du dehnst Dich einfach immer wieder einmal bewusst für einige Sekunden.
  • Freue Dich auf etwas Bestimmtes
    Wenn Du einen vollgepackten Arbeitstag hast, möchtest Du am Abend möglicherweise einfach nichts mehr tun. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, sich etwas schönes vorzunehmen. Einerseits hast Du so einen zusätzlichen Anreiz, pünktlich Feierabend zu machen und andererseits gewinnt Deine freie Zeit viel mehr Lebensqualität zurück. Und Du hast das Gefühl, mit Deinem Leben wirklich etwas anzufangen.

 

Verbesserst Du Deine Work-Life-Balance oder bekämpfst Du sie im Ursprung?

 


Deine nächste Mission zum besten DU:
Bist Du zufrieden, mit Deiner aktuellen “Work-Life-Balance”? Wenn nicht, dann heisst es als erstes abzuklären, ob Dir die erste oder die zweite Strategie besser zusagt. Sobald Du Dich entschieden hast, bitte ich Dich, Dir einen Punkt auszusuchen und diesen für eine Woche konsequent durchzuziehen. Oder zwei Wochen – wenn Du besonders vorbildlich sein möchtest.


Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com

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2 comments

  1. Hey Ariana,
    ich halte auch nicht viel von der Trennung von Job und Freizeit. Seltsamerweise beobachte ich die Freude über den Feierabend oder das Wochenende sogar bei Menschen, die (wie sie selbst sagen) eigentlich Spaß an ihrem Job haben. Vielleicht, weil wir von klein auf hören “Puh, endlich Feierabend!”. Es scheint ganz normal zu sein, dass die Arbeit nicht so viel Spaß zu machen hat wie die Freizeit.
    Deswegen wird millionenschwere Menschen wohl auch vorgeworfen, sie seien gierig, wenn sie “trotz des Vermögens” immer noch weiter arbeiten und sich nicht einfach mit dem Geld “ein schönes Leben” machen. Dass ihre Arbeit für sie zu einem schönen Leben dazugehört ist offenbar zu absurd…
    Ich hoffe, diese strikte Trennung zwischen Work und Life wird bald nicht mehr so stark in den Köpfen vorhanden sein. Denn wenn ein großer Teil des Tages einfach vom eigentlichen Leben abgegrenzt wird, ist Unzufriedenheit vorprogrammiert.
    Schöner Artikel und super Tipps!

    Viele Grüße
    Maike

    1. Liebe Maike
      Vielen herzlichen Dank für Deine interessanten Worte – gerade das mit den reichen Menschen habe ich auch schon oft gehört – dabei ist es doch eigentlich schön, wenn man gerne arbeitet.
      Liebe Grüsse
      Ariana

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