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Glückliche Psyche: Erwecke den Künstler in Dir

Mit emsigem Sport und einer perfekten Ernährung kannst Du schon ziemlich nahe an die beste Version von Dir selbst kommen. So lange Du Dich jedoch nur auf diese zwei Aspekte konzentrierst, wird Dir immer noch ein letztes Puzzleteil fehlen.

Diese Serie ist genau dazu da – um Dich dabei zu unterstützen, das letzte Puzzleteil zu finden.

Die vorherigen Beiträge kannst Du hier nachlesen:
Glückliche Psyche: Bring Die Natur in Deinen Alltag
Glückliche Psyche: Wie Meditation Dir helfen kann
Glückliche Psyche: Was Lachen für Dich tun kann
Glückliche Psyche: Wie Du lernst, Dein Leben unglaublich zu lieben
Glückliche Psyche: Weshalb Du einfach einmal das Kabel ziehen solltest

Schliesse einfach einmal die Augen (natürlich erst, nachdem Du diesen Abschnitt fertig gelesen hast) und überlege Dir, womit Du in Deiner Kindheit die Zeit verbracht hast. Hast Du gemalt? Etwas gebastelt oder genäht? Warst Du ein Superheld, ein Drachenkämpfer oder eine Prinzessin? Hast Du ein kleines Vogelhäuschen mit Deinem Vater gebaut? Oder Weihnachtsplätzchen mit Deiner Mutter ausgestochen? Vielleicht warst Du in einem Chor oder Du hast ein Instrument gespielt…?

Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit war mindestens eine Deiner Beschäftigungen kreativ. Während es für Kinder völlig normal ist, etwas zu basteln, hören die meisten Erwachsenen irgendwann damit auf. Und selbst wenn sie noch etwas kreieren, geht es meistens darum, etwas zu zeigen. Gut zu sein. Und ein Ergebnis abzuliefern. Grundsätzlich ist daran auch nichts verkehrt. Allerdings wirst Du einen völlig anderen Effekt erzielen, wenn Du Dich auf das Ergebnis konzentrierst als wenn Du Dich nur auf die Tätigkeit des Schaffens konzentrierst.

Heute geht es um die kreativen Tätigkeiten – unabhängig davon, was dabei herausspringt.

Warum kann es für Dich unglaublich nützlich sein, wieder kreativ tätig zu werden?

  • Es hilft Dir, den Kopf frei zu bekommen
    Gerade wenn Du kreativ tätig bist, musst Du Dich zu einem grossen Teil auf Dein Werk konzentrieren. Andere Gedanken werden zu Nebensächlichkeiten. Dies kann Dir zum Beispiel dabei helfen, nach der Arbeit abzuschalten oder nach einer anstrengenden Diskussion wieder zu entspannen. Ich stelle oft den Computer aus, bevor ich ins Bett gehe und versuche noch einige Minuten kreativ zu gestalten. Dadurch schlafe ich viel besser.
  • Du kannst Gefühle und Emotionen verarbeiten und ausdrücken
    Es ist bereits wissenschaftlich belegt, dass Gefühle krank machen können – besonders unterdrückte Gefühle. Da wir aber gleichzeitig in unserer Gesellschaft nicht jedes Gefühl einfach so ausdrücken können, ist es wichtig, ein entsprechendes Ventil zu finden.
  • Du profitierst vom Dominoeffekt
    Was passiert, wenn Du eine lange Reihe Dominosteine aufstellst und den ersten umschubst? Es fallen alle anderen auch um. Genau so ist es bei der Kreativität – zuerst fällt Dir womöglich nichts ein. Du sitzt nachdenklich vor einem weissen Blatt Papier und überlegst Dir, was um Himmels Willen Du jetzt genau zeichnen sollst. Oder schreiben. Aber sobald Du einmal angefangen hast und regelmässig etwas erschaffst, wird es plötzlich viel einfacher. Und Du wirst merken, dass Du auch in anderen Lebensbereichen automatisch viel mehr Ideen hast. Im Job beim Brainstorming. Mit Deinen Kindern. Im Haushalt. Überall.
  • Es balanciert die geistige Tätigkeit aus
    Dieser Punkt trifft nicht auf alle von uns zu. Aber wenn Du hauptsächlich mit Deinem Kopf arbeitest (Stichwort: Bürojob), kann es unglaublich befreiend sein, einmal etwas zu kreieren. Etwas zu erschaffen, das Du danach auch tatsächlich in den Händen halten kannst. Ein Ergebnis vor Dir siehst. Etwas zu tun, bei dem Du nicht unbedingt vor dem Computer sitzt und nachdenkst.

Wie beginnst Du am besten damit?

Ich habe festgestellt, dass drei Punkte besonders wichtig sind:

Versetze Dich in Deine Kindheit zurück

Dies hast Du zu Beginn dieses Artikels ja schon gemacht. Die Tätigkeiten, welche Dich als Kind begeistert haben, werden Dich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener faszinieren. Wenn Du viel mit Wolle gearbeitet hast, ist vielleicht Stricken etwas für Dich. Und wenn Du nie ohne einen kleinen Hammer anzutreffen warst, bist Du heute möglicherweise mit einer Werkzeugbank bestens bedient.

Konzentriere Dich nicht auf das Ergebnis

Dies ist vor allem am Anfang wichtig. Ich habe oftmals fantastische Bilder im Kopf. Und wenn ich versuche, diese zu Papier zu bringen, sehen sie einfach nie so aus, wie sie sollten. Genauso erging es mir, als ich das erste Mal eine Figur aus Keramik formen wollte. Vor meinem inneren Auge schwebte eine prächtige Rose mit einem farbenprächtigen surrealen Muster. Geworden ist es ein undefinierbarer Klumpen :-) Aber wenn Du Dich zuerst hauptsächlich auf den Spass beim Gestalten konzentrierst, wird sich das Ergebnis Schritt für Schritt Deiner Vorstellung annähern. Und Du wirst diese erste Phase mit Humor meistern.

Lasse keine Kritiker zu

So, nun ist es so weit. Du hast Deine ersten eigenen Ohrringe hergestellt und bist richtig stolz auf das Ergebnis. Aber überlege Dir nun genau, wem Du diese Ohrringe zeigen möchtest. Ich habe nämlich festgestellt, dass manche Menschen entweder nicht den selben Geschmack haben oder einfach nur sehr taktlos sind ;-) Und wenn Deine neuen Ideen bereits am Anfang mit Kritik überschüttet werden, gehen sie früher oder später ein. Zeichnungen habe ich zum Beispiel kaum jemandem gezeigt. Auch den Keramikklumpen nicht. Bei den Ohrringen war ich mir schon etwas sicherer. Und meine schriftstellerischen Meisterleistungen (ähm… ja…) sind hier öffentlich für alle zugänglich.

Einige Ideen, um als Erwachsener wieder kreativ zu werden:

Du bist trotz allem nicht ganz sicher, was Du nun genau tun könntest? Dann könnten Dich diese Ideen möglicherweise inspirieren:

Schreibe ein Tagebuch

Wenn Du Dir noch nicht ganz sicher bist, was Du tun könntest, ist ein Tagebuch eine gute Idee. Es bietet Platz für alles mögliche: Skizzen, Zeichnungen, Gedichte, Geschichten, Collagen… Wenn Du eines mit möglichst dickem Papier und einer Spiralbindung verwendest, musst Du Dir keine Gedanken darüber machen, ob der Leim nun durchdrückt oder ob Du auch andere Materialien hineinkleben kannst. Und wenn Du kein passendes Format findest, könntest Du es ja auch direkt selbst binden.

Fotografiere

Und zwar nicht einfach nur die üblichen Ferienfotos oder Instagram Bilder, sondern richtige Projekte. Überlege Dir spannende Themen. Makros. Ungewöhnliche Perspektiven. Faszinierende Bearbeitungen.

Zeichnen Plus

Wenn Du ein Blatt Papier oder eine Leinwand vor Dir hast, kannst Du so viel mehr tun, als einfach nur zu zeichnen. Du kannst malen. Dinge darauf kleben. Sand auf die Farbe streuen. Etwas darauf nähen. Stempeln. Ein Buch als Grundlage nehmen. Glitzernde Farben verwenden. Einen Spiegel einbauen.

Schmuck gestalten

Du benötigst gar nicht viel, um Ohrringe oder Ketten selbst zu machen – nur ein bisschen Fingerspitzengefühl. Und auch hierbei gibt es unglaublich viele Techniken. Mit Draht oder mit Perlen gewebt. Aus Stoffen. Aus Metall mit Gravuren…

Kleider verändern oder herstellen

Hast Du schon einmal aus einer alten Jeans eine Tasche gemacht? Etwas umgefärbt? Oder aus normalen Schuhen faszinierende Einzelstücke gezaubert? Es gibt unglaublich viele Blogs, welche sich mit genau diesen Themen beschäftigen und Anleitungen und Inspirationen bieten.

DIY im Haushalt

Beinahe alles, was Du in der Wohnung hast, kannst Du auch selbst herstellen. Und je nach handwerklichem Geschick, beginnt dies bei einem Kerzenständer und hört bei einem Bett auf. Oder einem Tisch. Oder Lampenschirmen. Untersetzern. Tapeten.

Mit der Natur

Ich erinnere mich immer noch gerne an das Gefühl, wenn ich nach einiger Zeit wieder ein dickes Buch geöffnet habe. Und mir eine Menge getrocknete Blumen auf den Schoss fielen. Du kannst sie pressen und danach weiterverwenden. Oder aus Ästen Schmuckbäume zaubern. Steine bemalen. Und Muscheln zu Ketten verarbeiten. Oder aber einen wunderschönen Garten pflegen und gestalten.

3D Kreationen

Möglicherweise bist Du mit Keramik geschickter als ich. Oder es zieht Dich mehr zum Töpfern. Aus Papiermache kannst Du die unglaublichsten Dinge gestalten.

Die Macht der Sprache

Hast Du schon einmal überlegt, einen Roman zu schreiben? Kurzgeschichten? Oder Gedichte? Als Kind habe ich einmal ein Buch mit über 150 Seiten verfasst. Allerdings noch von Hand – und ich kam nie dazu, dieses in den Computer einzutippen.

Musik

Komponierst Du gerne Deine eigenen Lieder? Oder wie wäre es mit Trommeln? Klavier spielen?

Mit Nadel und Faden

Hast Du schon einmal überlegt, Deine Kleider zu nähen? Einen Schal zu stricken oder zu häkeln? Oder Servietten mit Deinem persönlichen Muster zu besticken? Vielleicht wäre Filzen etwas für Dich?

Kerzen ziehen

Du kannst die Kerzen komplett neu erschaffen. Oder bestehende Kerzen bearbeiten. Oder mit Kerzen und Wachs ein Bild verändern.

In der Küche

Kochen kann so viel mehr sein, als nur Mittel zum Zweck. Du kannst dekorieren. Neue Techniken ausprobieren. Oder neue Länder erforschen.

Kalligrafie

Kaum jemand schreibt heutzutage noch von Hand – dabei kann man auch damit unglaublich schöne Dinge gestalten. Meine Grossmutter beherrscht diese Kunst meisterhaft. Und ich muss zugeben, dass ich sogar jeden einzelnen Briefumschlag von ihr aufbewahrt habe, da mein Name darauf so wunderschön aussieht.

 

Wie lebst Du Deine Kreativität aus?

 


Deine nächste Mission zum besten DU:
Ich möchte Dich dazu inspirieren, in den nächsten Tagen kreativ tätig zu werden. Reserviere Dir 30 Minuten und suche Dir eine Tätigkeit aus, für die Du keine grosse Ausrüstung benötigst. Und dann kann es schon losgehen!


Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com

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7 comments

  1. Liebe Ariana,

    Kreativität ist etwas Schönes und als ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich gedacht, dass das was ich am liebsten mache fehlt, aber siehe da, zum Schluss kam es doch noch. Ich mache fürs Leben gerne Kalligrafie, das ist entspannend und man kann andere Menschen damit eine große Freude bereiten :-)

    Liebe Grüße Anna

    1. Liebe Anna
      Ich bewundere es unglaublich, wenn Menschen gut in Kalligrafie sind. Obwohl ich es immer wieder versucht habe, scheine ich dafür gar kein Talent zu haben :-) Und wer weiss, vielleicht zeigst Du uns ja einmal auf Deinem Blog ein paar von Deinen Werken :-)

      Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag
      Ariana

  2. Für mich sind kreative und künstlerische Tätigkeiten eine optimale Möglichkeit, um den Alltag mal zu entfliehen und die eigenen Gedanken zu sortieren. Ich betreibe auch einen Blog (http://www.textilien-blog.at/), wo ich regelmäßig DIY-Ideen zum Basteln, Nähen, Dekorieren und Handarbeiten vorstelle. Ich mag Arbeit, die ich mit meinen Händen verrichten kann und wo mein Gehirn mal eine kleine Verschnaufpause bekommt. Da ich als Studentin hauptsächlich mit geistigen Aufgaben beschäftigt bin, brauche ich solche kleinen Ablenker, um mich dann wieder voll konzentrieren zu können. Kreativität ist für mich auf jeden Fall ein Aspekt des Glücks, da es die Schönheit und Vielfalt des Lebens ausdrückt.

    1. Liebe Selina

      Ich habe mir gerade Deinen Blog angesehen – und bin wieder total inspiriert! Mit Deinem letzten Satz hast Du die Essenz von Kreativität wunderbar zusammengefasst.
      Liebe Grüsse
      Ariana

  3. Kreativität finde ich auch unheimlich wichtig – bin sogar Mitglied in der Gesellschaft für Kreativität ;-)
    Mir kommen eigentlich dauernd irgendwelche Ideen in den Sinn, teils auch völliger Unsinn (aber witzig), so dass ich mich frage, ob das nicht allen so geht. Und dann müssten wir unsere Ideen in erster Linie zulassen….rauslassen….ausleben!

    Wie ist das bei dir?

    Liebe Grüße,
    Harald

    1. Lieber Harald
      Haha – gibt es eine Gesellschaft für Kreativität? :-D
      Es ist wirklich so – je mehr man macht, umso mehr sprudeln die Ideen. Und gerade nach einem langen kopflastigen Tag bin ich froh, wenn ich einmal etwas ganz anderes machen kann.
      Liebe Grüsse
      Ariana

      1. Die GfürK gibt’s wirklich: http://www.kreativ-sein.org Das Pendant in der Schweiz ist übrigens http://www.idee-suisse.ch/

        Liebe Grüße,
        Harald

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