Motivation

Lerne zu lieben, was Dir gut tut – oder weshalb die meisten Vorsätze scheitern

Dieser Beitrag enthält Links. Mehr dazu hier.

Antworte möglichst spontan: Was ist Dein Lieblingsessen? Was ist Dein Lieblingsgetränk? Und was ist deine allerliebste Freizeitbeschäftigung?

Und überlege Dir nun – hast Du Dinge aufgezählt, welche Dir gut tun? Oder waren es eher Dinge, von welchen Du bereits schon länger loskommen möchtest?

Der Grund, weshalb die meisten guten Vorsätze am Jahresbeginn oder die meisten Pläne für eine Veränderung scheitern, ist folgender: Wir versuchen, uns zu etwas zu zwingen, das wir eigentlich nicht mögen. Es ist unglaublich schwierig, den ganzen Tag Dinge zu essen, die Du eigentlich gar nicht magst. Danach ins Fitnessstudio zu fahren, welches Du nicht ausstehen kannst. Und was passiert am Schluss des Tages? Entweder Du fährst gar nicht erst ins Fitnesscenter oder Du machst Dich plötzlich doch über die Pizza her und ärgerst Dich danach selbst über Deine “Fressattacke”. Und darüber, dass Du nicht mehr Willenskraft und Disziplin besitzt.

Warum ist das so?

Unsere Willenskraft ist endlich. Du kannst Dir das wie Punkte vorstellen – Du hast davon nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung. Wenn diese aufgebraucht sind, musst Du sie zuerst wieder neu laden. Dies erklärt, weshalb viele Leute zum Beispiel nach einem stressigen Tag mit vielen unangenehmen Arbeiten am Abend keine “Disziplin” mehr aufbringen und sich am liebsten einfach nur noch auf dem Sofa erholen. Ausserdem ist es tendenziell so, dass Du am Vormittag eher mehr Disziplin zur Verfügung hast, als spät am Abend. Erst sobald die neuen Vorsätze in Routinen übergegangen sind, musst Du keine zusätzliche Disziplin mehr aufbringen, um sie auszuführen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Du könntest zum Beispiel Deine Vorsätze in kleinere Etappen aufteilen und damit weniger Willenskraft pro Mal verbrauchen. Oder aber Du beginnst nur mit einem einzigen Vorsatz und nicht mehreren gleichzeitig. Eine andere Möglichkeit wäre, die neuen Gewohnheiten möglichst früh am Morgen einzubauen (damit Deine Batterien noch geladen sind).

Aber es gibt eine Möglichkeit, welche besser ist als alle anderen:

Lerne zu lieben, was Dir gut tut und Du musst Dich nie wieder zu einer guten Gewohnheit zwingen!

Nun denkst Du vielleicht: Gut und schön, das hört sich zwar toll an, aber wie mache ich das konkret? Ich möchte Dir hier einige Beispiele für typische Vorsätze geben und Dir zeigen, wie Du diese Strategie darauf anwenden kannst:

Du möchtest Dich gesünder ernähren.

Der klassische Weg wäre nun, auf sämtliches Fast Food und zuckerhaltige Speisen zu verzichten. Indem Du Dich jedoch auf den Verzicht konzentrierst, verbrauchst Du jedes Mal Punkte von Deinem Willenskraftkonto. Der bessere Weg ist, Dir zum Beispiel gewisse Obst- und Gemüsesorten auszusuchen, welche Du unglaublich liebst. Bei mir ist dies zum Beispiel eine cremige Kürbissuppe, eine richtig saftige Nektarine, süsse Beeren, die interessant-schleimige Konsistenz von Okra (ja – ich gebe zu – schleimig in Kombination mit leckerem Essen hört sich seltsam an), zarte Spargelspitzen… Natürlich gibt es auch Obst und Gemüsesorten, welche mich nicht besonders faszinieren. Äpfel zum Beispiel. Oder Gurken. Bei Dir ist es vielleicht genau umgekehrt. Nun empfehle ich Dir, genau diese fantastischen und superleckeren Sorten viel öfter auf Deinen Speiseplan zu setzen.

Je länger Du kein Fastfood mehr isst, umso besser werden Deine Geschmacksnerven. Und Du wirst nach und nach immer mehr gesundes und leckeres Essen finden.

Du möchtest Muskeln aufbauen.

Oft sehe ich gerade Männer, welche Muskeln aufbauen möchten und bereits wissen, dass sie möglichst viel Protein zu sich nehmen müssten. Und das tun sie dann auch – unabhängig davon, ob der Proteinshake schmeckt oder doch primär Pickel und Magenbeschwerden verursacht. Auch hier besteht die erste Taktik darin, eine Proteinquelle zu finden, welche Du richtig gerne isst. Ein saftiges Steak? Zarten Fisch? Kichererbsenauflauf? Einen süssen Shake? Gerade bei Proteinshakes empfiehlt es sich, ein wenig herumzuexperimentieren, bis Du eine Sorte findest, welche Du einerseits gut verträgst, die besonders viel hochwertiges Eiweiss und wenig Zucker beinhaltet und gleichzeitig auch noch total lecker schmeckt.

Aber nur das Protein alleine reicht nicht. Wie hier sehr gut beschrieben ist, musst Du den Muskel bis zur Ermüdung trainieren. Du hast nun die Wahl – Du kannst das Training entweder anstrengend und unangenehm finden. Oder Du kannst Dich dafür entscheiden, das Training zu lieben und lernen, das Gefühl der langsam ermüdenden Muskeln zu geniessen. Versuche beim nächsten Training bewusst Deine Einstellung zu verändern. Und je öfter Du dies tust, umso leichter fällt es Dir.

Du möchtest abnehmen.

Abnehmen hat oftmals mit Verzicht zu tun. Mit weniger. Oder daher auch mit vielen vielen Disziplinpunkten. Als erstes empfehle ich Dir einen Gedankenswitch – weg von “weniger Gewicht” hin zu “mehr Stärke” oder “mehr Muskeln” oder “schlanken Beinen”. Dadurch polst Du Dich bereits darauf, nicht etwas verlieren zu müssen, sondern etwas gewinnen zu können. Genau wie bei der Ernährung und dem Muskelaufbau geht es auch nun darum, eine Ernährungsform zu finden, welche Du richtig genial findest und Dich gleichzeitig beim Abnehmen unterstützt. Ich kenne Frauen, welche mit der Rohkosternährung riesige Fortschritte gemacht haben. Und die mir stundenlang von leckeren Salaten vorschwärmen. Andere wiederum strichen die Kohlenhydrate und sind begeistert, wenn sie ein leckeres Hühnchen essen dürfen. Finde etwas, das Dir Spass macht. Und geniesse den Weg zu Deinem neuen Ich.

Du musst fitter werden.

Vielleicht hat Dir Dein Arzt mehr Bewegung verschrieben. Vielleicht hast Du aber auch selbst gemerkt, dass Dir das Treppensteigen immer schwerer fällt. Und Du so nicht mehr weiter machen möchtest. Aber Joggen ist so anstrengend und die Blicke der anderen im Fitnesscenter stören Dich. Was passiert, wenn Du Dich zwingst, es dennoch zu tun? Genau – Du verlierst Punkte. Gerade wenn Du noch nicht fit bist, ist es daher wichtig, eine eher einfache Bewegungsform zu finden, welche Dir Spass macht. Tanzen? Lieber etwas, bei dem Du Dich vergleichen kannst? Macht es Dir mehr Spass, für Dich selbst zu trainieren? Draussen oder drinnen? Mit anderen oder alleine? Wenn Du einerseits etwas gefunden hast, das Dir Spass macht und andererseits so langsam startest, dass Du bald Erfolge siehst (ich konnte 10 Minuten am Stück walken…), freust Du Dich bald schon auf die nächste Einheit.

Du möchtest Deine Wohnung aufräumen.

Weisst Du, was besonders toll ist? Dass Du dieses System nicht nur auf Sport und Ernährung anwenden kannst, sondern auf alle Vorsätze. Nehmen wir an, dass Deine Wohnung im Chaos versinkt und Du abwaschen und Staub wischen einfach nicht gerne machst. Entweder nimmst Du Dir nun einige der Disziplinpunkte vom Konto und tust es trotzdem. Oder aber Du überlegst Dir etwas, damit Dir das Putzen in Zukunft Freude macht. Du könntest ganz laut zu Deiner Lieblingsmusik mitsingen. Oder Du schaust während dem Bügeln Deine Lieblingsserie (das empfehle ich nicht aus eigener Erfahrung – ich würde wahrscheinlich sofort ein Loch in meine Blusen bügeln – aber ich kenne Leute, bei welchen dies gut funktioniert). Oder Du nutzt diese Zeit um vor Dich hin tagzuträumen. Und bald freust Du Dich auf diese Momente.

Gibt es etwas, das Du lange nicht gerne gemacht hast und nun plötzlich liebst?

 


Deine nächste Mission zum besten DU:

Ich bin sicher, dass auch Du einen guten Vorsatz hast, den Du immer wieder aufschreibst und immer wieder aufs Neue planst. Nimm Dir diesen vor und wende dieses System darauf an. Ich verspreche Dir, dass Du begeistert sein wirst!


 

 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst. 

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9 comments

  1. Der Beitrag heute gefällt mir richtig gut! Ich hoffe wirklich sehr, dass ich an der Hausarbeit irgendetwas finde, dass mir Spaß macht und auf das ich mich freuen kann!
    Als ich den Satz gerade geschrieben habe, musste ich doch etwas schmunzeln… Das wird glaub ich doch nichts… muss ich wohl doch ein paar Punkte von meinem Disziplinkonto aufbringen ;)

    Liebe Grüße

    1. Liebe Karin

      Ja, es gibt tatsächlich Dinge, bei denen man nur mit seeehr viel Phantasie etwas positives finden kann :-) Aber wer weiss – vielleicht hilft es Dir ja, wenn Du Dir überlegst, für was Du das ganze machst und wie es Dich später weiterbringen wird :-)

      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Noch bin ich froh das meine Willenskraft reichlich vorhanden ist und ich auch keine Angst vor einer Fressattacke haben muss. Die kommt häufiger vor als du vielleicht denkst! :-)

    1. Hallo Frank
      Ich bin jetzt nicht sicher, ob Du die Fressattacke bei Dir häufiger vorkommt oder ob Du das generell meinst ;-) Wenn es bei Dir ist, weisst Du ja jetzt zukünftig, was zu tun ist :-)

      Liebe Grüsse
      Ariana

  3. Liebe Ariana,

    der Beitrag gefällt mir wirklich sehr gut! Das zu lieben lernen, was einem gut tut – einfach so gut!! So mache ich es mit dem Essen – wenn mir etwas gut tut, schmeckt es einfach besser! ;-)

    Und mit dem Training drehe ich meistens den Spieß um – ich muss nie trainieren, sondern ich darf und bin so froh, dass ich etwas machen darf was ich liebe ;-)

    Was ich überhaupt nicht mag, ist das Staubsaugen – mal sehen, ob ich mit deiner Hilfe das auch lieben lernen kann… nein, lieben werde ich das Staubsaugen nie, aber vielleicht hasse ich es danach nicht so sehr ;-)

    Ganz liebe Grüße Anna

  4. Liebe Anna

    Das hast Du wunderschön beschrieben – richtig treffende Worte! Gerade beim Trainieren finde ich immer, wir sollten dankbar sein, dass wir die Möglichkeit haben, uns so zu bewegen, wie wir es können :-)

    Ganz liebe Grüsse (und viel Erfolg beim Staubsaugenliebenlernen :-) )
    Ariana

  5. Ein wirklich motivierender Post! Grade in den letzten Woche ging es bei mir eher bergab als bergauf und du hast wirklich Recht: am Morgen bzw. am Vormittag war alles gar kein Problem, aber am Abend fing es dann an.. Kuchen, Schokolade, …. ! Und das alles obwohl ich doch wirklich abnehmen wollte.
    Dein Post hat mich daran erinnert warum ich eigentlich abnehmen will. Um zufrieden zu sein, um an meiner Abi-Entlassung atemberaubend auszusehen. Ich möchte schlankere Beine und einen dünneren Bauch, ganz konkret und das will ich mir jetzt wieder vor Augen halten. Danke dafür, meine Liebe!

    Erst jetzt merke ich, dass ich neben meinem Blog auch die ganzen anderen tollen Blogs vernachlässigt habe und so viele tolle Posts von dir verpasst habe. Das werde ich jetzt alles nachholen!

    Hab eine schöne Woche! :)

    Alles Liebe, Claudia

    1. Liebe Claudia
      Es freut mich sehr, dass ich Dich mit diesem Beitrag ansprechen konnte :-) Und es ist ganz normal im Leben, dass es manchmal etwas bergauf geht und dann wieder nach unten – ich bin sicher, dass Du plötzlich wieder ganz inspiriert bist und uns einiges zu erzählen hast!
      Ganz liebe Grüsse
      Ariana

  6. […] Zum Weiterlesen: Lerne zu lieben was Dir gut tut – oder wieso die meisten Vorsätze scheitern […]

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