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Mehr oder weniger trainieren – was führt zum Erfolg?

Sport Workout Training Ausfallschritt Ariana

Es handelt sich um einen Beitrag ohne Kennzeichnungspflicht. Mehr dazu hier.

Heute möchte ich direkt mit einem Spiel beginnen. Ich werde Dir zwei verschiedene Menschentypen beschreiben. Ordne so schnell wie möglich, möglichst viele der Menschen in Deinem Umfeld einem der beiden Sorten zu.

Der erste Typ heisst der Einfachheit halber Max. Max liebt es zu trainieren. Er übt mehrere Sportarten gleichzeitig aus – manchmal sogar am selben Tag. Wenn einmal eine Einheit ausfällt, leidet er – nicht nur psychisch sondern auch körperlich. Selbstverständlich lässt er sich nicht von einem Schupfen oder einer Verletzung abhalten. Irgendwie trainieren geht immer. Und wenn er sich nach dem Training nicht richtig ausgepowert fühlt, dann war es kein gutes Training.

Der zweite Typ heisst Lisa. Lisa liebt es zu trainieren. Auch sie übt oftmals mehrere Sportarten gleichzeitig aus. Allerdings verteilt sie diese schön gleichmässig über die Woche und kombiniert anstrengende Trainings mit gemütlichen. Da Ruhetage wichtig sind, achtet sie sehr darauf, dem Körper genügend Erholung zu gönnen. Das können auch einmal 2 oder 3 Tage hintereinander sein. Besonders viel Wert legt sie ausserdem auf aktive Regeneration – Sauna, Wellnessen oder gemütliche Spaziergänge. Selbstverständlich achtet sie auch beim Sport selbst sehr auf ihren Körper und bricht das Training auch einmal ab, wenn ihr etwas weh tut oder sie sich nicht so fit fühlt.

Wie viele Personen konntest Du direkt zuordnen? Zu welcher Sorte tendierst Du selbst eher? Ich möchte hier gar nicht werten – beides sind Extreme, welche Dich über lange Zeit nicht zum Erfolg führen werden.

Das Problem dabei ist, dass sowohl Max und Lisa bei der Informationsbeschaffung beide sehr selektiv vorgehen. Während Lisa besonders viel Wert auf Artikel legt, in welchen die Wichtigkeit der Erholung gerühmt wird, widmet Max seine Aufmerksamkeit eher Artikeln, in welchen ein besonders hartes Training propagiert wird. Und dies ist leider grundfalsch.

Denn bei Lisa wird kaum je das Problem bestehen, dass sie ins Übertraining rutscht. Genauso wenig wird Max plötzlich zu lasch trainieren. Um besonders viel Erfolg zu haben, sollten sich daher beide besonders stark auf die Gegenseite konzentrieren.

Auch wenn bei Dir keiner der beiden Typen allzu stark ausgeprägt ist, gibt es mit grosser Sicherheit auch bei Dir einen Typ zu dem Du tendierst. Hast Du zum Beispiel automatisch das Gefühl gehabt, dass Max mehr Erfolg haben wird? Oder dass Lisas Vorgehensweise besser ist?

Ich selbst tendiere zum Beispiel eher zu Lisa. Ich renne lieber ein bisschen langsamer (ich will mich ja schliesslich nicht plötzlich überfordern) und mache mich auch wegen 4 (erzwungenen) Ruhetagen nicht verrückt – schliesslich steht ja überall, dass die Muskeln in der Ruhephase wachsen ;-) Auch beim Klettern höre ich eher einmal etwas zu früh auf, als nochmals alles zu geben – ich will mich schliesslich nicht verletzen. 

Zu wem tendierst Du?

Was solltest Du tun, wenn Du mehr Ähnlichkeiten mit Max hast?

Ruhepausen

Du trainierst viel und gerne. Gratulation – Du wirst mit Sicherheit keine Mühe haben, Dein Training in Deinem Alltag unterzubringen. Ich empfehle Dir stattdessen, aktiv Ruhetage in Deinem Kalender einzuplanen. Und ganz bewusst an diesem Tag nichts zu tun. Vertrau mir – das Training am nächsten Tag wird umso besser laufen.

Auf den Körper hören

Wahrscheinlich fühlt es sich für Dich gut an, wenn Du richtig hart trainierst und bereits sehr erschöpft bist. Daher ist es für Dich umso wichtiger, zu lernen, echte Schmerzen von “Trainingsschmerzen” zu unterscheiden. Es bringt Dir nichts, wenn Du Dich nach dem Training übergibst – und eine Verletzung zwingt Dich nur zu einer noch längeren Pause. Versuche immer wieder einmal kurz inne zu halten und wirklich auf Deinen Körper zu hören.

Aktive Regeneration

Du schaffst es nicht oder nur schwer, einen Tag lang gar nicht zu trainieren? Wie wäre es, wenn Du Dich stattdessen aktiv erholen würdest? Wenn Du normalerweise mehrere Kilometer rennst, könntest Du stattdessen einfach nur einige Kilometer gemütlich gehen. Oder Deinen Körper mit der Blackroll massieren. Oder einen Wellnesstag einlegen. Oder andere dieser Möglichkeiten beachten.

Was solltest Du tun, wenn Du mehr Ähnlichkeiten mit Lisa hast?

Härter trainieren

Du hörst bereits sehr gut auf Deinen Körper. Das ist fantastisch – damit gehst Du kein Risiko ein, Dich zu verletzen. Meistens ist jedoch noch viel Spielraum zwischen Deiner jetzigen Intensität und dem Punkt, an welchem Du Dich wirklich verletzen würdest. Versuche beim nächsten Training einfach, noch ein bisschen schneller zu rennen. Die Übungen genauer auszuführen. Mehr Gewicht zu nehmen. Und etwas länger durchzuhalten. Du kannst viel mehr, als dass Du glaubst – gib nicht zu früh auf!

Training fix einplanen

Auch wenn Du eigentlich gerne trainierst, passiert es immer wieder einmal, dass Deine Agenda so voll ist, dass Du gar nicht mehr zum Training kommst. Um dem vorzubeugen, empfehle ich immer, das Training fix einzuplanen. Und es auch nicht zu verschieben. Wenn Du am Abend bereits etwas vorhast, dann verschiebe das Training einfach auf den frühen Morgen.

Weniger Regeneration und mehr Training

Ich selbst liebe lange und gemütliche Dehneinheiten. Aber wenn ich Zeit für eine Dehneinheit habe, hätte ich meistens auch Zeit für ein Intervalltraining. Versuche immer wieder einmal Deinen inneren Schweinehund zu überwinden und statt einer gemütlichen Einheit doch noch ein richtiges Training unterzubringen.

 

Tendierst Du auch dazu, mehr Informationen über etwas zu lesen, von dem Du bereits überzeugt bist, dass es stimmt?

 

 


Dieser Artikel wurde am 10. April 2014 das erste Mal veröffentlicht. Da er nach wie vor nichts von seiner Aktualität eingebüsst hat, habe ich ihm ein wenig neues Make-Up und wieder einen Platz in der ersten Reihe verschafft. 


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Fotos von mir selbst. 

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8 comments

  1. Gehöre eher zum Typ Lisa
    Sport bedeutet für mich Freude
    Lebensfreude
    Balsam für Körper, Geist und Seele
    ich fordere mich raus
    zwei, drei Mal im Jahr
    achte aber danach darauf
    dass ich ich gut von den Strapazen erhole
    und starte erst dann
    wenn es mir der Körper signalisiert
    damit bin ich gut gefahren
    und dann macht Sport richtig Spaß
    ein guter Ausgleich zum restlichen Leben !

    1. Liebe Margitta
      Jetzt musste ich schmunzeln – das was Du wahrscheinlich unter erholen verstehst, ist für andere schon eine Herausforderung :-) Aber Du hast Recht, hauptsächlich geht es natürlich um die innere Einstellung :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Hi Ariana,

    ich glaube, ich bin ein Lisamax. Selten mit der Brechstange, aber schon an Zielen orientiert. Und leider manchmal etwas undiszipliniert, bis ich mich wieder am Riemen reiße.

    Wenn ich den roten Faden suche, finde ich ihn in einem schönen Satz, der in der RKC Community (www.rkckettlebell.de) kursiert: Training ist Training, kein Workout.

    Ein paar Buzzwords aus meinem Gedächtnis gefällig?
    Belastungsreize mit Hirn!
    Strategisch denken!
    …und auch mal raus aus der Komfortzone. Manchmal darf es gezielt “weh” tun – womit wir wieder beim Belastungsreiz mit Hirn wären.

    Liebe Grüße aus Heidelberg,
    Harald

    1. Lieber Harald
      Den Begriff Buzzword habe ich bisher noch nie gehört – aber er gefällt mir gut :-D Und besonders die Buzzwords selbst :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana

  3. Hi Ariana,

    schöner Artikel:D Ich gehöre wohl auch eher zur Max-Lisa-Kategorie, wobei ich einem recht strukturierten Rythmus folge, aber auch mind. einen Tag Regeneration in der Woche einlege. Das mit dem “Auf den Körper hören” ist sehr wichtig und gleichzeitig manchmal gar nicht so einfach – was ich z.B. bei einigen Triathleten erkennen kann…

    1. Hallo John
      Ja, oftmals sind diese “Ratschläge” in der Theorie zwar gut und recht – aber beim Umsetzen wird es dann schwierig :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana

  4. Tolle Idee, die Tipps so realitätsnah zu gestalten. Natürlich kennt jeder Typen wie Max oder Frauen wie Lisa. Die Wichtigkeit von Regenerationsphasen wird von vielen unterschätzt, wobei sie doch so wichtig sind. Hat man einen strukturierten Trainingsplan wo auch Ruhephasen eingeplant sind, ist dies der beste Weg um seinen Körper langfristig fit und gesund zu halten!
    Viele Grüße
    Mareike

    1. Liebe Mareike
      Es freut mich sehr, dass Dir dieser Beitrag gefallen hat. Gerade die aktive Planung von Ruhephasen wird oftmals unterschätzt.
      Liebe Grüsse
      Ariana

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