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Microadventures: Abenteuer vor der Haustüre

Weisst Du, wer der grösste Wünsche-Killer ist? Wer es immer wieder schafft, Deine Träume zu vernichten?

Die Wortkombination: “Ich würde ja gerne, aber…” 

Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich das schon gehört habe. Ich würde ja gerne ins Thaiboxen gehen, aber ich bin noch nicht fit genug. Ich würde ja gerne ein Buch schreiben, aber ich habe keine Zeit. Ich würde ja gerne am Mittag Bouldern, aber ich vergesse meine Trainingskleider dauernd. Ich würde ja gerne ein Abenteuer erleben, aber….

Um diese Abenteuer, welche normalerweise schon im Keim erstickt werden, soll es heute gehen.

In meiner Agenda steht diese Woche das folgende Zitat:

If you really want to do something, you’ll find a way. If you don’t, you’ll find an excuse. – Jim Rohn

Nun kann ich gleichzeitig sehr gut verstehen, dass Du weder das Geld für eine Schifffahrt in die Antarktis auftreiben kannst, noch Deinen sicheren und spassigen Job ungerne mit einer ungewissen Reise austauschen möchtest und Dein Partner sowieso nicht so Fan von Kakerlaken ist.

In all diesen Fällen bietet es sich an, sich auf Microadventures zu konzentrieren. Oder auf jeden Fall mal mit diesen zu beginnen. Dieser Begriff wurde von Alastair Humphrey geprägt, welcher ein fantastisches Buch dazu geschrieben hat.

Microadventures from Alastair Humphreys on Vimeo.

Es handelt sich hierbei um “Abenteuer”, welche so klein sind, dass sie in jeden Alltag passen. Du musst keine teure Ausrüstung kaufen. Auch nicht weit wegfahren. Ein Abend oder ein Nachmittag reicht. Oder eine Nacht.

Sie eignen sich für absolute Einsteiger. Für Fortgeschrittene. Für Leute mit und ohne Kondition. Und auch für Angsthasen. Du kannst diese Abenteuer alleine erleben, mit dem Partner oder in einer Gruppe. In der wunderschönen Natur. Aber auch in der Stadt.

Es gibt also keine Entschuldigungen mehr!

Grundsätzlich ist es eine Definitionsfrage, ab wann etwas ein “Micro-Abenteuer” ist und ab wann nicht. Ich spare mir da all zu enge Einschränkungen – ein Abenteuer kann man schliesslich überall erleben. Um Deine Kreativität etwas anzukurbeln, habe ich schon einmal einige Ideen für Microadventures gesammelt:

33 Ideen für Microadventures

  • Draussen übernachten: Das ist der Klassiker schlechthin und geht auch unter der Woche. Auch wenn ich zugebe, dass es bei diesen eher kühleren Temperaturen etwas für Fortgeschrittene ist. Dieser Punkt lässt übrigens unzählige Varianten zu: In einem Zelt. In einem Biwak. In einer selbstgebauten Unterkunft…
  • Slacklinen
  • Ein Kajak mieten und einen Fluss herunterpaddeln – oder wenigstens ein Stück lang.
  • Einfach in eine Strassenbahn oder einen Regionalzug sitzen, bis zur Endstation fahren und versuchen wieder zurückzulaufen. Oder diese Region erkunden.
  • Über einem Feuer kochen. Das kann eine klassische Bratwurst sein. Oder Du versuchst Dich an einem Mehr-Gang-Menu.
  • Die Sterne beobachten.
  • Das Fahrrad packen und versuchen immer genau in eine Richtung zu fahren.
  • Eine Woche lang immer zu Fuss zur Arbeit gehen und jedes Mal einen Dir noch unbekannten Weg suchen.
  • Dich wieder in frühere Pfadfinderzeiten zurückversetzen und versuchen, Deine eigene Campingausrüstung aus Ästen und Steinen zu bauen.
  • Fischen.
  • Lernen, etwas in der Natur besser zu erkennen. Bäume. Vogelstimmen. Kräuter. Blumen am Wegesrand. Gestein.
  • Geocatching
  • Den höchsten Berg in Deiner Umgebung besteigen.
  • Eine Quelle suchen.
  • In einem See schwimmen (dann doch lieber im Sommer)
  • Eisbaden (soll ja gesund sein – aber dann lieber in Begleitung eines Profis)
  • Eine Karte von Deiner Umgebung nehmen, die Augen schliessen und auf einen Punkt zeigen. Dann dorthin gehen.
  • Auf einem Bauernhof mithelfen.
  • Von einer Party zu Fuss nach Hause gehen.
  • Die Kamera einpacken und einfach ziellos herumstreifen – Fotos machen nicht vergessen.
  • Draussen frühstücken.
  • Einfach auf eine Wiese legen und die Wolken beobachten.
  • Dein eigenes Essen sammeln – Beeren auf einem Feld für Beginner und Pilze im Wald für Fortgeschrittene (aber unbedingt einem Experten zeigen).
  • In einer Hängematte den Tag verbringen.
  • Einen Mondspaziergang im Wald machen.
  • Den Zufall die Macht geben: Einfach loslaufen und bei jeder Kreuzung eine Münze darüber entscheiden lassen, ob Du nach links oder nach rechts gehst.
  • Eine neue Sportart draussen lernen. Parcour. Bouldern, Vitaparcours/ Trimm Dich Pfade. Skateboarden. Surfen. Stand Up Paddling.
  • Den Sonnenaufgang beobachten.
  • Deine Heimatstadt wie ein Tourist erkunden.
  • Tiere beobachten.
  • Über eine Hängebrücke balancieren.
  • Mit dem VW Bus ein Wochenende einfach ins Blaue fahren.
  • Eine Höhle erforschen.

Nachdem ich Dir nun diese Liste präsentiert habe, rudere ich gleich wieder etwas zurück. Eigentlich brauchst Du nämlich gar keine 10, 20 oder 50 Ideen. Schon mit einer Idee alleine bist Du nämlich ziemlich sicher für eine ganze Weile versorgt.

So ist Essen um ein Feuer in der Natur immer wieder etwas Besonderes und Einzigartiges, ganz gleich, ob Du es nun ein, zwei oder zehn mal machst. Und die Sterne verlieren (auf jeden Fall für mich) auch nie ihre magische Atmosphäre.

Wie bei allem ist auch hier der wichtigste Schritt, es einfach zu tun. Mach Dir den Einstieg möglichst einfach und beginne mit etwas Leichtem. Du könntest Dich z.B. gleich jetzt warm anziehen, das Handy oder eine Kamera nehmen, nach draussen gehen und Dir zum Ziel setzen, 10 Bilder von unterschiedlichen Bäumen zu machen. Oder Pflanzen generell, wenn es bei Dir kaum Bäume gibt. Wenn es Dir nach einer halben Stunde zu kalt wird, gehst Du einfach wieder rein. Und los geht es!

Was ist dein liebstes Microadventure?

 


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Bilder von pxhere.com

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3 comments

  1. Was für ein toller Artikel. Das ist genau was ich suche. Ich überlege immer wohin ich wandern möchte und wann und dann habe ich für meine grosse Pläne gar nicht genug Urlaub und dann wird nix draus. . Aber dein Artikel zeigt so toll was es alles an einem tag oder einer Nacht zu erleben gibt. Liebe grüße Jutta PS eisschwimmen praktiziere ich schon ;’)

    1. Liebe Jutta
      Herzlichen Dank für Deine netten Worte 🙂
      Ich kenne das nur zu gut – grosse Pläne habe ich unendlich viele, aber die liebe Zeit… 😉 Und dass Du bereits Eisschwimmen gehst bewundere ich total – alles was mit Kälte zu tun hat, ist irgendwie nicht so meins 🙂
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Mein liebstes Micoradventure ist es, mit meinem Hund immer mal wieder in einer unbekannten Gegend zu wandern. Denn obwohl ich hier viel unterwegs bin, gibt es immer noch Wege, die mir unbekannt sind.
    Liebe Grüße
    Gabi

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