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So viel Sport – warum tust Du Dir das eigentlich an?

Wandern am Oeschinensee

If it is both terrifying and amazing, then you should definitely pursue it.
Erada Svetlana

Trainierst Du gerne? Dann wirst Du sicherlich immer wieder einmal von einer netten aber sehr verständnislosen Coachpotato gefragt, warum Du Dir das eigentlich “antust”. Die kurze Antwort darauf wäre “weil es mir Spass macht”. Die philosophische Antwort lautet “kann man sich etwas antun, sobald es einem Spass macht?”. Und die lange folgt nun – inklusive was ich beim Sport gelernt habe 🙂

Lotta und Schorsch von Tri it Fit haben bei einer Menge Fitnessblogger nachgefragt, warum sie eigentlich Sport treiben. Und schlussendlich auch noch darüber schreiben. Die Antworten sind genauso vielseitig wie die Blogger, welche mitgemacht haben. Und haben mich zu diesem Beitrag inspiriert.

Ich kann nicht einmal behaupten, dass ich in meiner Kindheit unsportlich war. Im Gegenteil. Kannst Du erraten, welche von den zweien ich bin?

Kinder welche in Nepal tanzen

Ich hatte das Glück, dass ich einen grossen Teil meiner Kindheit in Nepal verbringen durfte. In dem kleinen Bergdorf, in welchem unser Haus stand, gab es weder Strom noch fliessendes Wasser oder Läden. Und selbstverständlich auch weder Autos oder Strassenbahnen. Wenn wir etwas zu essen kaufen wollten, mussten wir erst einmal drei Tage zu Fuss marschieren, danach ein winziges Flugzeug nach Kathmandu nehmen und dort etwas einkaufen. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, wie viel man da draussen unterwegs war.

Vielleicht habe ich dort zwischen dem Mount Everest und dem Dschungel meine Liebe zu den Bergen entdeckt. Und zum Wandern.

Man braucht nicht viel (materielles), um glücklich zu sein.

An der Schulzeit lag es nämlich ganz bestimmt nicht. Dort wurde mir nämlich konsequent tagtäglich erzählt, dass ich richtig unsportlich sei. Kein Wunder – in Nepal habe ich weder schwimmen gelernt, noch an Stangen hochzuklettern oder Volleyball spielen. Ich war also bis etwa 13 überzeugt davon, komplett unfit zu sei. Jaja, die liebe Schulzeit…

Da die Klassenkameraden zudem nicht besonders nett waren, habe ich erst mal mit ein paar Selbstverteidigungskursen angefangen, kam darüber zum Aikido, später zum Wing Tsun und schlussendlich zum Thaiboxen:

Ariana Thaiboxen
Foto von Reto Gentinetta

Dort habe ich gelernt:

Jeder kann sportlich sein – man muss nur etwas finden, das man wirklich liebt!

Ich war jedes Jahr mehrere Wochen in Thailand (mit 18 dann sogar 2 Monate ganz alleine in einem Thaiboxcamp) und habe ansonsten fünf Mal in der Woche für 90 MinutenThaiboxen trainiert und an den Samstagen jeweils noch 4 Stunden. Offiziell habe ich damit aufgehört, weil ich zu viele Verletzungen davongetragen habe. Inoffiziell hat es mich geärgert, dass mich der Trainer immer dazu aufgefordert hat, noch ein wenig mehr abzunehmen.

Ob ein Sport Spass macht, steht und fällt mit dem richtigen Trainer.

Ariana am Boxen

Der Wechsel zum MMA (Für Fachfremde: das ist etwa ähnlich wie Thaiboxen – es geht einfach am Boden noch weiter und es darf gewürgt werden) war daher eine gute Entscheidung. Und hat mir auch für fast ein Jahr riesigen Spass gemacht. Dort habe ich gemerkt:

Es gibt viel mehr gute Gründe, um Sport zu machen, als nur um Gewicht zu verlieren.

Aber auf Dauer mochte ich die ständigen blauen Flecken an den Armen und den Beinendoch wieder nicht. Danach begann meine “Multisportzeit”, welche noch bis heute andauert. Klettern, Wandern, Biken, Joggen, Inlineskaten (ok – seit meinem Handgelenkbruch – nie wieder), Yoga, Walken, Powerlifting, Crossfit, Krafttraining, Tae Bo, Deepwork, Salsa, HIIT, Bouldern…

Man muss sich nicht auf eine einzige Sportart beschränken.

Araina am Radfahren

Gleichzeitig habe ich auch meine Fitnessinstruktorausbildung absolviert und wollte mein Wissen unbedingt mit mehr Leuten teilen, als ich 1:1 erreichen könnte. Da ich schon mehrere Jahre eine Webseite mit Fitnessübungen besass, war ein Blog naheliegend – schliesslich mache ich nicht nur gerne Sport, sondern fotografiere aus Leidenschaft und liebe es zu schreiben und zu lesen. Eine perfekte Mischung also.

Selbstverständlich habe ich bisher auch an einigen Wettkämpfen teilgenommen. Da ich aber so viele unterschiedliche Sportarten kombiniere, werde ich hierbei wohl nie absolute Spitzenzeiten absolvieren. Oder auch nur im vorderen Drittel mitspielen:

Ganz alles kann man im Leben dann doch nicht haben – aber immer noch genug.

Laufwettkamp

Da ich nicht nur im Fitnessbereich blogge, sondern Dir immer wieder mal etwas über Ernährung erzähle, habe ich mich in den letzten Jahren dazu entschlossen, auch noch eine Ernährungsausbildung zu absolvieren. Ich darf mich jetzt stolz Precision Nutrition Level 1 Certified Coach nennen. Klingt irgendwie cool 🙂

An dieser Stelle möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass es manchmal nicht ganz einfach ist, den Sport und das Bloggen unter einen Hut zu bringen. Jetzt ist es zum Beispiel 9 Uhr Abends und eigentlich steht noch eine Yoga Einheit auf dem Programm. Andererseits möchte ich diesen Artikel unbedingt noch heute veröffentlichen. Beides klappt wohl nicht mehr.

Es gab auch schon Phasen, in welchen ich vor lauter Bloggen kaum noch zum Sport kam. Und umgekehrt habe ich schon geniale Wanderungen oder Klettersteige absolviert und kam nie dazu, darüber zu berichten, weil schon wieder die nächste Aktivität anstand.

Klettersteig Wallis

Ich halte nicht viel davon, Sport zu machen, weil man ihn machen “muss”. Oder “sollte”. Stattdessen bin ich überzeugt, dass jeder etwas finden kann, das ihn packt. Die Augen zum Strahlen bringt. Für das er morgens aufsteht und an das er am Abend denkt. Das kann in der Gruppe sein. Oder alleine. Draussen. Oder drinnen.

Zudem finde ich es immer sehr schade, wenn man sich als Frau, auf die klassischen “Frauensportarten” beschränkt oder nur wegen der Optik trainiert. Das umgekehrte gilt natürlich auch für Männer. Aber dieses Thema würde wahrscheinlich wieder mehrere Bücher füllen.

Genauso wie es für jeden Topf einen passenden Deckel gibt, gibt es auch für jede Person eine passende Sportart.

Ich habe einmal eine Liste mit 140 ungewöhnlichen Sportarten verfasst. Vielleicht inspiriert Dich diese.

HIIT Training in der Gruppe

Es ist zudem ganz normal, dass man manche Sportarten einfach nicht mag. Ich kann fast alles mit Bällen nicht ausstehen. Und bin meistens eher in kleineren Gruppen oder alleine unterwegs – Mannschaften liegen mir nicht so. Andererseits merkt man manchmal erst, wenn man etwas ausprobiert, wie toll es eigentlich ist.

Daher mein allerletzter Ratschlag für heute:

Bleib neugierig. Probier alles aus. Wer weiss, wo Du Dein Goldstück findest.

PS: Dank des Kletterns sehen meine Arme und Beine noch schlimmer aus, als zu MMA Zeiten. Da könnte ich ja wohl damit auch wieder anfangen…

Wandern am Gletscher


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Bilder von mir

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16 comments

  1. Hauptsache ist macht Spaß, dann ist die Dosis völlig egal! 😉

    1. Wie recht Du hast 🙂
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Hallo Ariana,

    Coole Geschichte. In Hannover habe ich gar nicht mitbekommen, dass du in Thaiboxen und Martial Arts bist/warst 🙂 Beeindruckender Lebensweg.

    1. Hallo Markus
      Ja, ich hatte das Gefühl, man hätte noch viiiiel mehr Zeit zum Netzwerken gebraucht 🙂
      Liebe Grüsse
      Ariana

  3. Hey Ariana,

    das mit der Ernährungsausbildung klingt wirklich ziemlich cool und deine Kindheit in Nepa erst…
    Mir geht es auch manchmal so, Sport, Bloggen, Kochen und auch noch eine “richtige” Arbeit …Hiiilfe :D. Deswegen waren wir auch schon eeewig nicht mehr beim Bouldern/Klettern – dafür ist neben Fitnessstudio irgendwie so gar keine Zeit mehr..
    Aber wenn es keinen Spaß machen würde, würde man es sich ja nicht antun 😉

    Schön, dass ich durch die Blogparade auf deinen Blog gestoßen bin – ich stöber gleich mal ein bisschen rum 😉

    1. Liebe Stef
      Ich bin immer irgendwie beruhigt, wenn es anderen auch so geht, wie mir 😀 Meine Liste mit Sportarten, die ich gerne machen würde, ist uneeeeendlich lange – und es kommen immer mehr dazu 😀
      Liebe Grüsse
      Ariana

  4. Hey Ariana,
    ganz toller Artikel. Du hast ja auch schon einiges erlebt und ausprobiert.
    Krasse Geschichte.
    Wir stimmen Dir voll und ganz zu: Es geht darum Spass zu haben und zu lieben was man tut!
    Liebe Grüße
    Jasmin und Floh

    1. Hallo zusammen
      Herzlichen Dank für eure nette Nachricht – schön, dass wir das alle so sehen 🙂
      Liebe Grüsse
      Ariana

  5. Hey Ariana,

    wirklich toll, was und vor allem auch, wie du schreibst: deine unterhaltsame Art zu erzählen, die Bilder, die Zitate! Wirklich sehr spannend zu lesen. 😉
    Ich find es sehr beeindruckend, wie du deinen eigenen Weg suchst und findest – auch im Sport. Zumal es sowieso viel nachhaltiger ist, Sport zu treiben, wenn es Spaß macht, als wenn man nur gut aussehen will. (das geht sowieso irgendwann vorbei…) Wer weiß, vielleicht probier ich es doch auch nochmal mit anderen Sportarten aus. Breakdance und Boxen stehen jedenfalls noch auf meiner Liste…

    Beste Grüße,

    Lotta

    1. Liebe Lotta
      Ganz herzlichen Dank für Deine nette Nachricht. Also Boxen kann ich Dir auf jeden Fall ans Herz legen – ich habe irgendwie das Gefühl, dass Dir das sehr gut gefallen könnte 🙂 Und auch Breakdance klingt total spannend – das habe ich mal als Teenie ein paar Wochen ausprobiert 😉
      Liebe Grüsse
      Ariana

  6. Als ich das erste Bild sah, dachte ich direkt an Nepal. Das ist ja ein spannender Lebenslauf, den du hast. Wirklich großartig, so ein wenig mehr über dich zu erfahren. Jetzt erschließt sich auch dein Blogname super. Mache weiter so mit deinem eigenen Weg, liebe Ariana.

    P.S. Die liebe Schulzeit. Man redete mir da auch ein, dass ich ein Moppel wäre und in meinem Gymnastikanzug sch*** aussehe. Dabei fand ich die Dinger toll und wie habe ich Volleyball gehasst! Bis ich dann mal einen Kurs gemacht. Seither finde ich es am Strand richtig toll,…

    1. Liebe Din
      Ooooh, ich glaube, fast jeder hat von seiner Schulzeit so ein paar Berichte zu erzählen… Beim Hochsprung war ich froh, wenn ich es überhaupt auf die Matte geschafft habe (meistens “unter” der Stange durch) und beim Bockspringen landete ich meistens auf dem Bock und bewegte mich von dort keinen Milimeter weiter 😀
      Liebe Grüsse
      Ariana

  7. Hallo Ariana,

    spannendes und abwechslungsreiches Leben da Du bis jetzt hattest. Und ich denke auch das wenn man nur will die richtige Sportart für einen selbst findet. Dein Blog war übrigens der erste der mich auf BodyWeight Übungen gebracht hatte 🙂

    Viele Grüße
    Oliver

    1. Lieber Oliver
      Vielen Dank für Deine nette Worte – und ich muss zugeben – jetzt fühle ich mich gerade richtig geehrt 😀
      Liebe Grüsse
      Ariana

  8. Hallo Ariana, vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag und den Einblicken in Dein sportliches Leben. Ich finde es persönlich immer sehr schade dass es immer noch Trainer und Sportlehrer gibt die nicht wirklich auf ihre Schützlinge eingehen können. Gut finde ich Deine gesunde Neugier und die Lust immer wieder Dinge auszuprobieren. Lasse Dir die Lust und Neugier nicht nehmen und ich bin gespannt was Du noch so schönes umsetzen wirst.

    Mit sportlichen Grüßen und alles gute

    Heiko

    1. Lieber Heiko
      Ich kann Dir hier nur aus ganzem Herzen zustimmen – dass ich in der Schulzeit überzeugt davon war, unsportlich zu sein, finde ich heute immer noch irgendwie traurig…
      Liebe Grüsse
      Ariana

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