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Valentinstag: Selbstliebe – aber richtig!

Selbstliebe ist momentan “das” grosse Thema. Erst wollten alle möglichst schlank sein. Dann wurde es trendy, schlank und muskulös zu sein (als ob eines davon nicht schon reichen würde). Und mittlerweile sind wir soweit, dass wir uns doch bitte alle selbst lieben sollen. Aber dabei natürlich bloss nicht stehenbleiben! Perfekt wäre natürlich, schlank und muskulös und so richtig zufrieden mit sich selbst. Fällt Dir noch ein weiteres Topping ein?

Vielleicht ahnst Du es schon – das wird kein Beitrag mit 10 Tipps für mehr Selbstliebe. Wenn Du so etwas suchst, wirst Du hier fündig. Heute werde ich Dir statt dessen meine Gedanken zu diesem Thema näher bringen und bin gespannt, wie Du das siehst:

Was bedeutet Selbstliebe?

Ich gebe es zu – der Titel ist provokant gewählt. Als gäbe es eine richtige und eine falsche Selbstliebe. Die narzisstische, vor dem Spiegel posende und von sich eingenommene (und natürlich völlig falsche) Liebe für das eigene “Ich”. Daneben steht die (rundherum richtige) Selbstliebe mit Badewannen voller Schaum, Affirmationen vor dem Spiegel und Beauty-Days.

Natürlich könnten wir nun ganz elegant auf den Begriff “Selbstakzeptanz” umschwenken. Dieser ist zutreffender aber gleichzeitig viel schwächer. Ich kann einen Apfel zum Dessert durchaus akzeptieren – meine wirkliche Liebe gilt aber dem Schokomousse. Und da ich für mich lieber schokomousseähnliche Gefühle empfinden möchte, müssen wir wohl oder übel bei dem Begriff Liebe bleiben.

Ein bisschen klarer wird die Bedeutung, wenn man sich zwei Dinge bewusst macht. Einerseits bedeutet Selbstliebe nicht, dass man dabei die anderen Menschen nicht mehr lieben könnte oder sich irgendwo über ihnen auf einem Thron platziert. Und andererseits spreche ich hier ausdrücklich nicht nur von Liebe zu seinem Körper, sondern zum gesamten ich. Grundsätzlich geht es mir persönlich nämlich viel zu oft nur um das Aussehen. Wie wird man straffer, die Haare glänzender und der Po knackiger? Wie modelliert man die perfekten Gesichtskonturen? Oder – für die Herren – wie pumpt man den Bizeps (und die vernachlässigten Waden) so richtig auf?

Auch wenn Du Deinen Bizeps natürlich lieben darfst (oder Deine glänzende Lockenmähne), so wäre es doch schade, eine komplexe Persönlichkeit nur darauf zu reduzieren.

Wie kann man Selbstliebe ausleben?

Nachdem die ganzen Begriffsdefinitionen durch sind, wird es konkreter. Denn was wären blosse Gedanken ohne eine entsprechende Umsetzung im Alltag? Interessant, unterhaltsam – aber mehr nicht.

Für mich bedeutet Selbstliebe erst einmal, sich zu überlegen, was Du genau benötigst. Und was nicht. Dir über Deine Bedürfnisse klar zu werden. Vielleicht ist das eine Ruheoase ganz für Dich alleine. Oder aber regelmässiger Austausch mit Freunden. Vielleicht brauchst Du mehr Schlaf. Mehr Bewegung. Weniger Bewegung.

Mir hilft es dabei, mich genau zu beobachten. Fühle ich mich nach dem Kontakt mit dieser Bekannten energiegeladen, inspiriert oder völlig ausgelaugt? Hilft das Abendessen mir dabei, gut zu schlafen? Welche Lebensmittel lösen bei mir eine Fressattacke aus? Was passiert, wenn ich 4 Stunden pro Nacht schlafe? 5 Stunden? 6? 10?

Dabei geht es nicht darum, etwas zu erreichen, das besonders cool oder besonders “in” ist. Vielleicht bist Du am glücklichsten, wenn Du nur ein oder zwei enge Freundschaften pflegst. Möglicherweise benötigst Du auch ein Vielfaches davon. Es kann sein, dass Du Dich am besten fühlst, wenn Du 2 Stunden pro Woche trainierst. Andere benötigen mindestens 10. Versuche ehrlich zu Dir zu sein. Unvoreingenommen. Und Dich immer wieder neu zu beobachten – quasi wie ein spannendes Forschungsprojekt.

Danach wird es kniffliger – sobald Du weisst, was Du brauchst, musst Du das umsetzen. Selbstliebe bedeutet nämlich auch, das zu tun, was Dir gut tut. Wenn Dich jemand ohne Respekt behandelt, beende den Kontakt – auch wenn es schwierig ist. Wenn Du nach einem Kaffee am Abend nicht mehr schlafen kannst, verzichte darauf – auch wenn Dein Partner das erst einmal nicht versteht. Manchmal wird Dich Dein Umfeld unterstützen und verstehen und manchmal nicht. Das kannst Du nicht beeinflussen. Aber Du kannst entscheiden, was für Dich (Deinen Körper und Deine Seele) wichtig ist – und wenn Du Dich selbst liebst, wirst Du einiges daran setzen, diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Abschliessend wünsche ich Dir einen wunderbaren Valentinstag, voller Liebe für Dich und Deine Mitmenschen!


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Bild von Roman Kraft/ Unsplash

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