ErnährungMotivation

Was Du gegen emotionales Essen tun kannst

Ab morgen wird alles anders. Ich werde gut gelaunt aus dem Bett hüpfen und den Tag mit einem grünen Smoothie begrüssen. Am Mittag bereite ich mir liebevoll einen knackigen Salat zu und am Abend gibt es natürlich eine kohlenhydratarme Köstlichkeit. Hört sich alles perfekt an – bis “morgen” kam. Nachdem ich mir die Zehen beim “aus-dem-Bett-hüpfen” äusserst schmerzhaft angestossen hatte und der Spinat für den Smoothie bereits erste faulige Stellen zeigte, war ich schon geknickt. Dass es dann auch noch entgegen der Wettervorhersage regnete und ich den Bus verpasst hatte, setzte dem ganzen die Krone auf. Gefrustet ertappe ich mich dabei, wie ich einen Schokoladenriegel aufreisse – das habe ich mir jetzt verdient!

Na, hast Du erraten, weshalb ich den Schokoladenriegel gegessen habe? Genau, der Grund dafür waren meine Emotionen.

Leider lernen wir meistens schon in der Kindheit, dass sich verschiedene Probleme mit Lebensmitteln (und leider selten mit Äpfeln) lösen lassen. Wir essen, wenn wir Angst haben, gestresst sind, uns ärgern, traurig sind oder auch einfach aus Langeweile. Manche essen aus Wut oder aus Einsamkeit. Ganz egal an welches Gefühl Du gerade denkst – es gibt sicher jemanden, der versucht, dieses mit Nahrungsmitteln zu lösen. Da sich diese Verhaltensmuster über 5, 10, 20 oder auch 50 Jahre eingeprägt haben, ist es enorm schwierig, dort wieder herauszukommen.

Andere Verhaltensmuster lassen sich verhältnismässig leicht lösen. Etwas langsamer essen? Vor dem Essen ein Glas Wasser trinken? Machbar. Aber sobald Du in Emotionen verstrickt wirst, wird es schwierig.

Wie schaffst Du es also, Dich aus den Klauen des emotionalen Essens zu befreien?

Ich würde Dir jetzt gerne einen simplen Plan in die Hand geben. Mach dies, mach das und hokuspokus – alles ist gut. Aber leider funktioniert das nicht so einfach. Der wichtigste Punkt ist erst einmal, dass Du Dir Deine Essgewohnheiten bewusst machst. Das geht an und für sich ganz einfach: Halte jedes Mal, bevor Du etwas isst kurz inne und frage Dich selbst, warum Du es jetzt zu Dir nimmst. Gib Dich dabei allerdings nicht mit oberflächlichen Antworten zufrieden. War es wirklich Hunger oder eher Gewohnheit? Ich dachte oft, dass ich aus Langeweile esse – aber eigentlich war ich hauptstächlich genervt und angespannt. Versuche in Dich hineinzuhören und auch die Geschehnisse der letzten Minuten miteinzubeziehen. Was ist wirklich der Grund dafür, dass Du jetzt diesen Keks kaust?

Warum isst Du?

Möglicherweise hilft es Dir, wenn Du diese Gründe ein paar Tage lang notierst, bis Du ein Muster entdeckst.

Der nächste Schritt hört sich auch wieder sehr simpel an, ist aber nicht zu unterschätzen. Ich habe einmal gelesen, dass es zwischen einem Reiz und einer Reaktion einen kurzen leeren Raum gibt, in dem Du frei entscheiden kannst, welche Reaktion Du ausüben möchtest. Die Reaktion kommt nicht immer automatisch – Du bist der Auslöser. Mach Dir bewusst, dass Du selbst die Kontrolle über Deinen Körper hast und kein ferngesteuerter Roboter bist. Auch wenn Du 30 Jahre lang immer bei Frust “Schokolade” gesagt hast, heisst dies nicht, dass Du es auch in Zukunft immer sagen musst. Es steht Dir frei, ab sofort “Wasser” zu sagen.

Du hast die Kontrolle über Deinen Körper!

Hiermit sind wir auch schon beim nächsten Punkt angelangt. Du weisst nun, welche Emotionen bei Dir den Drang nach Nahrungsmitteln auslösen. Und Du bist Dir bewusst, dass Du diesen nicht nachgeben musst. Aber was tust Du stattdessen? Ganz einfach – Du befriedigst die ursprüngliche Emotion. Dir ist langweilig? Lies etwas spannendes, unterbrich die Tätigkeit und unterhalte Dich mit jemandem oder höre bewusst ein schönes Lied. Du bist wütend? Lass diese Wut raus (vielleicht nicht am Porzellangeschirr), auch wenn es nur ein imaginärer böser Brief ist, den Du verfasst (es empfiehlt sich, diese Briefe nach dem Schreiben zu vernichten. Zerreissen soll sehr heilsam sein – habe ich gehört…). Du bist traurig? Sprich mit jemandem. Weine. Höre traurige Musik. Oder muntere Dich auf.

Es ist extrem wichtig, dass Du wirklich in Dich spürst. Nur Du selbst weisst, was wirklich in Dir vorgeht. Oft ist es einfacher, sich mit einer schnellen Pauschalantwort zufriedenzugeben (Langeweile = spazierengehen), aber damit Du Deine Gewohnheit ändern kannst, musst Du wirklich ehrlich zu Dir sein. Ist es tatsächlich das Gefühl? Und was würde Dir persönlich dabei helfen? Vielleicht kannst Du spazieren gehen nicht ausstehen und würdest lieber an einem Buch schreiben.

Befriedige die echten Emotionen.

Mach Dir keine Sorgen, wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Oder beim zweiten oder dritten Mal. Wenn Du Dich selbst unter Druck setzt, löst dies nur die nächste Essattacke aus und das möchtest Du ja gerade vermeiden. Sei nett zu Dir selbst und vertrau darauf, dass es jeder schaffen kann. Vielleicht nicht direkt zu Beginn – aber genau das unterscheidet die erfolgreichen von denjenigen, die scheitern. Die erfolgreichen geben einfach nicht auf, ganz egal, wie oft sie es probieren müssen.

Wie gehst Du mit emotionalem Essen um?

Deine nächste Mission zum besten DU:
Versuche in den nächsten Tagen jedes Mal vor dem Essen kurz zu pausieren und Dir überlegen, weshalb Du isst. Das alleine wird Dich schon unglaublich viel weiterbringen.


Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com

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4 comments

  1. […] einem nicht gut und man belohnt sich mit der einen oder anderen Nascherei. „EigenerWeg“ gibt Tipps, wie man der emotionalen Essensfalle entkommen […]

  2. […] man dagegen tun kann. Wie man auch bei schlechtem Wetter ein Workout durchzieht. Oder wie man die emotionalen Essanfälle stoppen kann. (Und natürlich auch wegen meiner Ausbildung als Fitnessinstruktor und meiner […]

    1. Hallo, ich habe gelernt mit Stress, Langeweile und Emotionen umzugehen,
      Mein Gang in die Küche wird von kreative Unruhe – Anspanung getrieben.
      Den Feind könnte ich lokalisieren und verschieben aber noch nich vetreiben.
      Meine Erwartung ist; Erfolg zu fassen… zu sehen, sonst leider…
      aber ich arbeite dran..
      Grüsse
      Ewa

      1. Hallo Ewa
        Das hört sich ja schon einmal toll an – Schritt 1 ist erledigt. Diese Unruhe-Anspannung kenne ich – vielleicht hilft es dir, wenn Du versuchst, verschiedene andere Methoden auszuprobieren, um dieser zu begegnen (z.B. etwas lesen, Atemübungen, eine kurze Fitnessübung, ein Stressball…)
        Liebe Grüsse
        Ariana

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