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Wie Du Deine Willenskraft und Deine Disziplin vervielfachst

„Eigentlich“ ist es alles ja ganz einfach. Die meisten von uns wissen, wie eine gesunde Ernährung aussieht. Dass man einfach nur etwas Sport machen müsste. Dass es gut tut, den Schokoladenriegel (oder die ganze Packung) zu ignorieren. Und dass es möglich ist, den Fernseher (oder wahlweise Facebook, Pinterest oder Instagram) mit einem Knopfdruck auszuschalten und seine Zeit produktiv zu nutzen.

Warum klappt es dennoch so oft nicht?

Es gibt zwei Erklärungsmuster, welche hinter diesem Phänomen stehen.

1. Dein Wille ist endlich

Kluge Köpfe haben die Theorie aufgestellt, dass wir pro Tag nur über eine gewisse Portion Disziplin verfügen können. Wenn diese aufgebraucht ist, reagieren wir wie ferngesteuert. Wenn Du zum Beispiel den ganzen Tag eine sehr stressige Arbeit ausgeführt hast, zu der Du Dich regelrecht zwingen musstest, möchtest Du wahrscheinlich am Abend nur noch auf die Coach fallen und nichts mehr tun. Wenn Du hingegen frei hattest und inspirierende Zeit mit Deiner Liebsten verbracht hast, fällt Dir auch das Gemüseschnippeln am Abend leicht.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Wille wirklich endlich ist oder ob einfach eine „Belohnungsreaktion“ in unseren Köpfen ausgelöst wird. Ich hatte einen harten Tag und war so diszipliniert – jetzt gönne ich mir etwas!

Es geht also so oder so darum, Deinen Tag so zu gestalten, dass Du weniger Disziplin im Alltag aufwenden musst – und daher auch am Abend noch genügend Energie für Deine persönlichen Ziele übrig hast. Und Dich gar nicht erst „belohnen“ musst.

Möglicherweise helfen Dir:

  • Atemübungen – wenn Du Dich extrem gestresst fühlst, hilft es sofort, sich auf die Atmung zu konzentrieren
  • Dein Einstellung anpassen – wenn Du Deine Arbeit gerne tust und Dich auf die positiven Aspekte konzentrierst, benötigst Du weniger Disziplin
  • Pausen einbauen – kleine Pausen lenken ab und geben Dir etwas, worauf Du Dich freuen kannst
  • Mit einem schönen Morgenritual starten – wenn Du bereits nach dem Aufstehen gehetzt bist, kann sich dies durch den ganzen Tag ziehen
  • Deine Beschäftigung ändern – wenn Dir Dein Alltag überhaupt keinen Spass mehr macht, ist es an der Zeit, etwas zu ändern. Dabei spielt es keine Rolle, wie klein die Änderung ist (z.B. ein schönerer Arbeitsweg, wenn eine neue Arbeit nicht möglich ist)

2. Deine Disziplin ist noch nicht trainiert

Du kannst Dir Deine Disziplin wie einen Muskel vorstellen. Wenn Du ihn regelmässig benutzt und an seine Grenzen bringst, wird er immer stärker. Je mehr Du ihn schonst, umso mehr beginnt er zu schwächeln.

Du möchtest ein Beispiel haben? Aber gerne doch: Viele Leute sind unglaublich produktiv, wenn sie Zuhause sind. Da wird 9 Stunden gearbeitet, der Haushalt geschmissen, die Kinder versorgt und noch ein Fernstudium durchgeführt. Aber was passiert bei längeren Ferien? Am Anfang fühlt man sich noch etwas unruhig – würde gerne etwas tun. Aber schon nach zwei Wochen kann man die Tage ganz und gar entspannt verbringen. Und nach 3 Wochen erscheinen kleine Dinge (den Bikini auswaschen) wie riesige Aufgaben.

Als ich zwei Monate in Thailand war, war „Wasser einkaufen“ gegen Ende meines Aufenthalts die grösste Tagesaufgabe. Wohlgemerkt – der Supermarkt war 3 Minuten von meinem Bungalow entfernt.

Zum Glück lässt sich Disziplin ganz einfach trainieren. Suche Dir ein paar Aufgaben aus (es dürfen am Anfang ruhig winzigkleine sein), die Du normalerweise verschiebst. Ignorierst. Oder die Dich herausfordern. Ab sofort erledigst Du diese konsequent. Es darf unangenehm sein, es darf Dich ein bisschen ärgern. Im Englischen gibt es dafür den schönen Ausdruck „Suck it up“ – in etwa „klaglos durchstehen“. Denk nicht so viel darüber nach, jammere nicht, sondern tue es einfach. Bereits nach einigen Tagen wirst Du feststellen, wie Dir die Aufgabe immer leichter fällt. So lange, bis Du gar nicht mehr realisierst, dass Du sie wirklich erledigst. Wenn sie Dir mühelos von der Hand geht, suchst Du Dir etwas schwierigeres aus. Bis Du plötzlich merkst, dass auch vorhin unlösbare Probleme zu einem Kinderspiel werden.

Wichtig ist dabei, dass Du nicht darüber jammerst und Dich nicht selbst bemitleidest. Du willst schliesslich Deine Disziplin trainieren. Wenn Du mit dir selbst haderst, ist dies kontraproduktiv.

Du könntest zum Beispiel:

  • Eiskalt duschen – beginne mit den Beinen und steigere Dich zum ganzen Körper. Schalte das Wasser immer erst ein paar Sekunden später ab, als Du eigentlich möchtest.
  • Dein Bett jeden Morgen schön zurechtmachen.
  • Den Wecker nur einmal snoozen – und irgenwann gar nicht mehr.
  • Beim Surfen den Wecker stellen und nach 10 Minuten aufhören.
  • Immer direkt alles wieder aufräumen – die Pfannen nach dem Essen abwaschen, die Kleider aufhängen und die Bücher zurück ins Regal räumen.
  • Nur einen Bissen des Schokoriegels essen – erst 10 Minuten später den zweiten Bissen zu Dir nehmen – und mit dem dritten Bissen 20 Minuten warten.
  • Direkt nach dem Aufstehen trainieren – egal was – hauptsache Du bewegst Dich.
  • Die unangenehmsten Aufgaben zuerst erledigen.

Manche dieser Aufgaben erscheinen Dir möglicherweise extrem schwierig und über andere schüttelst Du nur den Kopf. Das ist auch in Ordnung so. Denn dies sind nur Beispiele – Du alleine weisst, welches Schwierigkeitslevel momentan für Dich perfekt ist. Und mit welcher Aufgabe Du heute starten möchtest.

 

Zum Weiterlesen: Lerne zu lieben was Dir gut tut – oder wieso die meisten Vorsätze scheitern

 


Deine nächste Mission zum besten DU:
Was spricht Dich mehr an – der erste Weg oder der zweite? Suche Dir diejenige Strategie aus, mit welcher Du Dich am wohlsten fühlst. Und ab sofort setzt Du sie für mindestens eine Woche um. Ich weiss, dass Du das kannst!


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com

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8 comments

  1. Liebe Ariana,
    ein interessanter Beitrag mit ein paar sehr guten Denkanstößen!! Disziplin und Willenskraft – ich denke ich habe beides, wenn ich will ;-) und trotzdem ist es genauso wie du schreibst – nach der Urlaub muss man sich ab und zu ein wenig an den Kragen nehmen um gleich effektiv zu sein, wie vor dem Urlaub!
    Liebe Grüße Anna

    1. Liebe Anna
      Oh ja – ich denke nur an Deine Barfussläufe im Winter und schon habe ich ein Musterbeispiel an Willenskraft vor mir :-)
      Ganz liebe Grüsse
      Ariana

  2. Einen schönen Beitrag hast du da zusammen geschrieben :)
    Ich denke mit der nötigen Willenskraft ist auch die Disziplin nicht mehr weit entfernt und wo ein Wille ist, da ist auch immer ein Weg. Und ja: je öfter man “unangenehmere“ Dinge gleich erledigt oder sich fest in den Tagesablauf einplant, desto selbstverständlicher werden sie mit der Zeit und erscheinen dann gar nicht mehr unangenehm. Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.

    1. Das stimmt – je mehr man sich um unangenehme Dinge kümmert, umso einfacher werden sie mit der Zeit :-)
      Liebe Grüsse und vielen Dank für Deine netten Worte
      Ariana

  3. Hallo Ariana,

    auch wieder ein super Beitrag, der die Grundlage unseres Erfolges im Kern trifft. Ein absolut ansprechender Blogbeitrag über das Training der Willensstärke. Vielen Dank dafür. Einige Tipps werde ich auf jeden Fall beherzigen!

    Gruß
    Basti

    1. Hallo Basti
      Vielen Dank für Deinen netten Kommentar :-) Ich bin gespannt, ob die Tipps etwas bewirken.
      Liebe Grüsse
      Ariana

  4. Interessanter Artikel liebe Adriana ;)

    Ich stimme dir vollkommen zu dass Disziplin trainierbar ist, das merke ich als Sportler tagtäglich.

    Sich jeden Tag zu quälen und sich voranzutreiben ist nicht leicht, wenn man aber ein Motiv dahinter hat, geht es trotzdem immer irgendwie.

    LG

    Johannes

    1. Hallo Johannes
      Es freut mich sehr, dass du hier mit mir übereinstimmst -am schönsten ist natürlich, wenn man den Sport gar nicht als Quälen empfindet!
      Liebe Grüsse
      Ariana

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