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Wo ist hier die Abkürzung?

Gestern war Muttertag. Und was gibt es für einen schöneren Wochenbeginn, als meiner Mutter einen eigenen Beitrag zu widmen?

Nebst den ganz normalen wunderbaren mütterlichen Heldentaten (Arianas Hosen kürzen, wenn diese wieder einmal zu lange sind – Ariana beraten, wenn sie ein Problem hat – das beste Essen für Ariana kochen, wenn sie zu Besuch kommt), ist sie nämlich auch noch unglaublich aktiv.

Sie wandert (manchmal mehrere Wochen am Stück und übernachtet dabei in einem Tarp), näht mit unglaublicher Leidenschaft wunderschöne massgeschneiderte Kleider, strickt komplexe Muster, trainiert fast täglich, probiert laufend neue Rezepte aus (oft mit selbst gesammelten Zutaten) und arbeitet seit über 15 Jahren äusserst erfolgreich als selbstständiger Telefoncoach in Englisch, Deutsch und Spanisch. In diesem Rahmen versendet sie jede Woche einen inspirierenden Newsletter.

Heute darf ich einen davon exklusiv für Dich veröffentlichen:

Rundbrief Nummer 556: Abkürzung

«Übung macht den Meister – eine Abkürzung gibt es nicht».

So sagt die berühmteste Tortenbäckerin Englands, Mich Turner, die inzwischen für Stars wie Madonna, Pierce Brosnan, David Beckham oder für die Queen höchst persönlich backt und mehr als 10’000 traumhaft schöne Tortenkunstwerke hergestellt hat.

In ihrem Buch «die grosse Tortenschule» findet man Tutorials über Tutorials, wie man jeden einzelnen Schritt machen kann. Es sieht so einfach aus. Wirklich! Aber das Umsetzen, das ist eine Sache für sich. Eine Torte zu backen, das geht ja noch, aber dann diese Torten aufeinander zu stapeln, zerbrechliche Amaryllis Blüten zu formen oder aus Royal Glasur perfekte Perlen oder schwungvolle Linien drauf zu spritzen, das ist um Welten anspruchsvoller.

Gibt es wirklich keine Abkürzung?

Heute scheint die Technik die Übung abzulösen. Dank der Technik sind wir zum Beispiel in der Lage, ausgezeichnete Fotos zu machen. Die Apparate sind so klug, dass sie alle Einstellungen bereits automatisch vornehmen. Wir drücken den Auslöser und ohne jegliche Vorkenntnisse entsteht ein gutes Bild. Kein Wunder fotografieren heutzutage alle Menschen. Oder das GPS im Auto nimmt uns das Kartenlesen ab. Wir brauchen Orientierung nicht mehr zu üben, auch das erledigt die Technik. Die Technik erleichtert uns sehr viel, das ist grossartig, aber sie lässt uns jedoch in der Illusion, dass wir in allem bereits hervorragend sind, dass wir bereits Meister sind.

Wir werden durch die Technik verführt, wir denken, alles sei möglich, ohne jeden Aufwand, ohne Übung. Und wenn wir dann anfangen, etwas wirklich Kompliziertes zu lernen, zu üben, dann sind wir verwundert, dass es nicht sofort klappt. Die Selbstzweifel kommen und viele hören mit dem Üben wieder auf.

Roger Willemsen hat vor Jahren den Dalai Lama interviewt und ihn gefragt, ob er im Zustand der Meditation einmal das Nirwana erlebt habe. Der Dalai Lama hat das verneint. Er hat gemeint, aufgrund seiner vielen Tätigkeiten habe er nur vier Stunden täglich Zeit zum Meditieren. Und diese vier Stunden würden bei weitem nicht reichen, um diesen ergreifenden Zustand zu erleben.

Lass Dich nicht unterkriegen, wenn Du etwas ganz Neues lernst.
Und sei liebevoll zu Dir selber, wenn es manchmal nicht so klappt, wie Du es gerne hättest.
Du brauchst einfach Zeit zum Üben.

Ich wünsche Dir eine gelungene Woche.


 

Dieser Artikel erschien auf www.eigenerweg.com / Bilder von mir

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4 comments

  1. Toller interessanter Beitrag! Liest sich super Dankeschön.
    Gerade dem Absatz bezüglich Anleitungen lesen und Umsetzen kann ich 100% zustimmen.

    Grüße Kerstin

    1. Liebe Kerstin
      Es freut mich total, dass dir der Artikel genauso gut gefällt wie mir 🙂
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Wow – deine Mama scheint eine wundervolle und wirklich bewundernswerte Person zu sein.
    Meine ist zwar auch eine ganz tolle Person, aber hat ihre Stärke eher in ändernden Dingen. Sie bastelt gerne Ställe und Ausläufe für Tiere, und renoviert ihr Haus. Und arbeiten tut sie natürlich auch – zu unmöglichen Uhrzeiten und total zuverlässig und aufopfernd.

    Ich finde, die Technik kann einem nicht alles abnehmen… Gerade Kreativität kann man nicht ersetzen. Und manchmal lasse ich mir Sachen auch nicht abnehmen und lese z. B. Nach wie vor Karten und besitze kein navi.

    Liebe Grüße

    1. Liebe Tabea
      Ja, sie ist wirklich eine ganz wundervolle Persönlichkeit 🙂
      Ausläufe für Tiere zu basteln oder das Haus zu renovieren klingt aber auch nach einer sehr grossen Leistung 🙂
      Du hast so recht – Kreativität ist eine derjenigen Eigenschaften, die man durch Technik nicht ersetzen kann.
      Liebe Grüsse
      Ariana

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